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Campusweg(e)

Der Campusweg könnte ein Fuß- und Radweg sein, der Campus und Innenstadt verbindet. Als direkte Verbindung bietet sich ein Weg über den Hafermarkt und die Kanzleistraße an. Die kürzesten, aber nicht ausgeschilderten Wege zum Hauptgebäude der Fachhochschule verlaufen über die Kanzleistraße oder den Munketoft, während der Weg zum Hauptgebäude der Universität weniger eindeutig ist. 
Eine Wegmessung ergab: Die Entfernung von den Süderhofenden bis zum Hauptgebäude der Uni beträgt ca. 1.500 Meter. Diese Strecke setzt sich zusammen aus 5 Abschnitten: Angelburger Straße (250 m), Kappelner Straße und Kanzleistraße (350 m), Fußweg zur Schulze-Delitzsch-Straße (250 m), Weg durch die Schrebergartenkolonie (400 m), Weg von der Kolonie zum Uni-Hauptgebäude (250 m). 
Im Februar 2012 beantragte die WiF-Fraktion die Ausweisung eines Campusweges, um Campus und Innenstadt zu verbinden. Abgesehen von einer Neu-Asphaltierung des Weges durch die Schrebergärten am Sandberg war bis 2016 keine Entwicklung zu verzeichnen. 


Update 2014 und 2016: 
Die Wegeverbindung durch die Kleingärten zwischen Schulze-Delitzsch-Straße und dem Uni-Hauptgebäude soll bis Anfang Juni zu einer Verbindung ausgebaut werden, die den im vergangenen Jahr [richtig ist: bereits 2012] politisch beschlossenen Namen "Campusweg verdient. Der Weg soll als kombinierter Geh- und Radweg mit rund 2,50 Metern Breite in Asphalt hergestellt werden.("Kein Durchkommen: Stadt asphaltiert Campusweg"; Flensburger Tageblatt, 16.05.2014) Siehe auch: "Mit Gummistiefeln in die Uni"; Flensburger Tageblatt, 11.02.2013; und: "Das Tor zum Campus"; Flensburger Tageblatt, 17.08.2013. 

Berichtet zum Ausbau der Wegeverbindung wurde erst wieder 2016: "Zwei beliebte Abkürzungswege zum Campus sind bisher unbefestigt und unbeleuchtet. Stadt sagt auf Anfrage der Hochschulen aber Ausbau-Prüfung zu."("Im Dunkeln über Stock und Stein"; Flensborg Avis, 12.01.2016) 

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Erste Schritte zur Entwicklung des Campusweges 2012/2013

Die Innenstadt und der Campus sind derzeit nicht optimal miteinander verbunden. Fußgänger und Radfahrer suchen sich verschiedene Wege. In der Innenstadt wird der Campus mit seinen beiden Hochschulen, dem Campusbad, der Flens-Arena und seinen landschaftlichen Vorzügen wenig wahrgenommen.

Im Februar 2012 beantragte die WiF-Fraktion daher die Ausweisung eines Campusweges, um Innenstadt und Campus besser miteinander zu verbinden. Mit der Vorlage SUPA-12/2012 wurde beantragt: "Die Stadt weist einen Fuß-/Rad- bzw. Campusweg aus, der Südermarkt und Campus miteinander verbindet. Der Fuß-/Radweg sollte die bestehende Infrastruktur nutzen und die Wegeverbindung vom Südermarkt über die Angelburger Straße, Kappelner Straße, Kanzleistraße hin zum Campus bzw. Campusbad insgesamt aufwerten."(SUPA-12/2012

Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung (SUPA) behandelte die Vorlage am 14.02.2012. Die Fraktionen machten teils konstruktive Vorschläge und stimmten dem Antrag mit einer Ergänzung einstimmig zu: Die Möglichkeit der Wegeführung und die Finanzierung sind durch die Verwaltung in Abstimmung mit Fachhochschule und Universität zu ermitteln und darzustellen.“(SUPA, 14.02.2012Der Antrag wartete auf eine Umsetzung. 


