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Hochschulen

Die WiF-Fraktion setzt sich im Arbeitskreis Hochschulen für eine Kooperation der Fachhochschule und der Universität ein und hat Vorschläge gemacht, wie der Campus besser an die Innenstadt angebunden werden kann (Antrag auf Ausweisung eines Campusweges). Die WiF will die Infrastruktur stärken, damit Studieren in Flensburg (siehe Portal: www.flensburg-studieren.de) die ganze Stadt einschließt. Botschafter Flensburgs sind nicht nur die erfolgreichen Handballer, sondern auch die Studierenden, die bei uns im Norden auf dem Campus ausgebildet wurden.

Am 16.06.2013 präsentierten beiden Hochschulen die "Campuswelt Flensburg", die einen breiten Forschungsüberblick und internationales Flair bot.("Die bunte Welt des Campus"; Flensburger Tageblatt, 17.06.2013) Die Flensburger Verkehrsbetriebe erschließen den Campus durch einen Ausbau der Linie 5 zur Ringlinie, die den Campus mit Tarup, Engelsby und Fruerlund verbindet. 

  2011: Campus mit Fachhochschule und Universität        (c) Microsoft

  1991: Campus nach Architektenentwurf (mit Sportplatz, ohne Halle)

Südlich des Uni-Erweiterungsbaus an der Kreuzung Osttangente wäre noch Raum für einen Hochschulneubau. Derweil sind nahe der Thomas-Fincke-Straße Studentenwohnungen geplant ("113 neue Studentenbuden"; Flensburger Tageblatt, 15.06.2013). Parallel dazu entsteht am Sandberg nahe der Fachhochschule an der Kanzleistraße neue Wohnbebauung. Auch ein Sportforum wird erwogen.("Schöner wohnen auf dem Campus"; Flensburger Tageblatt, 09.08.2013) Eine halbe Million Euro soll für die Verbesserung der Studienbedingungen zur Verfügung gestellt werden.("Geldsegen: 500.000 Euro für den Campus"; Flensburger Tageblatt, 07.10.2013) Tatsächlich sollen es sogar zweimal 500.000 Euro für unterschiedliche Zwecke sein.("Millionen-Paket für den Campus"; Flensburger Tageblatt, 09.10.2013) Das im Juni 2013 angekündigte Wohnheim soll im September 2016 bezugsfertig sein.("Campus bekommt neues Studentenwohnheim"; Flensburger Tageblatt, 30.06.2015) 

Herbst 2013: Ein gefährlicher Dachschaden 
Orkan "Christian": Wie dringend die Förderung ist, offenbarten Schäden, die ein Orkan am Nachmittag des 28.10.2013 (nicht nur) am Hauptgebäude der Uni Flensburg anrichtete. Der Südweststurm riss das Dach des 2002 fertiggestellten Hauptgebäudes auf ca. 150 qm ab und schleuderte das Fragment in Richtung Nordost auf den Parkplatz, wo es einen Pavillon erdrückte. Nur durch glückliche Umstände kamen keine Personen zu Schaden. Als Folge konnte Regenwasser in das Gebäude eindringen. Möglicherweise hätte eine gründlichere Instandsetzung vorgebeugt, aber bei öffentlicher Armut werden Mittel rationalisiert und an "Eigeninitiative" appelliert.("Uni-Dach: Reparatur schon seit Jahren verschleppt"; Flensburger Tageblatt, 31.10.2013, sowie "Geschichte einer versäumten Sanierung"; Flensburger Tageblatt, 01.11.2013) Der Orkan hat die Schwächen der Dacheindeckung, die anscheinend "vollflächig nicht ordungsgemäß befestigt" war (Finanzministerin M. Heinold, a.a.O.) aufgedeckt. Wahrscheinlich werden mindestens zwei Etagen des betroffenen Gebäudeflügels entkernt werden müssen.("Uni: Studenten müssen zusammenrücken"; Flensburger Tageblatt, 05.11.2013) Vier Wochen nach dem Orkan konnte das Dach als "notdürftig abgedichtet" gemeldet werden.("Arbeiten an Uni-Dach schreiten voran"; Flensburger Tageblatt, 26.11.2013) Das Land bietet Schadensersatzleistungen an.("Land erstattet Flensburger Studenten Autoschäden"; shz, 10.12.2013) 

