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Medien & Gesellschaft

Links zu Seiten, die die gegenwärtige Situation in unserer Gesellschaft darstellen. 

Aber: Die Brille, die man trägt, bestimmt das, was man sieht. (Arianna Borrelli) 




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Fragestellungen zum öffentlich-rechtlichen Medienangebot

"Für 2013 haben die öffentlich-rechtlichen Sender einen Finanzbedarf von ... 8,67 Milliarden Euro angemeldet. Zum Vergleich: Der Landeshaushalt für Schleswig-Holstein sieht für 2013 Ausgaben in Höhe von 9,65 Milliarden vor. Um den "Bedarf" von ARD, ZDF & Co. zu decken, muss jeder Bundesbürger mit einer Wohnadresse in Deutschland jährlich 216 Euro berappen. Bedarf klingt nach Bedürftigkeit - in Wahrheit aber sind es lediglich Wünsche, die die Sender anmelden und - weitgehend ohne Kontrolle - erfüllt bekommen. Hier noch ein Spartenprogramm, da noch ein zusätzlicher Digitalsender und gerne auch noch ein paar Milliönchen Honorar für TV-Größen wir Jauch oder Gottschalk. Was das mit dem staatlichen Auftrag der Grundversorgung der Bürger zu tun hat, ist nur sehr schwer nachvollziehbar."("Absurdistan außer Kontrolle"; Flensburger Tageblatt, 30.01.2013)

Vielleicht aber besteht - angesichts abnehmender sozialer Leistungen und zunehmender Bundeswehr-Einsätze - die "Grundversorgung" genau in: Fußball-Spielchen und "deutschen Medaillenhoffnungen" sowie Krimis, Talkshows und Volksmusik? 
Wie "modern" ist die heutige Gesellschaft, wenn bereits die Antike eine ähnliche "Grundversorgung" kannte in Form von "panem et circenses"?



Öffentlich-rechtlicher Staatsrundfunk
Wer kontrolliert und sichert den "Bildungsauftrag"?

Das ZDF hat 40 Politkontrolleure
Berlin. Der ehemalige Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, den Einfluß von Politikern auf öffentlich-rechtliche Sender zu beschneiden. »Das Fiasko um den CSU-Parteisprecher Strepp sollte Ihnen eine Warnung sein«, heißt es in dem in der Zeit-Beilage Christ & Welt abgedruckten Schreiben. Hans Michael Strepp war von seinem Amt zurückgetreten, nachdem er wegen versuchter Einflußnahme auf die ZDF-Nachrichten heftigster Kritik ausgesetzt war.
Allein beim ZDF kontrollierten rund 40 aktive und ehemalige Politiker den Sender, heißt es weiter in Brenders Schreiben. (dapd/jW) 
(Quelle: "Das ZDF hat 40 Politkontrolleure"; Junge Welt, 01.11.2012)  

"Wir werden täglich in den Medien mit Statistiken bombardiert – Quelle sind Ministerien, Universitäten, Wirtschaftsforschungsinstitute oder Umfragefirmen wie Emnid, Forsa usw. Wem kann man am meisten trauen?
Fragen Sie besser umgekehrt: Wem kann man am wenigsten trauen? Das sind die Institute, die von Wirtschaftsverbänden oder sonstigen Interessenten finanziert werden. Bei Meinungsforschungsinstituten ist es so, daß sie für ihre Arbeit bezahlt werden – es kommt also oft statt wissenschaftlich exakter Aussagen das heraus, was der Auftraggeber gerne hören möchte.
Leider geht der Einfluß der Politik stark in die Ministerien und untergeordnete Behörden hinein. Nehmen wir die Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Ihre Bemessungsgrundlagen wurden seit Mitte der 80er Jahre 17 Mal geändert – 16 der Änderungen führten zu niedrigeren offiziellen Arbeitslosenzahlen. Insgesamt stehen heute den 2,7 Millionen offiziellen Arbeitslosen über fünf Millionen Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II gegenüber. Und auch die 4,9 Millionen registrierten Arbeitssuchenden sprechen deutlich gegen die offizielle Darstellung. Die »Stille Reserve« von etwa 1,2 Millionen komplettiert das traurige Bild, auch wenn hier die Statistik unschuldig ist.
Auch bei der Demographie wird kräftig getäuscht. Vorne dabei ist leider auch das Statistische Bundesamt, das immer wieder zu manipulierenden Darstellungen greift. Sicherlich nicht aus Böswilligkeit oder Dummheit, wohl eher im Interesse der Regierenden." 
(Quelle»Da wird gelogen, was das Zeug hält«Junge Welt, 01.11.2012


 "Kopfsprung ins Seichte" (Die Zeit, 08.01.2004) 
 "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steckt in der Krise. Immer stärker bedrohen Kommerz und Politik die journalistische Unabhängigkeit. Der Bildungsauftrag ist bloß noch lästiges Beiwerk, das Programm wird flott banalisiert."

