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4-Sterne-Hotel

Die Geschichte um ein luxuriös ausgestattetes Hotel in Flensburg hat sich zu einem Dauerthema entwickelt. Warum eigentlich? Man kann sich weder auf die Größe und, davon abhängig, auf einen Standort einigen. Einigen sind die Optionen, die seit Jahren real bestehen, irgendwie zu klein, und sie hoffen, dass ein möglichst großes Angebot sich auch eine große Nachfrage schafft. Wie aber passt ein groß dimensioniertes Hotel, das einige unbedingt am Hafen platzieren möchten, zur räumlich beengten Situation an den Fördeufern, zur bestehenden Bebauung und zum Bedürfnis der Bewohner der Innenstadt nach Naherholung? - Oberbürgermeister Faber berief schließlich eine Arbeitsgruppe "Standortempfehlung eines innenstadtnahen Tagungshotels" ein.(Mitteilungsvorlage HA-56/2013; Hauptausschuss am 22.10.2013)

Als Ergebnis der seit Herbst 2013 tagenden Arbeitsgruppe Tagungshotel wurden dem Planungsausschuss (SUPA) am 24.06.2014 mit der Vorlage SUPA-52/2014 zwei Standorte für ein Hotel präsentiert: Am Ballastkai nördlich vom Werftkontor (siehe auch "Versuch 3.1" weiter unten) sowie am Carlisle-Park im Bahnhofsumfeld. Der SUPA debattierte, ob zu diesem Stadium bereits Planungsrecht geschaffen werden sollte, noch bevor alle Fragen zum jeweiligen Grundstück durch andere Gremien beantwortet wurden. Schließlich wurde der Vorlage mehrheitlich zugestimmt, so dass nun auf eine Entwicklung gehofft und vielleicht auch gebaut wird. Der Wert des Ergebnisses der ehrenamtlichen Arbeit der AG Tagungshotel wurde durch die parallel ausgelobten Projekte eines Hotels an der Galwik und schließlich auch noch am Rathausvorplatz nicht unbedingt unterstrichen. 

Am Silvestertag 2014 verkündete das Tageblatt: "2015 wird das Jahr der Hotels". Sollte sich diese Prophezeiung erfüllen, dann wird 2015 auch das Jahr der Themensuche für die Flensburger Kommunalpolitik. Welches andere Bauprojekt außer einem Hotel, wozu es stets viele Meinungen und Interessenten aber, dies ergaben Nachfragen der WiF, nur wenig valide Nachfrage-Daten gibt, wäre zukünftig ebenso geeignet, immer wieder neue Bauvorhaben auf öffentlich interessanten Grundstücken anzustoßen? 

Das Neueste von der unendlichen Hotel-Geschichte aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z: 
10.07.2015: "Sonwik - Grünes Licht für Hotel und Wasserhaus" 
03.06.2015: "Hotel-Boom geht weiter: Jetzt Sonwik" ("Betreiber des Hotels 'Altes Stahlwerk' in Neumünster wollen aus Haus 2 ein Wellness-Hotel machen"
17.11.2014: "Tagungshotel: Kiel plant jetzt mit" (Rathaushotel: "WiF und Linke sehen Ungereimtheiten in Verfahren und Preisfindung und schalten die Kommunalaufsicht ein."
12.11.2014: "Mehrheit futsch: Hotel am Brauereiweg scheitert"("CDU knickt ein und versagt die Zustimmung"); "In der Galgenbucht"[Kommentar]; "Hotel-Projekt ging in 2. Lesung 'baden'"(Flensborg Avis) 
07.11.2014: "Klare Worte von der Wasserkante" ("Metaller-Kundgebung gegen das geplante Hotel im Industriegebiet / 500 demonstrieren mit Fahnen und Pfeifen"
30.10.2014: "Freie Bahn für die Neumarkt-Türme"; "Für Hotel-Turm am Rathaus"(Flensborg Avis) 
28.10.2014: "Neumarkt: Hotel mit zwei Türmen"; "Das Neustadt-Hotel (Galwik) wackelt" (SPD+Grüne linientreu, CDU schwankt
26.06.2014: "Statt Silos ein Hotel am Hafen?" ("Arbeitsgruppe schlägt Ballastkai und Carlisle-Park als mögliche Standorte vor"
28.04.2014: "Hotel-Standortsuche nimmt Fahrt auf" (Werden nun stadteigene Brachen entwickelt oder wird über privates Eigentum spekuliert, das erst von Unbekannt gekauft werden müsste?
18.01.2014: "Hotelpläne im Herzen der Industrie" (nahe Galwik)  
28.11.2013: "Neues Gesicht für den Neumarkt" ("Der Coup: Ein Hotel direkt am Rathaus"
18.10.2013: "Nächste Runde im Hotel-Marathon" (Arbeitsgruppe soll Vorschlag machen; siehe: Mitteilungsvorlage HA-56/2013)


06.04.2013
Historisches Osterei 
Obgleich ein Investor für ein Hotel an der Hafenspitze "noch nicht in Sicht" sei (Fakt!) und obgleich ein Hotelprojekt an der Alten Post entsteht (Fakt!) und eines am Ballastkai entstehen könnte (Fakt: ein Investor wäre vorhanden) - wenn Planungschef Dr. Schroeders dies wollte -, dient ein "historischer Hafenblick" ans Ostufer dazu, einen "nächsten Wandel" anzukündigen, der zwar bisher ohne Mehrheit ist, aber vermutlich Autor G. Nowc einleuchtet: "Jetzt deutet sich erneut ein tiefgreifender Wandel an: mit einem möglichen Hotelstandort an den Kieler Anlagen.(...) Um Platz für ein Hotel mit Nebengebäuden zu schaffen, wird möglicherweise der östliche, längst stillgelegte Bahndamm abgerissen."("Das Ostufer vor dem nächsten Wandel"; Flensburger Tageblatt, 06.04.2013) 
Ohne Investor und ohne politische Mehrheit sowie mit Absehen vom angekündigten Projekt in der Alten Post und besserer Alternativpläne (Ballastkai) wird eine Veränderung in der Stadtmitte angekündigt. Angeblich sei es "ein neues, großes Hotel, das die Stadt dringend gebraucht hätte", was aber eine Wählergemeinschaft WiF verhindert habe.(a.a.O.) Abgesehen vom ausstehenden Beweis für den unerfüllten Luxusbedarf, ist es zuviel der Ehre, einer jungen Wählergemeinschaft zuzutrauen, bereits kurz nach ihrer Gründung die Meinung einer Ratsmehrheit im Mai 2007 grundlegend zu verändern. Die Einsicht, dass ein Hotel auch ins Stadtbild und zu Flensburg passen muss, kann auch der damaligen Mehrheit zugetraut werden. Wie es tatsächlich zum Meinungsumschwung kam, ist eine längere Geschichte

Was tat die WiF? (2008-2013)
4-Sterne-Hotel: Gäste zahlen für Ruhe, nicht für Trubel.
Die WiF lehnte eine gewaltige Hotelplanung an zentraler Stelle ab und wird dies auch weiterhin tun. Ein Hotel mit teuren Zimmern muss eine Lage haben, welche Flensburgs Schönheit achtet und mit den Bürgern harmoniert, die sich gerne am Hafen treffen und dort feiern. Hafenspitze und Ostufer bis "Klarschiff" bzw. Lautrupsbach taugen nicht zum Hotelbau, sondern dienen den Innenstadtbewohnern als ihr Naherholungsraum!