 Verbindung Innenstadt & Campus, Wegezeichnung WiF     (c) Google

Ein kritischer Kritiker bemängelte, die in der Vorlage gewählte Wegezeichnung sei "eine beliebig gewählte Verbindung". Das sorgfältige Studium der Vorlagenbegründung hätte ihn lehren können: 
"Ein Campusweg vom Südermarkt zum Campus muss die kürzestmögliche Wegstrecke nutzen und sollte dabei für Kleingewerbe attraktiv sein."(SUPA-12/2012) Fußgänger und Radfahrer nutzen kurze Wege und sind damit potentielle Laufkundschaft für Gewerbe, das wenig Parkplätze bietet. Dies trifft auf die ganze Angelburger Straße zu, die insbesondere auf ihrer Ostseite zunehmend Leerstand hat. Im Anschluss an die Sanierung 2008 hatte die Interessengemeinschaft der Straße noch gehofft, die erneute Freigabe für Pkw-Durchgangsverkehr könnte die Straße beleben. Das war nicht der Fall, und seitdem hat es auch keine weitere, nennenswerte Gewerbeansiedlung in Flensburgs Hauptstraße des 19. Jahrhunderts gegeben. 

Der Antrag ist dementsprechend begründet: "In der sanierten Angelburger Straße könnten derzeit nicht genutzte, leer stehende Ladenflächen als attraktive Präsentationsflächen für am Campus entstandene Projekte genutzt werden (Bereiche Kunst, Technik). So würde die Angelburger Straße für zwei Zwecke entwickelt werden können: Ansiedlung von (Klein-)Gewerbe und Verbindung zum Campus. Ansatzweise werden bereits Schaufenster für Präsentationszwecke genutzt; auch haben zwei Parteien die Straße durch ihre Büros aufgewertet. Durch die Ausweisung als Campusweg könnte die Angelburger Straße an ihre 
frühere Bedeutung als Ost-West-Verbindung anknüpfen."(SUPA-12/2012Schließlich muss auch die Stadt ein wenig für die Investitionen des Landes in den Campus tun: "Der Campusweg sollte mit Markierungen oder Schildern (inkl. Entfernungsangabe) ausgewiesen werden, um auch in der Stadt an die Existenz des Campus und seiner Angebote (Campusbad, Campushalle, Hochschulsportzentrum, Naherholung) zu erinnern. Das Land erwartet angesichts seiner Investitionen in den Campus von der Stadt, dass sie die Hochschulen optimal entfaltet."(a.a.O.) 

Neben dem beantragten Campusweg (rot) hätte es eine alternative Variante (gelb) gegeben, die überwiegend dem Straßenverlauf der Buslinien folgt. Diese Variante wäre zwar für die Fachhochschule kürzer, aber für Fußgänger und Radfahrer insgesamt weniger attraktiv, da stark von Kfz frequentiert. Und die Variante erfüllt außerdem nicht das Kriterium, die Angelburger Straße wieder mit mehr Leben zu erfüllen. 

Verbindung Innenstadt & Campus, Variantenzeichnung WiF  (c) Google


Sofern die Kaufkraft der Bevölkerung nicht insgesamt wieder steigt (vgl. "Flensburg wächst - die Armut auch"; Flensburger Tageblatt, 06.04.2013), kann die Angelburger Straße ihre Lücken vorläufig nur als non-kommerzielle Ausstellungsfläche schließen. Dass die Lücken ausgerechnet jene zwei Parteien mit ihren Büros schließen, deren Bundesgesetze den Rückgang der Kaufkraft in der Bevölkerung verursacht haben, hat eine gewisse Ironie, trägt aber wenig zur Aufwertung der Straße bei. Die Angelburger Straße verband einst Westen und Osten durch Flensburg. Nun könnte sie Innenstadt und Campus verbinden. 



Die Angelburger Straße (Wiki) wurde vor einigen Jahrzehnten durch den Straßenzug Süderhofenden in Osthälfte und Westhälfte geteilt. Die Osthälfte verläuft in Richtung Hafermarkt und Kappelner Straße mit einem Gefälle, während die Westhälfte in Richtung Südermarkt vergleichsweise ebenerdig ist. Die Westhälfte hat ihr Gesicht durch die Fertigstellung der Flensburg Galerie aufgewertet, zeigt dennoch einige leere Geschäfte. Die Osthälfte hat deutlich mehr Leerstand, einhergehend mit geminderter Gebäudesubstanz. Die Angelburger Straße hat auf ihrer Osthälfte eine geringere Breite, auf der nach dem Umbau 2007/2008 zusätzlich noch Stellplätze für ein Dutzend Kfz bereitgestellt sind, obwohl keine 100 Meter entfernt ein Parkhaus selten ausgelastet ist. 