 "Sehen, was kommt" (Die Zeit, 24.06.2004) 
 "Zu viel Fernsehen macht dumm. Und wir Deutschen schauen mehr denn je."

 "Volkserziehungs-TV mit der 'Tagesschau'" (Spiegel Online, 28.12.2012) 
 (An dem Denkmal der Tagesschau ließe sich auch ohne den Unsinn von 'Systemtheorie' oder Habermas rütteln.)

 "Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts mindert ein bisschen den direkten Einfluss der politischen Parteien auf das Zweite Deutsche Fernsehen. Die strukturelle Staatsnähe wird der Sender jedoch nicht los."


Private Medien

 (Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft?)
"Nicht nur gibt es für PR die schon erwähnten Abgrenzungsprobleme zu Propaganda und Werbung, selbstverständlich und längst sind auch die Grenzen zwischen PR und dem Journalismus schwierig zu ziehen. Nach empirischen Studien von Barbara Baerns (1985) in Deutschland und René Grossenbacher (1986) in der Schweiz kann als gesichert gelten, daß Öffentlichkeitsarbeit die Medienberichterstattung weitgehend determiniert. Nahezu Zweidrittel aller in den Medien verbreiteten Meldungen kommen von außen, sind nicht selbständig recherchiert, sondern stammen aus Pressestellen von privaten und öffentlichen Institutionen und PR-Agenturen und werden einer Zeitungsredaktion von einem so genannten Medienservice »häppchengerecht« als fertige Artikel angeboten. 80% aller Nachrichten in den Medien stützen sich auf lediglich eine einzige Quelle, und genau diese entpuppt sich bei weiteren Recherchen als eben die Pressestelle, die diese Meldung in Umlauf gebracht hat. Die Symbiose Journalismus/PR gilt für den Konsumgüterbereich genauso wie für die Politik.
[...] Das institutionelle und finanzielle Machtverhältnis zwischen den beiden Größen PR und Journalismus verschiebt sich seit langem immer mehr zuungunsten des Journalismus. Der PR-Sektor wächst schneller als der Journalismus: In den USA gab es Anfang der neunziger Jahre rd. 160.000 PR-Praktiker, aber nur noch rd. 120.000 Journalisten. Leiden Journalisten in einem hochgradig durchrationalisierten Berufsfeld an billiger Konkurrenz durch Freiberufler sowie an Aktualitätsdruck im Berufsalltag und sind auf vorgefertigte Agenturmeldungen angewiesen, so kann die PR-Branche ihre Arbeit strategisch und langfristig vorbereiten, verarbeiten und nachträglich evaluieren. Spoon feeding (= abfüttern der Medien mit Informationen), spinning (= politische PR im Hintergrund) und whistleblowing (= jemanden in die Pfanne hauen) sind zum ganz alltäglichen Normalzustand des Journalismus geworden (Russ-Mohl 1999)." (Jörg Becker, Miriam Beham: "Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod", S. 17 f.; zitiert nach: www.heise.de/tp/foren/S-Re-Embedded-Journalism/forum-248890/msg-23114707/read) 

 "Weiche Themen, billige Texte" (Die Zeit, 15.09.2005) 
 "Das Niveau der regionalen Presse sinkt dramatisch. Wie die Freiheit der Information dabei zugrunde gehen kann, zeigt das Beispiel des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages in Flensburg." 


                                                                                * * *


Gedanken zur Zeit

Es ist leichter eine Lüge zu glauben, die man schon hundert mal gehört hat, als die Wahrheit, die man noch nie gehört hat.“ (Robert Staughton Lynd, 1892-1970)

Es ist mir aufgefallen, dass in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anführe, überhaupt einzugehen.(Günter Grass zur "Gleichschaltung der Meinung"; Spiegel Online, 05.04.2012)

Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. (Paul Sethe, zitiert nach Oskar Lafontaine

So etwas wie eine freie Presse gibt es nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. Nicht einer unter Ihnen würde sich trauen, seine ehrliche Meinung zu sagen. Die eigentliche Aufgabe des Journalisten besteht darin, die Wahrheit zu zerstören, faustdicke Lügen zu erzählen, die Dinge zu verdrehen und sich selbst, sein Land und seine Rasse für sein tägliches Brot zu verkaufen. 
Wir sind Werkzeuge und Marionetten der Reichen, die hinter den Kulissen die Fäden in der Hand halten. Sie spielen die Melodie, nach der wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben befinden sich in den Händen dieser Leute. Wir sind nichts weiter als intellektuelle Prostituierte." (John Swinton, ehem. Herausgeber der "New York Times" in seiner Abschiedsrede vor Kollegen; Originaltext in Englisch, ~1880 und eine Abwägung), übersetzt auf: finanzkrise-politik.de