08.02.2013
Ein ****-Sterne-Hotel muss auch zu Flensburg passen! 

Flensburg braucht ein hochwertiges Hotel – der Auffassung sind nicht wenige Bürger unserer Stadt. Der Oberbürgermeister (OB) zählt dazu. Auch er hat sich gefragt, wo es stehen soll, und welche der führenden Hotelketten an den in Frage kommenden Standorten interessiert wäre. Also investierte er aus seinem frei verfügbaren Etat fünfstellig in ein Gutachten. Ein dänischer Architekt präsentierte dem Haupt- und dem Planungsausschuss am 25.09.2012 einen aus seiner Sicht attraktiven Hotelstandort: Die Hafenspitze.(Zusammenfassung des Hotelgutachtens)

Viele Flensburger nutzen die Hafenspitze als Ort für Begegnungen und zur Naherholung. Der Entwurf des Architekten fügt dem etwas zu: Ein über 200 Meter langes Gebäude, dass trotz der Länge stellenweise 15 Meter hoch aufragt. 
Was halten die Flensburger von solch einem Objekt an ihrer Hafenspitze? Der OB deutete seine Idee auf dem Neujahrsempfang am 13.01.2013 an ("Flensburg als Großstadt der Region"; Flensburger Tageblatt, 14.01.2013), erwähnte aber nicht, ob er eine Bürgerbefragung durchführen will. Diese fordern wir unbedingt, bevor noch mehr kommunales Geld ausgegeben wird! 

Wir sind gegen ein Hotel an der Hafenspitze, denn wir wollen, dass die Naherholung der Flensburger an der Hafenspitze bestehen bleibt und die malerische Kulisse des Flensburger Ostuferhangs erhalten wird! Die Planung muss erstrangig die Interessen der Flensburger abwägen und zweitrangig die der Investoren und ihrer Gäste. Den Gästen sollte man nicht den verkehrsreichsten Standort der Innenstadt anbieten – es sei denn, man will das Konkursrisiko des Hotels erhöhen, wofür auch die Verdoppelung der Zimmerzahl von 80 (Fördehotel, 2007) auf 160 Zimmer spricht. 

Andere, ruhigere Standorte, die sich besser ins Stadtbild integrieren lassen, sollten präsentiert werden! Ein Standort erfüllt diese Kriterien bereits. In die Umgebung nahe den Hafen-Silos ließe sich ein Hotel störungsfrei einfügen, und es gibt dafür auch bereits einen Hamburger Investor. Der befindet sich bei unserer Verwaltung aber anscheinend nur in der Zwischenablage. Hierbei könnte der OB ein adäquat proportioniertes Projekt mit ökonomisch guten Voraussetzungen zu gründen. Er müsste dafür nur die Zwischenablage seiner Planungsabteilung aufräumen. Der Investor wäre, wie wir von ihm erfuhren, sogar bereit, sein Bauvorhaben von der Zustimmung der Bürger abhängig zu machen – ein Selbstverständnis, dass Kunden- mit Bürgernähe aussöhnt und dass in Flensburg nicht Ausnahme bleiben, sondern zur Regel werden sollte! 

200 m lang & 15 m hoch = das Ende des Ostufer-Panoramas

* * *

Mitte Januar 2013 befragte die IG Ostufer die Ratsfraktionen nach ihrer Einschätzung des vom OB erwogenen Hotelstandorts nahe der Hafenspitze. Am 26.03.2013 veröffentlichte die IG die Auswertung der Antworten der Fraktionen



Zur Historie der Versuche 2005-2014

Von der Suche nach einem repräsentativen ****Hotel 
Seit 2005 werden Standort und Investor gesucht - aber nicht gefunden

Die Suche nach einen übergeordnet repräsentativen Hotel sollte sich im malerisch gelegenen Flensburg zu einer unerwartet langen Geschichte entwickeln. Es sollte ein Anlauf mit mehreren Versuchen werden. In Flensburg stehen anscheinend kaum Hotelzimmer für über 100 Euro pro Nacht zur Verfügung, weshalb solvente Gäste ins Umland auswichen, z. B. nach Glücksburg. Für Konservative war bzw. ist das Fehlen eines 4-Sterne-Hotels in Flensburg ein wiederholt beklagtes Problem.


Versuch 0.5: Ein Hotel an der Harniskaispitze? (2005/2006) 
Im Herbst 2005 war das Gelände an der Harniskaispitze für den Bau eines Hotels in der Diskussion. Zum damaligen Zeitpunkt war die Planung noch mit einer Erneuerung des Hallenbades verknüpft, das schließlich 2008 am Campus errichtet werden sollte. Doch im Januar 2006 wurden die Hotel-Pläne entflochten und zumindest an der Harniskaispitze aufgegeben. Das Tageblatt berichtete damals: 
"Vier denkbare Standorte hat OB Klaus Tscheuschner für das neue Hallenbad genannt. Für den Bau auf der Harniskaispitze gibt es bereits weit gediehene Verhandlungen mit einer Flensburger Investorengruppe, die dort zudem ein Kongresshotel errichten will. Doch diese Pläne liegen nun auf Eis. Denn die Politik beschloss mehrheitlich, das Planverfahren durch einen Europa weiten Wettbewerb für auswärtige Investoren zu öffnen."(Flensburger Tageblatt, 21.01.2006) 

Hallenbad und Hotel für die Harniskaispitze
Der Plan für die Bebauung der Harniskaispitze steht. Doch diese Vorarbeit lokaler Investoren und der Verwaltung könnte umsonst gewesen sein. SPD, SSW und Grüne wollen einen offenen Wettbewerb.

Flensburg - "Wir waren auf einem sehr guten Weg", sagt Dr. Peter Schroeders. Damit meint der Chefplaner im Rathaus die Strukturen, die die Stadtplanung in den vergangenen Monaten mit einer Flensburger Investorengruppe für die Harniskaispitze entworfen hat. Doch dieser gute Weg nahm Ende November vorigen Jahres ein jähes Ende - durch eine mehrheitliche Zustimmung des Planungsausschusses zum Antrag der Grünen, das Projekt Europa weit auszuschreiben.
Diese Kehrtwende der Politik habe den Stadtplaner sehr überrascht. "Ich kann nicht verstehen, warum dem Vorschlag der Verwaltung, mit den lokalen Investoren weiter zu arbeiten und ihnen die Grundstücke an die Hand zu geben, nicht gefolgt wurde", sagt Schroeders. Den Grundstücksverkauf lehnte - nach der Absage im Planungsausschuss - der Finanzausschuss ab. Beide Beschlüsse wurden nicht öffentlich gefällt.
Ob auf dem Filetgrundstück gegenüber der Werft nun die Kulisse entstehen wird, die durch eine erhebliche Vorarbeit entwickelt wurde, ist fraglich. Das Konzept der Gruppe, der unter anderem die Bauunternehmer Herman Densch, Torsten Koch und Hermann Höft angehören, sieht für die Harniskaispitze den Bau eines Kongresshotels, eines Hallenbades und einer Brücke am Zugang zum Freihafen vor. Dieses Ensemble sollte zunächst im Rahmen eines Vorhaben- und Erschließungsplans entwickelt werden. Gespräche hat die Stadt zudem mit der Stuttgarter Unternehmensgruppe Deyle geführt, die derzeit in Glücksburg das 14 Millionen Euro teure Erlebnisbad baut und danach auch betreiben wird.
Das Flensburger Hallenbad soll in Form einer Public Private Partnership (PPP) gebaut und betrieben werden. Der Betrieb und das damit verbundene finanzielle Risiko würde nach diesem Modell nicht bei der zwar finanziell beteiligten Stadt, sondern den Investoren liegen.
"Wir stehen voll hinter der Linie der Stadtplanung und bedauern sehr, dass mit den lokalen Investoren nicht weiter gearbeitet werden kann", sagt Hans-Joachim Wnuck für die CDU-Fraktion. Dagegen steht Rolf Helgert, Chef der SPD-Fraktion, voll und ganz hinter der offenen Ausschreibung. "Je mehr Investoren und Vorschläge es gibt, desto besser kann dies nur für die Harniskaispitze sein", meint er. Ein weiterer Grund, der die SPD zur Zustimmung zum Grünen-Antrag bewogen hat, sei die laut Helgert "unglückliche Vorbereitung" des Projekts. Das bereits fortgeschrittene Planungsstadium zwischen Stadt und Investoren habe "sehr überrascht".
Die entscheidenden Stimmen für eine große Ausschreibung kamen vom SSW. "Wir haben gewisse Vorbehalte dagegen, dass in Flensburg immer von demselben kleinen Kreis geplant und gebaut wird", sagt Fraktionschef Gerhard Bethge. Deshalb wollte man auch auswärtigen Investoren die Chance geben, ihre Idee zu präsentieren. "Gerade für das Ostufer, das uns besonders am Herzen liegt", so Bethge.
("Hallenbad und Hotel für die Harniskaispitze"; Flensburger Tageblatt, 21.01.2006) 