Nicht erst seit den Sturmschäden beklagen die Präsidien beider Hochschulen gegenüber dem Land, dass die Personalstrukturen für die Bewältigung der Aufgaben nicht ausreichen: "'Flensburgs Campus ist dramatisch unterfinanziert'"(Flensburger Tageblatt, 03.01.2014) 


Was tat die WiF? (2008-2013)
Hochschulen: Vernetzung und Entwicklung gefördert! 
Die WiF beantragte die Anlegung eines Campusweges, um Innenstadt und Campus miteinander zu verbinden und den Campus in der öffentlichen Wahrnehmung besser zu verankern. Bei der Planung von Bauvorhaben auf dem Sandberg berücksichtigte die WiF stets auch den Bedarf der Hochschulen - insbesondere weil die Hochschulen eine Einrichtung des Landes sind, die ihren Schwerpunkt in der Bildungspolitik und nicht in der Stadtentwicklung haben. 

Unmittelbar nach der Kommunalwahl gelang es im Juli 2013, die FH bei ihrer Suche nach neuen Räumen entscheidend zu unterstützen.("Die FH kann nun doch umziehen!"; MoinMoin, 17.07.2013; Zeitungstext vom 17.07.2013)



Aufgrund steigender Flüchtlingszahlen in Europa und Deutschland, verursacht auch durch die Bürgerkriegszustände in Libyen* und Syrien, wurde erwogen, ein ursprünglich geplantes Wohnheim für Studierende ("Schöner wohnen auf dem Campus"; Flensburger Tageblatt, 09.08.2013) als Erstaufnahme-Wohnheim für Flüchtlinge zu erstellen. 

Presseartikel im Flensburger Tageblatt / sh:z zum Flüchtlingsdorf am Campus und Containerbauten
17.04.2015: "Campus soll Unterkunft für 600 Flüchtlinge bekommen
21.04.2015: "Flüchtlingsdorf soll an die Osttangente
29.04.2015: "'Wir sind doch alle sozial eingestellt'" ("Umfrage: Studenten auf dem Sandberg halten den Campus ganz überwiegend für einen guten Standort für das geplante Flüchtlingsdorf."
30.04.2015: "600 Plätze - zu viel für den Campus?
06.05.2015: "Flüchtlinge: Start im Herbst mit Containern" 
08.05.2015: "SBV will Flüchtlingsdorf bauen
15.06.2015: "Wie klein darf ein Flüchtlingsdorf sein?" (Landes- und Bundesamt haben unterschiedliche Größenvorstellungen
30.06.2015: "Flüchtlingsdorf: Morgen große Diskussion" (Informationsveranstaltung zum Flüchtlingsdorf am Campus
02.07.2015: "Acht Häuser für das Flüchtlingsdorf" ("An der Osttangente werden rund 10.000 Quadratmeter Fläche für die Erstaufnahme benötigt"
05.10.2015: "Flüchtlingsdorf in Flensburg: Alle Investoren springen ab" (Vergabeverfahren wegen Rückzug der Bewerber aufgehoben
08.10.2015: "Land plant größeres Flüchtlingsdorf" ("Innenministerium schweigt zu Größenordnung und Zeitplan"
12.10.2015: "1000 Plätze auf dem Campus
11.11.2015: "Flüchtlingsdorf auf dem Uni-Campus wird doch nicht gebaut" 
12.11.2015: "Kein Flüchtlingsdorf auf dem Campus
11.05.2016: "Container für den Hochschul-Campus" ("Weil das Land die für die Flüchtlinge bestellten Module nicht mehr braucht, können Uni und Fachhochschule nun ihr Raumproblem lösen"
08.09.2016: "Seminarräume auf dem Parkplatz" ("Die langfristig vom Land bestellten Flüchtlingscontainer sollen nun den Flensburger Hochschulen helfen"
01.11.2016: "Die ersten Container auf dem Uni-Parkplatz" (170 Büroräume und 43 Seminarräume in Containern bis Mai 2017
07.11.2016: "Teurer Leerstand an der Kanzleistraße" (Kosten für ungenutzte Unterkunft: 2016 "fast 750.000 Euro")
16.11.2016: "Studieren zwischen Madrid und Riga" (neue Gebäudenamen für die Uni-Gebäude
10.05.2017: "Die neue Verschachtelung des Campus" ("Ob Hochschule oder Europa-Uni - wohin das Auge auf dem Campus blickt, entstehen neue Studiencontainer"
09.08.2017: "Countdown für die Kanzleistraße" ("Stadt will die nicht genutzte Flüchtlingsunterkunft bis Ende Oktober zurückbauen"

