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Bildung


Die WiF setzt seit ihrem Bestehen und zunehmend seit ihrem Eintritt in die Ratsversammlung auf die Verstärkung des bildungspolitischen Engagements in Flensburg ein. Wir begrüssen es, dass viele Politiker seit den Schließungsplänen ihrer Parteimitglieder in der Landesregierung diesen Weg mit uns beschreiten möchte.

Flensburg ist das Oberzentrum der norddeutschen und süddänischen Ebene. Flensburg bietet ideale Umgebungsparameter für eine optimale Bildungsentwicklung. Internationale Kooperationen sind vorrangig in unserer Stadt denkbar - denn wir sind das Tor nach Skandinavien und wir sind die Stadt der Zweisprachigkeit. Wir sind die Freunde unserer dänischen Nachbarn und unsere dänischen Freunde bilden mit uns eine starke Partnerschaft.

Ihre Ideen sind gefragt. In Flensburg zu leben, heißt sich zu beteiligen, damit wir alle gemeinsam mehr erreichen.

Bildungspolitik im ungeliebten Spagat

veröffentlicht um 16.06.2011 01:18 von Christian Dewanger   [ 16.06.2011 08:40 wurde aktualisiert. ]

Kommunale Bildungspolitik insgesamt, aber insbesondere auch hier in Flensburg, steht vor einem Dilemma. Zu einem erheblichen Teil werden die bildungspolitischen Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene getroffen. Bei deren Umsetzung werden die Kommunen dann aber gerne mal allein gelassen.
Flensburg ist für die Schulgebäude, Unterrichtsmaterialien oder Sozialpädagogen zuständig, nicht aber für die LehrerInnen. Mit der Ausweitung der Ganztagsschulen, den Inklusionsbemühungen und nicht zuletzt auch der modernen Didaktikentwicklung hin zu selbständigem und Gruppenarbeiten haben sich die Anforderungen an Materialien, Räumlichkeiten und pädagogische Unterstützung erheblich verändert. Diese Veränderungen kosten Geld, viel Geld. Geld, dass die Stadt aufbringen muss, obwohl sie es nicht hat. Aber es gibt keine besseren Investitionen als in die Ausbildung der kommenden Generationen. Darum ist die Flensburg hier besonders aktiv.
Nun aber kommt das Dilemma. Die Stadt Flensburg nimmt die Vorgaben aus Berlin und Kiel ernst, investiert in die Schulsozialarbeit, Materialien und die Räumlichkeiten. Trotz der eigenen Vorgaben zeigt Kiel nun aber an, dass unser Haushalt nur unter Zurückstellung der Bedenken genehmigt wird und wir weiter sparen sollen. Ihr Vorschlag: die Kosten pro Schüler senken... Angesichts der steigenden Zahlen an SchülerInnen mit Lern- und Entwicklungsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten, sozial prekären Lebenssituationen usw. kann dies jedoch keine ernsthafte Alternative sein. Für das Innenministerium und die Landespolitik scheinbar aber doch. Angesichts unseres strukturellen Haushaltsdefizites erscheint es allerdings schwer, den Bildungsbereich gänzlich auszuklammern, wenn wir den Haushalt in den Griff bekommen wollen.
Dieses Dilemma werden wir nur überwinden können, wenn entweder Kiel und Berlin ihre finanzielle Verantwortung für die Bildung ausbauen - Deutschland hat da im internationalen Vergleich durchaus Nachhohlbedarf - oder aber wir neue Wege finden, Materialausstattung und Sozialarbeit zu organisieren und zu finanzieren.

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