Harniskaispitze: Als Hotelstandort früh ausgeschieden      (c) Microsoft

Die Haltung der Ratsfraktionen war, bezogen auf eine weite Ausschreibung, nicht zu beanstanden. Anscheinend hatte man Bedenken gegenüber "dem Vorschlag der Verwaltung", insbesondere wegen des "bereits fortgeschrittene[n] Planungsstadium[s] zwischen Stadt und Investoren", was zwar die CDU schätzte, bei dem sich andere Fraktionen aber übergangen fühlten. Dass das Ostufer dem SSW "besonders am Herzen" liege, war zwar Programminhalt, sollte sich aber nur noch einmal zeigen: Beim "Versuch 1.0", dem Fördehotel Ballastkai, nicht aber bei dessen Ersatzprojekt "Klarschiff"





Versuch 1.0: Ein alles überragendes ****Hotel am Hafen-Ostufer (2005-2007) 
Im Jahr 2005 entstand parallel zur Harniskaispitze noch eine weitere Planung für das Grundstück des Kailagerhauses II, das direkt auf der Lautrupsbachmündung am Hafen-Ostufer thronte. Es reiften Pläne, auf das verhältnismäßig kleine Grundstück, das einen guten Panoramablick versprach, ein 4-Sterne-Hotel zu bauen.("Pläne für ein Spitzenhotel am Hafen"; Flensburger Tageblatt, 19.04.2005) Die knappe Grundfläche führte zu einem Gebäudeentwurf, der die nähere Umgebung weit überragt hätte: Dem "Fördehotel".("Ein Bronze-Trio für den Ballastkai"; Flensburger Tageblatt, 24.01.2006) Die Absicht, den Entwurf zu realisieren, scheiterte zunächst an einem seltenen Ereignis: Der geänderten Haltung von drei Ratsfraktionen.("Ausschuss kippt Planung für das Hotel am Hafen"; Flensburger Tageblatt, 27.09.2006) Konservative Kräfte wollten die Planung jedoch fortsetzen, so dass die Pläne zur Auslegung kamen; eine Bürger-Befragung wurde jedoch abgelehnt.("Hafen-Hotel: Bürger-Befragung abgelehnt"; Flensburger Tageblatt, 25.11.2006. "Ein Hafenhotel, ein Meermuseum und drei Giebel"; Flensburger Tageblatt, 20.12.2006) Daraufhin formierte sich eine IG Ostufer und mobilisierte Widerstand in der Bevölkerung in bisher unbekannter Intensität, so dass die Politik Anfang Mai 2007 von dem Projekt endgültig abrückte.("Aus für das Hotel am Hafen"; Flensburger Tageblatt, 09.05.2007. "Terror-Kampagne gegen die Hotel-Befürworter"; Flensburger Tageblatt, 02.06.2007) Das hinterließ Spuren.("Hotel-Investoren verlieren Vertrauen in die Politik; Flensburger Tageblatt, 14.06.2007) Die politisch maßgeblichen Kräfte gestatteten dem Investor, ihre Versprechen erfüllend, schließlich Anfang 2008 ein alternatives Bauprojekt: "Klarschiff", ein Büro- und Wohngebäude mit Luxuswohnungen. Zustimmung aus der Bevölkerung gab es weder für ein Hotel noch für das Gebäude "Klarschiff" am Hafen-Ostufer, auch mehrere Tausend Unterschriften fanden keine Beachtung. 
Die WiF erzielte einen großen Erfolg bei der Kommunalwahl im Mai 2008, den die etablierte Tageszeitung kurz nach der 1. Sitzung der WiF-Ratsfraktion übertrieben betitelte: "Die Hotel-Rebellen sind an der Macht"(Schleswig-Holstein am Sonntag, 22.06.2008) 

    
Gewaltige Hotelplanung, ca. 36 m hoch  (links die "Fischperle")           Investor G. Theilen  &  Bauunternehmer H. Höft     (c) sh:z 


Das knapp hundert Jahre alte Kailagerhaus wurde, während gleichzeitig potentielle Standorte geprüft werden sollten ("Flensburg auf dem Hotel-Prüfstand"; Flensburger Tageblatt, 05.08.2008), schließlich Ende August 2008 abgerissen, um Platz für den Bau des wuchtigen Gebäudes "Klarschiff" zu schaffen. Trotz wiederholter Ankündigungen sollte das Projekt "Klarschiff" aber nicht 2011, sondern erst 2013 fertig gestellt werden. Das Projekt wurde auf labilem Baugrund unmittelbar über der Lautrupsbachmündung realisiert. Drei Jahre lang konnten Bürger und Touristen eine Brachfläche bestaunen. Von den Ratsfraktionen war es lediglich die WiF, welche die Umsetzung der Planung kritisierte, bei der sogar die Umsetzung einer Zufahrtsstraße keines weiteren politischen Beschlusses bedurfte. 




Das Scheitern des "Fördehotels" bedeutete weiterhin ein knappes Angebot in Flensburg, zumal die Zahl der Übernachtungen bis Ende Juli 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zugenommen hatte, weshalb ein Experte der IHK für Tourismus forderte, neben einem 3- oder 4-Sterne-Hotel in Innenstadtnähe auch ein größeres Hotel in attraktiver Außenlage zu errichten.("'Flensburg braucht zwei neue Hotels'"; Flensburger Tageblatt, 29.10.2007) Aber die Entwicklung stockte, wie z. B. am Kayser's Hof an der Schiffbrücke, die nur "Ideenskizze" war.("Gutachten: Flensburg ist gut für First-Class-Hotel"; Flensburger Tageblatt, 20.12.2007) Auch 2008 sollten sich Hoffnungen nicht erfüllen. 
Zwischenzeitlich waren die Auswirkungen der Finanzkrise und vielleicht auch das Ende der Flensburger Sparkasse (30.06.2008) für Investoren spürbar. Die Suche der Verwaltung nach Standorten für eine mögliche Hotelansiedlung ging jedoch weiter, wie die Vorlage HA-37/2008 und ein Übersichtsplan ausweisen. Eine Düsseldorfer Beratungsfirma hatte im Auftrag der Stadt für ein oder zwei neue Hotels eine Auflistung von 15 möglichen Standorten erarbeitet, die dem SUPA am 02.09.2008 vorgestellt wurde.("15 mögliche Standorte für ein Hotel"; Flensburger Tageblatt, 04.09.2008) 

   Wo finden Standort, Bürgerwille und Investor zusammen?