[*Angesichts der Folgen der EU-Politik sehnt sich die große Politik nach einem neuen "Machthaber".("Problemfall Libyen. Die EU sucht einen neuen Gaddafi"; n-tv, 21.04.2015] 



(Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin "Wende macht Campus zur Europa-Uni"; Flensburger Tageblatt, 13.09.2012)

Europa-Campus in Flensburg
Zum Ausbau des Flensburger Campus. Ein Kommentar

Wissenschaftsministerin Wara Wende hat aus ihrer Zeit als Präsidentin der Universität Flensburg einen tiefgehenden Einblick in unsere Hochschullandschaft mit nach Kiel in die Landeshauptstadt genommen. Die bereits gute, aber noch ausbaufähige und potentialreiche Zusammenarbeit mit der Syddansk Universitet ist solch ein Aspekt, den sie nun weiter vorantreiben möchte. Der Flensburger Campus soll ein Europa-Campus werden.
 
Wir begrüßen es sehr, dass sie damit einer in Flensburg bereits länger bestehenden Idee in Kiel Gehör verschafft. Unsere Hochschulen können davon profitieren – und Flensburg entsprechend auch. Es gibt viele Anknüpfungspunkte aus der Region heraus, die diesen Prozess unterstützen können. Aber klar ist auch: mit den bestehenden Bordmitteln können die Hochschulen das nicht schaffen. Nun, Frau Wende müsste aber sehr genau wissen, was sie diesen zumuten kann und was nicht. Ein Indiz hierfür ist die Zusage, den Grundstock der Uni-Finanzierung um 500.000 Euro zu erhöhen.
 
Als Stadt können wir die Hochschulentwicklung natürlich nur am Rande begleiten. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht einmischen und anbieten sollten. Die jährlichen 500.000 Euro müssen gut und richtig investiert werden: in die Qualität (nicht nur Quantität) der Lehre, in die Vernetzungsschnittstellen mit der Region (die selbst viel Geld zur Stützung der Hochschulen investiert) und in die europäische/globale Ausrichtung. Und bei aller Europa-Euphorie gibt es auch lokal viele Möglichkeiten, zum Beispiel mit der Einrichtung einer "Experimentalschule" und noch größerer Verzahnung von LehrerInnenausbildung und Flensburger Schulen. 




Historischer Rückblick 

Zur Entstehung des Campus am Sandberg 
Die Bundeswehr zieht ab und ein neuer Campus entsteht 

Im Sommer 1989, also noch vor dem Anschluss der DDR an das Bundesgebiet, hatte der damalige Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) Umstrukturierungspläne, u.a. auch für Flensburg, das an Bundeswehreinrichtungen die Marineschule Mürwik, die Fernmeldeschule, den Marinestützpunkt sowie zwei Kasernen des Heeres in Weiche und in der Nordstadt hatte: "Die Flensburger Pläne, denen ähnliche in anderen Bundeswehrstandorten – fast alle sind in wirtschaftsschwachen Regionen – folgen werden, sind lediglich Teil eines Rationalisierungskonzepts, mit dem der Verteidigungsminister hofft, doch noch seine Nato-Verpflichtung erfüllen zu können. Die lautet: 495 000 Mann Gewehr bei Fuß im Frieden."("Vorwärts Kameraden, es geht zurück!"; Die Zeit, 29/1989) 

Wie sich die Umstrukturierungspläne auf Flensburg auswirken würden, war Thema des Zeit-Artikels vom 14.07.1989