Versuch 2.0: Ein ****Hotel an der Schiffbrücke am 'Kayser's Hof' (2008) 
Bereits im Sommer 2006 war für die Schiffbrücke 30-32 für den "Neubau eines Hotels" das gemeindliche Einvernehmen erteilt worden (UPLA-39/2006; UPLA, 20.06.2006). Pläne mit Investoren wurden gemacht.("10 Millionen für die Schiffbrücke"; Flensburger Tageblatt, 14.10.2006) Zwei Jahre später sollte mit der Vorlage UPLA-34/2008 (Ansichten; Lageplan) ein erweiterter Antrag für die Bebauung von Schiffbrücke 30-36 gestellt werden. Zunächst schien der Weg aussichtsreich: Der Bauherr und Investor des Projektes Um- und Neubau eines Hotels an der Schiffbrücke, Kay-Uwe Jensen, "bezeichnet es als sein Lebenswerk und ist sich sicher, dass nach Fertigstellung des Komplexes das Hafengebiet eine andere, bessere Prägung erfährt."(UPLA, 27.05.2008. "Kaysers Hof: Baubeginn noch dieses Jahr"; Flensburger Tageblatt, 29.05.2008) Auf der Sitzung stellte der Bauherr in Aussicht, dass "das Hotel mindestens 4 Sterne aufweisen wird".(a.a.O.) In der folgenden Sitzung fand das Projekt "allgemein positive Resonanz", und der Investor versicherte, "dass alle Zusagen eingehalten werden"; das gemeindliche Einvernehmen erfolgte einstimmig.(UPLA, 10.06.2008. "Ausschuss gibt grünes Licht für Kaysers Hof"; Flensburger Tageblatt, 11.06.2008) Der Ausschuss wog eine schnelle Genehmigung gegen die Bürgerbeteiligung ab. Auf einer Bürgerversammlung zum Hotel-Projekt Kayser's Hof mit 165 Zimmern erhielt der Bauherr "Rückenwind für seine Pläne", während der Architekt warnte, dass der Entwurf bereits einen Kompromiss darstelle und sich die Rentabilität des Projekts in einem "Grenzbereich" bewege.("Hotel-Pläne: Rückenwind von Bürgern"; Flensburger Tageblatt, 07.06.2008) 

  
        Schiffbrückenansicht des Hotels, Entwurf UPLA-34/2008                      Fassade hinter der Schiffbrückenfront                           (c) Krebs


   
 Alternativvorschlag zum Fördehotel: IG Ostufer, Zeitung #2, Jan. 2007      2006: Kayser's Hof aus der Luft, Alexandra an der Pier     (c) Microsoft

Um die Pläne war es ruhig geworden. Also fragte das Tageblatt Ende 2008 im Interview mit dem damaligen Oberbürgermeister Tscheuschner nach. OB Tscheuschner informierte: "Es liegt eine Bauvoranfrage des Eigentümers der Immobilie vor, die von uns positiv beschieden wurde. Wir haben damit als Stadt die Voraussetzungen geschaffen, dass hier ein Hotel entstehen kann. Jetzt liegt es an dem Eigentümer, die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, also Investoren und Betreiber zu finden."("99 Prozent Arbeitskraft für Sparkasse"; Flensburger Tageblatt, 30.12.2008) 
2008/09 hatte die Weltfinanzkrise den Rückzug dänischer Investoren bewirkt, aber im Sommer 2009 deutete sich ein Kontakt nach St. Petersburg an, sagte Jensen, der einen "Baubeginn in 2010" anpeilte.("Kayser's Hof: Funkeln bald vier Sterne?"; Flensburger Tageblatt, 04.08.2009) Ende 2009 stellte das Tageblatt allerdings im Interview mit dem OB fest, dass der "Kaiserhof" langsam zu einem Problem für das Stadtbild werde.
Im Interview erklärte OB Tscheuschner: "Die im Sommer 2008 positiv beschiedene Bauanfrage für ein Hotel gilt noch bis Juni 2011. So lange hat der Eigentümer Bestandsschutz. Wenn sich in dieser Zeit nichts tut, werden wir städtische Maßnahmen prüfen."("Wir sind gut beraten, den Rotstift im nächsten Jahr sensibel anzusetzen"; Flensburger Tageblatt, 31.12.2009) 
Im Sommer 2010, zwei Jahre nach dem Beschluss, wurde der Verfall der Gebäude zunehmend sichtbar. Jensen führte zwar Gespräche mit zwei Interessenten, aber Eigentümer der Immobilie war inzwischen die Nospa.("Kayser's Hof - die Uhr tickt..."; Flensburger Tageblatt, 24.06.2010). Ein Hotel sollte an der Schiffbrücke vorerst nicht entstehen, da im Oktober 2010 die Pleite des Investors bekannt wurde.("'Kaysers Hof'. Jensen pleite: Aus für Hotel?"; Flensburger Tageblatt, 27.10.2010) 
Auch 2011 war kein Fortschritt erkennbar: "Das Gebäude-Ensemble an der Schiffbrücke verkommt immer mehr und kann nur noch als Schandfleck bezeichnet werden. Die Insolvenz des Besitzers Kay-Uwe Jensen liegt bald ein Jahr zurück. Immer noch wird ein Investor für ein Hotel gesucht, doch auch eine Wohnnutzung sei denkbar, so [Thomas] Hansen [Sprecher, Planungsbereich Stadt Flensburg]. Wichtig sei jedoch immer auch die zusätzliche Schaffung von Parkraum - also ein weiteres Parkhaus für die Innenstadt? Diese Idee ist noch nicht vom Tisch."("Flensburg. Von Baulücken und Schandflecken"; Flensburger Tageblatt, 09.08.2011) 
Und 2012: "...jetzt wird die Stadt aktiv: Sie sichert sich ein besonderes Vorkaufsrecht. Der Planungsausschuss stimmte gestern einem entsprechenden Antrag des Fachbereichs zu."("Fuß in der Tür vom 'Kayser's Hof'"(Flensburger Tageblatt, 28.03.2012) 

Die Gebäude verfielen leider weiter - obwohl sich die Politik einst einig gewesen war und Unterstützung erfuhr. Es fehlte das Kapital bzw. ein Investor. Wie die Gebäude aussahen und aussehen, zeigt auch die Seite eines Kleinunternehmers, der um die Jahrtausendwende in dem weißen Fachwerkhaus die Kneipe "Kult" betrieb: Kayser's Hof Flensburg (extern). 

   
  Jahrelanger Leerstand und Verfall in Top-Lage.              27.10.2012

Im Herbst 2013 verdichteten sich die Anzeichen, dass das Hafenquartier nun wieder bessere Zeiten sehen könnte.(siehe weiter unten unter "Praxis 1.1")


Versuch 2.1: Ein ****Hotel in der Kelmstraße (2009) 
"Flensburg hat ein neues Hotel-Projekt: Aus der früheren Klinik-Ost in Mürwik soll das "Hotel Kelmpark" werden. Die erste Präsentation stieß rundweg auf gute Resonanz."("'Kelmpark-Hotel' in alter Klinik-Ost"; Flensburger Tageblatt, 05.02.2009) Der Investor befürchtete einen Verdrängungswettbewerb unter den Hotels, sollte die Stadt zu viele neue Projekte beginnen.("Hotel-Pläne: Kritik am Schlichtbau wird lauter"; Flensburger Tageblatt, 06.03.2009) Das gemeindliche Einvernehmen für die Bauvoranfrage wurde zwar vom Ausschuss ohne Gegenstimme erteilt, verwirklicht wurden die Pläne jedoch nicht. 

Am 17.04.2013 titelte die Moin Moin "Der Spuk hat ein Ende" und berichtete, dass in dem alten Gebäude nun Seniorenwohnungen entstehen sollen. 

   
Malerisch: Alte Klinik-Ost an der Kelmstraße in Mürwik (2006)                Entwurf bbp:architekten bda      (c)

 Seniorenwohnungen im Wartestand? - Blick auf die alte Klinik-Ost vom Weg in Richtung Sonwik, der ein Teil des Grünen Hufeisens sein könnte. 

Für die altehrwürdige Klinik scheinen neue Zeiten anzubrechen: Eine Seniorenwohnanlage mit 25 Wohnungen.("Neue Ideen für die alte Klinik-Ost"; Flensburger Tageblatt, 11.12.2013) 
Bauanfrage für das "Ehemalige Marinelazarett / Klinik-Ost" in der Kelmstraße 25: Die Öffentlichkeit konnte ihre Bedenken an den SUPA bis zum 02.01.2014 einreichenFür die ehrwürdigen Gebäude werden dann aber neue Pläne publik: "Ein Unternehmen aus Hannover übernimmt das alte Krankenhaus... und plant Eigentumswohnungen.("Klinik-Ost: Neuer Investor - neue Pläne"; Flensburger Tageblatt, 28.08.2014) Der Baubeginn für bis zu 80 Wohnungen soll 2016 sein.("Wohnen hoch über dem Osbektal"; Flensburger Tageblatt, 27.03.2015) Der Baubeginn sollte sich jedoch verzögern.("Schwammbefall verzögert Baubeginn"; Flensburger Tageblatt, 23.08.2016) 


Versuch 2.2: Ein ***Hotel am Brauereiweg (2009)
Als eine Eintagsfliege entpuppte sich die Planung eines Hotels mit drei Sternen am Brauereiweg.("Hotel mit Sportkomplex am Galwik-Hafen"; Flensburger Tageblatt, 05.03.2009) Die Gestaltung hatte jedoch ein Manko: "Da die künftige Betreiberkette genaue Vorgaben für die Architektur bis hin zur Fassadenfarbe mache, habe mein keinen Einfluss auf diese Frage", erklärte der Hamburger Investor gegenüber dem Plan-Treff.("Hotel-Pläne: Kritik am Schlichtbau wird lauter"; Flensburger Tageblatt, 06.03.2009) Eingewendet wurde, dass das Gebäude auch die Silhouette des Westufers prägen würde.(a.a.O.) 

    
Entwurf eines vierstöckigen Drei-Sterne-Hotels             (c) Kroll      Planskizze 

Die Pläne der amerikanischen Hotel-Kette wurden letztlich nicht realisiert und der Rückzug mit der Finanzkrise begründet.("Kein Holiday-Inn am Brauereiweg"; Flensburger Tageblatt, 26.08.2010) 


Versuch 2.3: Ein ****Hotel in der Nähe des Nordertors (2010) 
Projekt "Skole Gaarden", Duburger Straße 8, 10-12 & 14, "ein Hotel der gehobenen Touristenklasse mit etwa 130 Zimmern", vorgestellt im SUPA am 05.10.2010: "Und noch ein potenzieller Hotel-Standort für Flensburg: Ein bislang unbekannter Investor liebäugelt mit der keilförmigen Fläche zwischen Duburger Straße und Gartenstraße in unmittelbarer Nähe von Nordertor und Phänomenta."("Ein Hotel für das Nordertor"; Flensburger Tageblatt, 07.10.2010) Die Hamburger Projektgemeinschaft "Skole Gaarden" präsentierte das Hotel- und Wohnbauprojekt im Sanierungstreff Neustadt und konnte dabei auch überzeugen. Auf dem östlichen Teil der Fläche sollten "45 bis 50 Wohnungen in unterschiedlichen Größen" entstehen, während auf der westlichen Teilfläche ein Hotel mit etwa 125 Zimmern vorgesehen war. Die ehemalige Schule in der Duburger Straße 14 sollte mit eingebunden werden. Die Umsetzung war für 2012 anvisiert.("Schlüsselprojekt für die Neustadt"; Flensburger Tageblatt, 08.10.2010) Man wollte im Januar 2011 starten.("Grünes Licht für ambitioniertes Bauprojekt"; Flensburger Tageblatt, 18.11.2010) Das Projekt war auch 2013 Thema beim Sanierungstreff.("Großes Interesse an Neustadt-Plänen"; Flensburger Tageblatt, 16.08.2013) 

   
"Skole Gaarden': Grundstück an der Ecke zwischen Duburger Straße und Gartenstraße                                          (c) Microsoft

2015 schließlich sollte die Gewoba Nord damit beginnen, zwischen Duburger Straße und Gartenstraße insgesamt 120 Wohnungen, davon 27 im sozialen Wohnungsbau, zu bauen.("25 Millionen für den Schulgarten"; Flensburger Tageblatt, 19.12.2015) Die Grundsteinlegung für das Investitionsvolumen von 16 Mio. Euro erfolgte im März 2016.("Die Gartenstraße erblüht"; Flensburger Tageblatt, 19.03.2016) 


Versuch 2.4: Ein ****Hotel in einer ehemaligen Kaserne (2010) 
Zwischenzeitlich war ein Gebäude im ehemaligen Marinestützpunkt, d. h. in Sonwik im Gespräch. Für die frühere "Bonte-Kaserne" beschloss der SUPA sogar bereits eine Planänderung.("Hotel für Haus 9 in Sonwik?"; Flensburger Tageblatt, 04.11.2010) 


Versuch 3.0: Ein ****Hotel am Hang des Lautrupsbaches (2011) 
Die Frage nach dem 4-Sterne-Hotel in Flensburg war damit noch immer nicht beantwortet. 2011 kam auch der Hang am Lautrupsbachtal in die Diskussion, und es wurde sogar ein Beschluss gefasst: 

Berichte aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z: 
06.09.2011: "Hotel nicht ohne Eingriffe ins Grün" ("Machbarkeitsstudie hält Standort für geeignet"
04.10.2011: "Hotel-Quintett auf der Expo Real" (Flensburg wirbt auf Münchner Messe mit 5 Hotel-Standorten: Schiffbrücke, Hallenbad, Duburger Straße, Brauereiweg, Lautrupsbach

   
Ballastkai und Lautrupsbachhang: Logistische Fragestellungen                                             (c) Microsoft 

Die Frage der Zuwegung des Hotels am Hang konnte nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Die Ratsversammlung fasste dennoch am 01.09.2011 mit Vorlage RV-90/2011 einen Aufstellungsbeschluss für ein "Hotel am Lautrupsbach". Ein Investor konnte bisher nicht gefunden werden. 

Die WiF hatte zur damaligen Zeit eine kleine Umfrage geschaltet: 

 WiF-Umfrage zum Standort für ein Hotel

  Der Dauerbrenner: Das 4-Sterne-plus-Hotel für Flensburg: 


Machen Sie mit und nehmen Sie sich 2 Minuten 
Zeit für unsere WiF-Umfrage zum 
neuen "Hotel am Lautrupsbach" >>>

 



Versuch 3.1: Ein ****Hotel am Ballastkai (2011/2012)
Ohne Investor wird jedoch kein 4-Sterne-Hotel gebaut werden, weshalb wiederum ein Hotelbau direkt am Hafen diskutiert wurde. Dieser Vorschlag kam jedoch nicht von der Verwaltung, sondern von Investoren selbst, die bereits Grund und Boden am Ballastkai erworben hatten. Geplant wurde ein Büro-Hochhaus als Bau in der Lücke zwischen Werftkontor und Raiffeisen-Silos.("Achtstöckige Fortsetzung für das Werftkontor"; Flensburger Tageblatt, 12.11.2009) Man musste davon ausgehen, dass Raiffeisen weiter produzieren würde.("Raiffeisen setzt auf Flensburgs Hafen"; Flensburger Tageblatt, 23.10.2009) Über eine Parkpalette konnte keine Einigung erzielt werden, und als andere Hotelpläne nicht verwirklicht wurden, wurde das Bürohaus als ein Hotel skizziert, welches sich offensichtlich gut in die nähere Umgebung einfügen würde. Eigentlich hätte die Planungsabteilung der Verwaltung erfreut sein müssen angesichts der Investoren-Initiative, die Flensburgs so vermeintlich dringendes "Problem" hätte lösen können. Sie war es aber nicht, und so blieb ein Hotel am Ballastkai vorerst "ein charmantes Denkmodell": 

Berichte aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z: 
12.11.2009: "Achtstöckige Fortsetzung für das Werftkontor"
03.12.2011: "Hotel am Ballastkai: Ein charmantes Denkmodell
05.01.2012: "Hightech und Hotels für den Hafen
05.10.2012: "Das Ballastkai-Hotel kehrt zurück"

 Lücke zwischen Silos und Kontor am Ballastkai in der Abendsonne

Modell vom Hotel am Ballastkai: Gefüllt würde die Lücke zwischen Werftkontor und den Silos. Der Investor wartet.  