»Der Flensburger Oberbürgermeister Olaf Cord Dielewicz steckt in einem Zwiespalt. Als Bürger wie als Marineoffizier der Reserve ist er „selbstverständlich und uneingeschränkt“ für jede Abrüstung, wenn sie dem Frieden dient. Als Oberbürgermeister in einer Stadt mit gut sechzehn Prozent Arbeitslosigkeit macht ihm freilich Sorgen, daß ausgerechnet in Flensburg damit begonnen werden könnte. So fügte er seinem Abrüstungsbekenntnis gleich ein Aber hinzu: „Wenn es denn Flensburg sein muß, dann muß der Bund durch andere Aktivitäten einen Ausgleich schaffen.“
Diese „anderen Aktivitäten“ wird die Stadt mit 86.000 Einwohnern bitter nötig haben, weil nämlich schon bald damit begonnen wird, die Bundesmarine am Standort Flensburg in einer Weise abzurüsten, die OB Dielewicz vor zusätzliche Probleme stellt. Dabei hat er davon schon reichlich. Mit einer Arbeitslosenquote von über zwanzig Prozent gehörte die Stadt bei der Arbeitslosigkeit lange Zeit zu den Spitzenreitern der Republik. Trotz attraktiver Ansiedlungspolitik zählt Flensburg noch immer 5.800 Arbeitslose. Da fällt dann ins Gewicht, wenn der Verteidigungsminister das 1. Minensuchgeschwader auflöst – das sind 1.300 Mann (300 Wehrpflichtige sowie 1.000 Berufs- und Zeitsoldaten).
In Kaufkraft ausgedrückt – ein Berufs- oder Zeitsoldat verdient im Durchschnitt 30.000 Mark im Jahr –, ist das immerhin ein Gegenwert von gut 30 Millionen Mark – Geld, das sonst in Flensburg ausgegeben wird. Vollständig ist damit die Rechnung für Flensburg noch lange nicht. Je weniger Soldaten an einem Standort, desto geringer auch die Anzahl der Zivilbediensteten in der Standortverwaltung. Vom Abrücken der Marine sind auch Schulen und Kindergärten betroffen, denn die meisten Längerdienenden leben mit ihren Familien in der Stadt – das sind dann insgesamt 4.000 Menschen. Überdies werden auch Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft wegfallen, die jetzt aufs engste mit dem Standort verbunden sind – zum Beispiel die Zulieferanten für Kantinen, Küchen und Kombüsen. OB Dielewicz rechnet so: „Drei Soldaten schaffen einen zivilen Arbeitsplatz.“ Wenn das 1. Minensuchgeschwader abgezogen ist, wird Flensburgs Arbeitslosigkeit wieder sprunghaft zunehmen – um gut 1.300 bis 1.500 Menschen. Der Sozialetat wird weiter wachsen, dabei verschlingt die Sozialhilfe schon heute fast die Hälfte der Flensburger Finanz- und Steuereinnahmen, nämlich 72 Millionen Mark im Jahr.
Möglich, daß der Stadt noch Schlimmeres droht. Klaus-Peter Harms von der Gewerkschaft ÖTV in Kiel, zuständig für die Bundeswehr, weiß, daß die Bundesmarine längerfristig um die Hälfte schrumpfen wird und daß damit Flensburg als Marinestandort überflüssig wird. Das aber bedeutet den Verlust von insgesamt 5.000 Marinesoldaten statt der 1.300, mit denen OB Dielewicz jetzt rechnet. Sollte das Heer eines Tages auch noch abziehen, wäre die Stadt sogar alle 10.000 Soldaten los.« ("Vorwärts Kameraden, es geht zurück!"; Die Zeit, 29/1989)


Abgesehen davon, dass damals in den 1980er Jahren eine Arbeitslosigkeit "von über zwanzig Prozent" herrschte, die heutzutage mit statistischen Tricks und mit Hilfe von Minijobs neu definiert worden ist, kam es für Flensburg so hart wie 1989 befürchtet. Beide Kasernen des Heeres wurden aufgelöst und sind heute ebenso Wohngelände wie der ehemalige Marinestützpunkt, der zu Sonwik wurde. Die Fernmeldeschule wurde zur "Schule für Strategische Aufklärung", die nun weltweit gefordert ist. Unverändert blieb nur die Marineoffiziersausbildung an der vom Kaiser geschaffenen Marineschule Mürwik. 