  Ein nicht mehr gesuchtes Bürogebäude könnte einem Hotel weichen.         Worauf wartet man noch, wenn ein Hotel angeblich so sehr fehlt? 

Schließlich schaffte es der Entwurf mit dem bereits angefertigten Modell wieder in den SUPA, wo er weitgehend wohlwollend aufgenommen wurde, jedoch ohne konkretes Ergebnis.(SUPA, 02.10.2012) Vor der Kommunalwahl 2013 schienen die Pläne zur Umsetzung dann doch konkreter zu werden, indem über die Vorlage SUPA-24/2013 am 14.05.2013 ein vorhabenbezogener Bebauungsplan beschlossen wurde.(SUPA-24/2013, Entwurf des Vorhabens mit Lageplan, Planbereichsskizze) Der Hauptausschuss sollte am 21.05.2013 über die Vorlage HA-19/2013 entschieden, die aber zurückgezogen wurde.


Versuch 3.2: Ein ****Hotel an der Hafenspitze (2012) 
Ein dänischer Architekt warb auf Einladung der Verwaltung am 25.09.2012 vor versammeltem Haupt- und Planungsausschuss für ein Hotel an der Hafenspitze neben dem Bahndamm - auf einem Grundstück, das erst noch gekauft werden müsste: 
26.09.2012: "Luxus-Hotel an der Hafenspitze"(Flensburger Tageblatt) 

Architekten-Skizze des Hotels an der Hafenspitze


Wiederum wurde auch die Idee eines Ballastkai-Hotels diskutiert, das sich in die nähere Bebauung einfügen würde, gegen das die Verwaltung aber erstaunlicherweise Bedenken hat: 
05.10.2012: "Das Ballastkai-Hotel kehrt zurück"(Flensburger Tageblatt) 

Ein Leserbrief kommentierte die Stadtplanung und ihre Idee, solvente Gäste in unmittelbarer Umgebung zur ZOB-Kreuzung unterzubringen, folgendermaßen: 
"Warum 4-Sterne-Gäste unbedingt fußläufig zur Innenstadt untergebracht werden müssen, erschließt sich mir nicht. Für dieses Klientel sind die fahrbaren Untersätze, zumal sie dann ja evtl. auch Kongressbesucher sind, steuerlich absetzbare Fortbewegungsmittel. Die anderen genannten Standorte wären außer dem am Fuße des Ballastberges durchaus diskutabel. Aber warum überplant man nicht endlich die Landzunge zwischen Industriehafen und Wirtschaftshafen? Die »Fliegenden Schiffe« scheint es wohl doch in absehbarer Zeit nicht zu geben." (19.10.2012: "Luxus-Hotel an der Hafenspitze"; Flensborg Avis. Leserbrief von P. Reitner) 


Der Oberbürgermeister warb gegenüber den Fraktionen für "mehrere Optionen" und präsentierte, was ihm seine Verwaltung mitgegeben hatte: Pläne eines Hotels an der Hafenspitze neben dem Bahndamm auf einem Grundstück, das der Stadt bisher nicht gehört, sondern privat als Parkplatz bewirtschaftet wird (Gelände "Kieler Anlagen"). Nimmt das Gebäude die Fläche der "Kieler Anlagen" ein, so würde eine Gebäudelänge von weit über 100 Metern entstehen, die die nähere Umgebung zusätzlich überragen und die Bewegungsfreiheit der Flensburger an der Hafenspitze zwangsläufig einschränken würde. Unsere Montage skizziert die Auswirkungen auf das Ostufer-Panorama bei 200 Meter Länge und 15 Meter Höhe. 

Der dänische Hotelentwurf an der Flensburger Hafenspitze: Quasi "eine Breitseite", die das Ostufer verändern würde (WiF-Höhenberechnung gemäß Planzeichnung)

Ein Ausschnitt. - Die vollständige Kritik der WiF am DK-Entwurf lesen Sie hier: Hotel Hafenspitze_DK-Entwurf_Kritik.pdf



   Die Hafenspitze und die tägliche Verkehrsmenge an der West-Ost-Verbindung 

     

    (c) Google, Hervorhebung WiF                                    Die Angaben zur Verkehrsdichte sind der Verkehrsmengenkarte 2010 der Stadt Flensburg entnommen. 

Unbeantwortet bleiben bei jener Planung bis dato folgende Fragen: 

Warum erwägt man ein Hotel mit einer Baulänge von weit über 100 Metern an einer sensiblen Innenstadtstelle, wo die meisten Flensburger gerne flanieren? 
Warum riskiert man wiederum Proteste der Bürgerinnen und Bürger, die erkennen, dass der knappe Raum am Hafen nur für Wenige reserviert würde? 
Welche Antworten hat der OB auf die noch Baustellen am Hafen: Was wird aus dem Kayser's Hof und dem Parkplatz an der Schiffbrücke?

Die Errichtung eines Hotels sollte einem Plan folgen, der die Beseitigung der "Baulücken und Schandflecken"(F.T., 09.08.2011) am Innenhafen einschließt! 



Neujahrsempfang und erste Reaktionen
Auf dem Neujahrsempfang am 13.01.2013 erwähnte Oberbürgermeister Faber in seiner Empfangsrede Pläne für ein Hotel an der Hafenspitze ("Flensburg als Großstadt der Region"; Flensburger Tageblatt, 14.01.2013). Die WiF-Ratsfraktion zeigte auf ihrem Stand eine Kritik in Form einer Präsentation, wie ein Hotel an der Hafenspitze aussehen würde: Hotel Hafenspitze_DK-Entwurf_Kritik.pdfDie Reaktionen auf ein Gebäude in den dargestellten Abmessungen waren eher skeptisch. Anscheinend gemäß Votum ihrer Fraktionssitzung am 21.01.2013 positionierte sich auch die SPD-Ratsfraktion, indem sie den Plänen eines Hotels auf den Kieler Anlagen neben der Hafenspitze eine Absage erteilte. War die SPD bei der Entstehung von "Klarschiff" noch "Investorenwünschen" gefolgt, folgt sie nun auch einer städtebaulich vernünftigen Linie, vorhandene "Baulücken und Schandflecken" zu beheben, statt neue Baustellen zu schaffen.  

SPD-Ratsfraktion favorisiert Ballastkai-Entwurf       FL Avis, 22.01.2013


Ausblick auf das Jahr 2013:
Erscheint vielleicht ein Hotelentwurf, der den Flensburgern nicht präsentiert wie etwa Versuch 1.0? Wie weit die Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger zukünftig reichen wird, entscheidet die Kommunalwahl: Mai 2013.

Parallel zur Fertigstellung des Gebäudes "Klarschiff" am Hafen-Ostufer und einhergehend mit der Suche nach einem Hotelstandort in dessen nördlicher Umgebung wärmte das Tageblatt verwandtschaftliche Kontakte auf, wobei unklar blieb, ob sich Verwandte schätzen, meiden oder einander gleichgültig sind: "Verwandtschaften und Verhinderungen. Flensburger Hafen-Geschichten"(Flensburger Tageblatt, 23.01.2013). Eine "Hafen-Geschichte" zu den Interessen der Planung am Ballastkai, die zwischen "einigen Akteuren in der Flensburger Kommunalpolitik" so etwas wie "Beziehungen" entdeckt (etablierte Flensburger "Clubs" sind damit nicht gemeint...), außerdem "nicht zuletzt eine Familienangelegenheit"(in welchem Verhältnis/Zustand?) mit dem vagen Hinweis: "Nicht verstummen wollen Gerüchte..." - eine "Hafen-Geschichte" eben. 