Bereits in den 1980er Jahren waren jedoch die Weichen für den Ausbau der Fachhochschule Flensburg (FH) gestellt worden, die 1990 neben der Technik einen Fachbereich Wirtschaft erhielt. Neben der FH war nach dem Krieg von der britischen Militärregierung die Gründung einer Pädagogischen Hochschule Flensburg (PH) verfügt worden, die bis zur Fertigstellung eines Neubaus am Stadion in der Mürwiker Straße (1959-2002) in der Marineschule Mürwik untergebracht war. Bilder der 2004 abgerissenen Gebäude an der Mürwiker Straße sind noch bei Wikipedia zu sehen. 

Entwicklung der Technischen Hochschule
1886 - 1969    Königliche Seedampf-Maschinistenschule
1969 - 1990    Staatliche Fachhochschule für Technik
1990 - 2016    Fachhochschule Flensburg
2016 - heute   Hochschule Flensburg

Entwicklung der Pädagogischen Hochschule
1946 - 1994    Pädagogische Hochschule Flensburg
1994 - 2000    Bildungswissenschaftliche Hochschule Flensburg - Universität
2000 - 2014    Universität Flensburg 

Während die FH Ende der 1980er Jahre bereits ca. 2.000 Studierende hatte, verzeichnete die PH 1990 lediglich 900 Studierende. Dies sollte sich ändern mit den Empfehlungen, die der bundesdeutsche Wissenschaftsrat am 16.11.1989 für den Ausbau des Hochschulstandortes in Flensburg gab. Zusätzlich zum weiteren Ausbau der FH um 420 neue Studienplätze sollte auf dem Gelände am Campus ein Neubau für die PH mit 1.000 Studienplätzen entstehen. Für beide Hochschulen waren Neubauten vorgesehen: Mensa, Bibliothek und Hörsäle für beide Hochschulen. Ausschlaggeben war auch, dass die Instandhaltung des PH-Gebäudes an der Mürwiker Straße mit "36,8 Mio. DM" geschätzt wurde, wogegen die Neubauinvestition mit "58 Mio. DM" veranschlagt wurde. 

 Nov. 1989: Wendezeit und Weichenstellung für den Sandberg-Campus


Die konkrete Umsetzung der Ausbaupläne lag nun bei der SPD-Landesregierung, die im März 1991 das Ergebnis des Architektenentwurfs vorstellte. Die Pläne sahen vor, die gemeinsam zu nutzenden Gebäude - Bibliothek, Mensa, Audimax - zwischen beiden Hochschulen anzulegen. Die Erweiterung sollte kleiner ausfallen als geplant und erst 2009/2010 entstehen. Zuvor war in kürzester Zeit eine große Sporthalle entstanden, die erst 1999 geplant und bereits 2001 für Spiele des Handball-Bundesligisten genutzt werden konnte.

Bebauungspläne der Stadt Flensburg
Baumaßnahmen auf dem Campus bereitete die Stadt Flensburg über den Bebauungsplan Nr. 144 Änderungen vor.
    B-Plan 144 und die Begründung (Hochschulgelände Sandberg)
    B-Plan 144 1A und Begründung ("Mediencampus")
    B-Plan 144 2A und Begründung ("Mehrzweckhalle Hochschulcampus")
    B-Plan 144 3A und Begründung ("Lärmschutzanlage")
    B-Plan 144 4A und Begründung ("Campus-Kapelle")


  
 März 1991: Architektenentwurf für den Ausbau des Campus                   Quelle: "Bau auf Bau" (Pressespiegel 1989-91) der PH Flensburg, 1992 


Hochschulcampus Flensburg: Meilensteine 
1979: Übergabe 1. FH-Bauabschnitt (Gebäude A+B).
1986: Übergabe 2. FH-Bauabschnitt (Gebäude H).
1988: Übergabe 3. FH-Bauabschnitt (Gebäude C).
1989: Wissenschaftsrat empfiehlt Ausbau des Hochschulstandortes 
1991: Beschluss der SPD-Landesregierung, die PH von Mürwik auf den Sandberg zu verlegen.
1993: Übergabe des vorgezogenen Teils A des 5. FH-Bauabschnittes (Gebäude E) als Verfügungsbau für die PH (Zentrales Verwaltungsgebäude der Uni). [1,15 Mio. €
1997: Übergabe 4. FH-Bauabschnitt (Gebäude D).
1998: Eröffnung der Zentralen Hochschulbibliothek (ZHB). [8,20 Mio. €
2001: Inbetriebnahme "Flens-Arena" (2001-2012: "Campushalle"). [2,65 Mio. € Landesanteil
2002: Inbetriebnahme Mensa und Audimax. [14,30 Mio. €]. Uni-Hauptgebäude. [24,00 Mio. €]
2009: Campelle [0,49 Mio. €
2010: Eröffnung Campusbad (Stadt Flensburg) 
2010: Inbetriebnahme Uni-Erweiterungsbau. [12,50 Mio. €
2011: Inbetriebnahme Maritimes Zentrum der FH. [4,70 Mio, €
2012: "Campushalle" wird "Flens-Arena" (Flensburger Tageblatt, 13.11.2012: "Campushalle wird zur 'Flens-Arena'"; 14.11.2012: "Campushalle heißt jetzt Flens-Arena"
2017: Inbetriebnahme studentisches Wohnheim [5,50 Mio. €
201_: ...?
[Baukosten von "rund 65 Mio. €" gemäß Flensburger Tageblatt vom 22.06.2010