Versuch 4.0: Eine interfraktionelle 'Arbeitsgruppe Tagungshotel' (2014)
Die Politik verdichtet ihre Standortempfehlungen in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe zum Tagungshotel zusammen mit dem Oberbürgermeister seit Anfang 2014. Der SUPA diskutierte die von der Verwaltung vorgetragenen "Empfehlungen für ein Tagungshotel in Flensburg"(SUPA-52/2014) öffentlich am 24.06.2014.("Hotel soll an die Ballastbrücke oder an den Carlislepark"; Flensborg Avis, 25.06.2014) Man entdeckte - welch' Wunder! - "Flächen am Ballastkai" nördlich der Werftkontor-Gebäude (siehe "Versuch 3.1"), ohne näher über die bekanntermaßen abgängigen Ballastkai-Silos zu beraten, über deren Zukunft parallel(!) eine vertraulich geladene SUPA-Sprecher-Gruppe tagte. Als zweite Option wurden "Flächen um den Carlisle-Park" genannt: Ausgerechnet jene einzig auf Fördeniveau verbliebene Grünfläche im Innenstadtgebiet, deren Umgebung sich angesichts der Sanierung des Bahnhofsumfeldes noch verändern wird. Auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollte es letztlich aber nicht ankommen, ihre Resultate gerieten in Vergessenheit. 


Versuch 4.1: Ein Hotel nahe der Industrie an der Galwik (2014)
Während die AG Tagungshotel tagte und sich um einen anscheinend hochwertigen Standort für ein hochwertiges Tagungshotel kümmerte, gab es parallel noch andere, anscheinend weniger hochwertige Pläne, denn die Stadtplanung nahm einen weiteren Standort ins Visier: Die Galwik-Bucht am Westufer, wo noch eine Fläche frei ist, auf der kein Industriebetrieb errichtet wurde (vgl. Bereich gegenüber "Versuch 2.2" oben). Als Nachbarn hätte ein Hotel an der Galwik aber einen Betrieb, der sich auf die Instandhaltung von schwerem Militärgerät (Panzer) spezialisiert hat, sowie eine Werft, die täglich umfangreiche Materiallieferungen erhält und Lieferverkehr hat. Der SSW lehnte diesen Hotelplan bereits im Februar ab, die WiF sprach mit den Unternehmen im März; bis heute spricht kein Grund dafür, dass es ausgerechnet dort, zwischen etablierten und Lärm emittierenden Unternehmen, ein Hotel braucht. Die Stadtplanung hatte, was sie meistens, auch ohne politischen Beschluss, hat: Gutachten. Dem Gutachten schien aber etwas zu fehlen ("FFG: Lärmgutachten vergaß die Panzer"; Flensburger Tageblatt, 29.10.2014), und der von der Stadt beauftragte Gutachter wurde ungemütlich und verlangte nach Unterlassungserklärungen der Betriebe, die sich gegenüber dem Gutachten ablehnend positioniert hatten. Das ließ die CDU-Fraktion aufhorchen, die dem Hotel-Plan gewohnheitsmäßig zugeneigt war. Die Betriebe und die IG Metall mobilisierten schließlich auch noch zu zwei Demos: Am 06.11. an der Galwik und am 11.11.2014 am Rathaus. Demonstriert wurde gegen die Gefährdung der industriellen Arbeitsplätze, von denen Flensburg relativ wenig hat. Der SUPA lehnte das Projekt am 11.11.2014 in zweiter Lesung ab. 

Die WiF-Fraktion hatte den Hotelplan am 16.10.2014 als "unnötig und riskant" kritisiert. Im Kräftefeld zwischen Stadtplanung, (zuarbeitenden) Kommunalpolitikern, etablierten aber verunsicherten Industriebetrieben, demonstrierenden Arbeitern und insgesamt wenigen Profiteuren trat der Verwaltungschef für das Hotel werbend in Erscheinung. 


        
Entwurf Galwik-Hotel: Stegperspektive         (c) Asmussen & Partner          Entwurf Galwik-Hotel: Vogelperspektive        
(c) Asmussen & Partner  


Presseberichte aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z: 
20.07.2013: "Kühne Visionen für die Wasserkante
19.02.2014: "SSW gegen Hotelpläne an der Galwik" 
16.10.2014: "Streit um Galwik-Hotel eskaliert
23.10.2014: "Hotel-Gutachter zieht Flensburger Firmen vor den Kadi
28.10.2014: "Das Neustadt-Hotel (Galwik) wackelt(SPD+Grüne linientreu, CDU schwankt)
29.10.2014: "FFG: Lärmgutachten vergaß die Panzer
06.11.2014: "Metaller gegen Galwik-Hotel
07.11.2014: "Klare Worte von der Wasserkante" ("Metaller-Kundgebung gegen das geplante Hotel im Industriegebiet / 500 demonstrieren mit Fahnen und Pfeifen"
12.11.2014: "Mehrheit futsch: Hotel am Brauereiweg scheitert"("CDU knickt ein und versagt die Zustimmung"); "In der Galgenbucht"[Kommentar]; "Hotel-Projekt ging in 2. Lesung 'baden'"(Flensborg Avis) 
27.12.2014: "FFG: Und plötzlich war die Einfahrt weg" ("Stadtsanierung klemmt Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft vom Verkehrsnetz ab / Streit um ein Schlüsselgrundstück"



Versuch 4.2: Ein Hotel am Rathausplatz / Neumarkt (2014)
Obgleich die"AG Tagungshotel" diesen Standort nicht als Empfehlung genannt hatte, wurde der Vorplatz des Rathauses am Neumarkt erneut interessant, um ihn zu bebauen. Im Sommer 2014 gab es eine Ausschreibung, auf die eine Bewerbung einging, welche das Grundstück zwischen Rathaus, Sydbank und Dienstleistungszentrum am Neumarkt neu gestalten wollte: Diese Planung erhielt interessante neue Akzente, indem ein eher massiv wirkender Entwurf für ein Kontorhaus in die Höhe entwickelt wurde. Weitere Informationen bietet unsere Themenseite zum Rathausvorplatz / Neumarkt. Sollten alle entstandenen Fragen geklärt sein, könnte aus dem "Versuch 4.1" durchaus eine "Praxis 1.2" werden. 

  Erstentwurf der zwei Türme am Rathaus          (c) Architekt Lorenzen


Presseartikel aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z: 
28.10.2014: "Neumarkt: Hotel mit zwei Türmen" ("Parkplatz zwischen Sydbank und Dienstleistungszentrum soll bebaut werden / 120 Zimmer in bis zu elf Stockwerken"
17.11.2014: "Tagungshotel: Kiel plant jetzt mit" (Rathaushotel: "WiF und Linke sehen Ungereimtheiten in Verfahren und Preisfindung und schalten die Kommunalaufsicht ein."
08.01.2015: "Keine Chance für altes Eckhaus" ("Wichtige Planungsschritte für das Hotelprojekt am Rathaus"
11.06.2015: "Grünes Licht für Hotelturm am Rathaus" (Aufstockung der Geschosse erfährt keine Kritik



Versuch 4.3: Ein Hotel in Sonwik (2015)
Die Betreiber des Hotels "Altes Stahlwerk" in Neumünster wollen aus Haus 2 in Sonwik ein Wellness-Hotel machen.("Hotel-Boom geht weiter: Jetzt Sonwik"; Flensburger Tageblatt, 03.06.2015) Der SUPA konnte dem Projekt etwas abgewinnen, so dass in Sonwik weiter geplant werden kann.("Sonwik - Grünes Licht für Hotel und Wasserhaus"; Flensburger Tageblatt, 10.07.2015) 

Hotel im langgestreckten Altbau & Neubau  (c) Architekt Jan Hinrichsen


Mitte 2017 befinden sich fünf Projekte in der Umsetzung, aber die Planungen in Sonwik und am Rathaus verzögern sich.("Hotel-Boom: Hilton und Handball"; Flensburger Tageblatt, 30.08.2017) 




Zur Historie aussichtsreicher Praxis 2013 ff.


Praxis 1.1: Ein ***Hotel in der Alten Post (2013-2015)
Eine zentral gelegene Immobilie wurde 2013 von privater Seite auserkoren, um daraus eine attraktive Unterkunft für Flensburgs Gäste zu machen: Die Alte Post, die in den 1990er Jahren Gastronomie und Kneipen beherbeergt hatte.("Die Alte Post wird ein Hotel"; Flensburger Tageblatt, 25.01.2013). Das Glücksburger Strandhotel sollte Betreiber eines Stadthotels in der Alten Post werden, die von dänischen Investoren 2011 aus der Insolvenz gekauft wurde. Angepeilt werde ein "3-Sterne+-Lifestyle- und Business-Hotel" mit 77 Zimmern. Die Eröffnung wurde zunächst für Sommer 2014 angepeilt. Ein Jahr zuvor hatte sich die Eignung der Alten Post als Hotel bereits angedeutet: "Die Flure in den oberen Etagen zeigen keine Spur von Gewerbe. Mit den Teppichböden, dem Innenhoflicht und identischen weißen Türen erscheinen sie eher wie verlassene Hotelflure."("Dänische Investoren. Neues Leben für Flensburgs Alte Post"; Flensburger Tageblatt, 16.03.2012)

 Die Alte Post in der Rathausstraße: Ansprechende Architektur in zentraler Lage                                     (c) Microsoft 

"Aus der Alten Post wird ein junges Hotel: Ab dem Sommer 2014 bietet Flensburg Touristen eine neue Unterkunft mit 80 Zimmern - 'bezahlbar, jung und frisch' soll sie sein.", verhieß die Ankündigung im Winter 2013.("Lifestyle-Hotel auf 54 Grad Nord"; Flensburger Tageblatt, 21.02.2013) Bis zu einer Eröffnung sollte es dann aber noch etwas, genauer 2 Jahre dauern. 

Die Standorte Alte Post, Kayser's Hof und Ballastkai waren Anfang 2013 alle im Gespräch gewesen.("Gute Aussichten für drei Hotels"; Flensborg Avis, 25.01.2013) Im Juni 2014 erscheint schließlich die Ankündigung, dass die Eröffnung erst 2015 erfolgen würde.("Hotel öffnet Mitte Januar"; Flensburg Tageblatt, 26.06.2014; "Hotel Alte Post abner i januar"; Flensborg Avis, 25.06.2014). Im August 2014 wurde eine "Eröffnung als Drei-Sterne-Superior-Haus im Januar 2015" angekündigt.("'Alte Post': Landesgeld für Hotelbau"; Flensburger Tageblatt, 26.08.2014). Als genauer Termin für die Eröffnung des 75-Zimmer-Hotels wurde letztendlich der 22.01.2015 bekannt gegeben.("2015 wird das Jahr der Hotels"; Flensburger Tageblatt, 31.12.2014) Das in der Alten Post neu eröffnete Hotel kann mit Besonderheiten aufwarten und besondere Zimmer präsentieren.("Handball-Helden als Schlafwächter"; Flensburger Tageblatt, 11.02.2015) 

 
Praxis 1.2: Ein ****Hotel am Kayser's Hof (2013-2016)
Eine Investorengruppe um Bauunternehmer H. Höft hat Pläne bekanntgegeben, den alten Kayser's Hof (vgl. Versuch 2.0) wieder einer Verwendung zuzuführen, nachdem das Gebäude-Ensemble sich längere Zeit abnutzte. Die Struktur an der Frontseite zur Schiffbrücke soll weitgehend erhalten bleiben, und es soll eine privat geführtes Hotel mit 40 bis 50 Zimmern entstehen.("Ein Schandfleck soll verschwinden"; Flensburger Tageblatt, 14.06.2013)
Die Neu-Entwicklung des Geländes dürfte auf breite Zustimmung stoßen, da der Schiffbrücke ein neues Aushängeschild gut zu Gesicht stünde. "Endlich!" trifft es. 
Ein Architektenentwurf für den Komplex Kayser's Hof wurde am 29.10.13 im SUPA vorgestellt: "Das Hotel soll in den Häusern direkt an der Schiffbrücke angesiedelt werden", wobei Schiffbrücke Nr. 33 abgerissen werden soll, während von Nr. 34 die Fassade erhalten bleiben soll. Weil es sich lediglich um Abweichungen von einem bestehenden Bebauungsplan handele, gäbe es keine formale Bürgerbeteiligung. Voraussichtlich am 26.11.2013 wird der SUPA entscheiden.("Nutzungsmix statt Schandfleck"; Flensburger Tageblatt, 31.10.2013) Zur Beratung im SUPA konnten Stellungnahmen bis zum 21.11.2013 (Frist) abgegeben werden. Am 29.11.2013 erteilte der SUPA dem von einer Flensburger Investorengruppe skizzierten Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen.("Rückenwind für Hotel Kayser's Hof"; Flensburger Tageblatt, 02.12.2013) Gegenüber der eher kleingliedrigen Bebauung sah die Planungsbehörde eine "nicht unproblematische Baumasse"(a.a.O.), aber der Sanierungsbedarf an den Gebäuden legte eine Entscheidung nahe. 


   
  Jahrelanger Leerstand und Verfall in Top-Lage.              27.10.2012

Die Entscheidung schien gefallen und die Realisierung von "63 Zimmern und vier Appartements" sollte konkreter verfolgt werden: "Wenn alles gut läuft, beginnen im Herbst die Arbeiten für die Tiefgarage. Die Flensburger Investorengruppe will im Frühjahr 2016 mit allem fertig sein... 15 Millionen Euro sollen an der Schiffbrücke zwischen Herrenstall und Oluf-Samson-Gang verbaut werden. Der Gestaltungsbeirat hatte dem Entwurf zugestimmt. Die Fassade an der Schiffbrücke sollte überwiegend erhalten bleiben, nur das Haus direkt neben dem 1851 erbauten Hotel wurde abgerissen und durch einen modernen Neubau, der sich einpasste, ersetzt. Im hinteren Bereich wurde alles durch Neubauten ersetzt."("Jetzt geht's los im Kayser's Hof"; Flensburger Tageblatt, 09.07.2014) Die Abbruch- und Sanierungsarbeiten begannen im Herbst 2014 mit dem Ziel der Fertigstellung im Frühsommer 2016, wenn die Witterung günstig wäre.("Bagger im alten Rotlicht-Viertel"; Flensburger Tageblatt, 14.11.2014) Das Eckhaus (im Bild oben rechts) konnte leider nicht in bestehender Form weiter verwendet werden.("Keine Chance für altes Eckhaus"; Flensburger Tageblatt, 08.01.2015) Die Eröffnung des neuen Hotels verschob sich dann aber auf den Herbst 2016: Nachdem der Bauherr zehn Monate auf die Baugenehmigung warten musste, erwiesen sich die Baugrube sowie zu erhaltene Altsubstanz als Herausforderung ans technische Können und die Logistik. Das zu bauende Hotel sollte nach Fertigstellung 70 Zimmer bieten.("Die spannendste Baustelle der Stadt"; Flensburger Tageblatt, 26.09.2015) Das Haus Schiffbrücke 34 gab in einer Kupferkugel historisches Material frei.("Historische Schätze im Kaysers Hof"; Flensburger Tageblatt, 23.05.2016) Die Arbeiten an den alten Gebäuden schritten im Sommer voran, da Anfang Dezember eröffnet werden sollte.("Langsam entblättert: Hotel am Hafen zeigt Fassade"; Flensburger Tageblatt, 25.08.2016) Nach einjähriger Bauzeit mit zahlreichen architektonischen Herausforderungen eröffnete das "15-Millionen-Investment" an der Schiffbrücke und schließt damit eine "langjährige Wunde im Flensburger Stadtbild".("Ein Schmuckstück an der Küste"; Flensburger Tageblatt, 02.12.2016) Nach einer unerwarteten Hochwasser-Taufe am Abend des 04.01.2017 erfolgte schließlich die Eröffnung als Vier-Sterne-Hotel einschließlich Ministerbesuch und Zuwendungsbescheid über 875.000 Euro.("Vier Sterne für Flensburgs neue Perle"; Flensburger Tageblatt, 17.01.2017)