Das Glücksburger Planetarium, erbaut 1969, soll anscheinend zur (Fach-)Hochschule auf den Campus umziehen.("Planetarium zieht auf den Campus"; Flensburger Tageblatt, 31.03.2017) 


  Einweihung der ZHB und des 4. Abschnitts im Januar 1998    (c) shz

  Hochschulcampus 1999: FH + ZHB            (c) Campuszeitung 2011 

  Campus 2011: Ausbaustufe mit Maritimem Zentrum      (c) Microsoft 


Wachstum der Studierendenzahl
Die Entwicklung der Studierendenzahl der Uni hat sich in 20 Jahren auf über 4.000 vervierfacht. Möglich wurde dies über die Einführung wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge seit 1992 und die Entscheidung der SPD-Grünen-Landesregierung 1997, die nicht-gymnasialen Lehramtsstudiengänge in Flensburg zu konzentrieren. Die Ausstattung der Uni musste mit dem Anstieg der Studierendenzahl wachsen. Studierende der Uni zum jeweiligen Wintersemester: 901 (1990), 1.835 (1995), 2.637 (2000), 4.387 (2005), 3.908 (2010). 
Parallel dazu hat die Zahl der Studierenden an der FH Flensburg ebenfalls 4.000 überschritten, so dass beide Flensburger Hochschulen zusammen 8.000 Studierende haben. Flensburg und Lübeck sind Studienort für ungefähr 1/3 der Studierenden des Landes, während Kiel mit seiner Voll-Uni der Ort für 2/3 der 57.000 Studierenden in Schleswig-Holstein ist. 

Einwohnerzahl Flensburg: Vermeintliche Konstanz bei geändertem Bedarf 
Die Zahl der Einwohner Flensburgs hingegen verringerte sich durch den Abzug der Bundeswehr, konnte aber durch den Zuzug von Studierenden etwas kompensiert werden. Ökonomisch ist ein Unterschied geblieben, denn die finanziellen Mittel der Bundeswehrangehörigen sind mit den Mitteln der Studierenden, die über kein gesichertes, regelmäßiges Einkommen verfügen, nicht vergleichbar. Auch sind sehr viele Studierende nur für die Zeit ihres Studiums, d. h. vorübergehend in Flensburg, da ihnen die Stadt bzw. der Campus zwar eine Ausbildung bieten kann, nicht aber Verdienstmöglichkeiten, denn die Stellen für die Lehrer sind über die Schulen des ganzen Landes verteilt. Die Einwohnerzahl hat daher bei ähnlicher Quantität eine ganz andere Qualität als noch in den 1980er Jahren. Zu berücksichtigen ist dies u. a. beim Bau von Wohnungen und der Förderung von kulturellen Einrichtungen, denn im Unterschied zu Bundeswehrangehörigen, deren Zahl sich deutlich verringert hat, kommen Studierende nicht als Nachfrager von Einfamilienhäusern in Frage, sondern sie benötigen preiswerten Wohnraum. Die offizielle und von der WiF kritisierte Prognose zur Bevölkerungsentwicklung ist insofern mangelhaft




Bilder von der alten PH und dem Neubau der Uni am Campus bietet das Portal der Flensburger Studierendenvertretung im Rahmen einer "Zeitreise". 

Zwei Zeitreisen in das Jahr 2002 zur alten PH und zur neuen Uni



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