Presseartikel im Flensburger Tageblatt / sh:z zum Umbau der Angelburger Straße
20.01.2007: Nagelprobe für die Osttangente 
27.01.2007: Kanalbau: Neue Großbaustelle in der City 
31.01.2007: Eine neue Flaniermeile für die Flensburger Innenstadt (Moin Moin) 
22.02.2007: Neue Wege in die Innenstadt 
31.03.2007: Ausnahmezustand rund um die Angelburger Straße 
07.05.2007: Verlängerung: Stadtwerke brauchen Zeit ("Die obere Angelburger Straße soll vom Durchgangsverkehr befreit werden."
21.06.2007: Nächster Bauabschnitt: Angelburger Straße wird Sackgasse 
(Die Fertigstellung sollte wegen der schwierigen Baustellenverhältnisse noch bis in den Herbst 2008 dauern, u.a. wegen heftigerer Regenfälle am 22.08.2007.) 
19.12.2007: Vorfreude auf die neue Flaniermeile 
10.01.2008: Parken oder Radeln: Interessenkonflikt auf der Angelburger Straße 
17.05.2008: Geschäftsleute sollen nicht leiden ("Ende November sollen die Arbeiten in der Angelburger Straße abgeschlossen sein"
28.08.2008: Endspurt in der Angelburger Straße 
19.11.2008: Ein neues Schmuckstück in der östlichen Altstadt

Seit der Sanierung und der erneuten Freigabe für Kfz-Durchgangsverkehr am 28.11.2008 will die Osthälfte der Straße möglichst viele anziehen und hat damit nur teilweise Erfolg, ohne dass der Leerstand zurückginge. Zunächst waren die Anlieger 2008 optimistisch: "Alle gehen davon aus, dass die neue Straße einen Aufschwung erleben wird."("Ein neues Schmuckstück in der östlichen Altstadt"; Flensburger Tageblatt, 19.11.2008) Man hoffte, dass die Straße wieder mit Geschäften zu beleben.("'Jetzt geht es in der Angelburger wieder bergauf'"; Flensburger Tageblatt, 29.12.2009) Weil die Hoffnungen sich aber nicht erfüllten und der Aufschwung ausblieb, begann man zu experimentieren: Aus der Anliegerstraße wurde wieder eine Durchfahrtstraße gemacht, um die Straße "aus der Vergessenheit [zu] holen", wie es ein IHK-Vertreter ausdrückte.("Angelburger Straße - eine für alle"; Flensburger Tageblatt, 16.07.2010) Einige Immobilien erschweren die Entwicklung der Straße zusätzlich.("Der schäbige Nachbar der Galerie"; Flensburger Tageblatt, 24.07.2010) Weil die Eigentümer heruntergekommener Immobilien anscheinend inaktiv sind, belässt man es vorerst bei kosmetischen Korrekturen, "auch um die Aufenthaltsqualität[?] ungebetener Gäste dort nachhaltig zu reduzieren". Die weitere Zukunft sei "schwer kalkulierbar".("Neuer Anlauf: Bewegung in der Schmuddelecke Süd"; Flensburger Tageblatt, 17.03.2011) Leider schloss zu jener Zeit im Ostteil der Straße auch eines der alteingesessenen Geschäfte; ein Tattoo-Studio sollte später folgen.("Der Tante-Emma-Laden für Schuhe"; Flensburger Tageblatt, 16.06.2011) Man suchte also weiter nach Konzepten, denn der Lehrstand wurde "immer prekärer", trotz eines unmittelbaren Einzugsgebietes von "mindestens 10.000 Einwohnern".("Rote Rosen für die Angelburger Straße"; Flensburger Tageblatt, 13.07.2011) 
Neue Hoffnung keimt durch die Initiative des dänischen Unternehmens Sinnerup: Vielleicht können die denkmalgeschützten Häuser, die beim Bau der Galerie beschädigt wurden, doch noch vor dem Verfall bewahrt werden? ("Denkmalgeschützt, aber verfallen: Dänen wollen historische Höfe retten"; Flensburger Tageblatt, 28.10.2015) Die Entwicklung lässt auf sich warten.("Sinnerup-Pläne in der Warteschleife"; Flensburger Tageblatt, 21.04.2016) Vorerst bleibt es beim Stillstand im näheren Umfeld der Flensburg-Galerie.("Schwamm und andere Katastrophen"; Flensburger Tageblatt, 25.11.2016) Aber die Pläne scheinen aufgrund des problematischen Zustand der Gebäude zu wachsen.("Sinnerup plant jetzt größer"; Flensburger Tageblatt, 04.05.2017) 

Die Verkehrsdiskussion trieb zeitweise seltsame Blüten hervor.("Radfahrer raus aus der Angelburger?"; Flensburger Tageblatt, 07.04.2011) 


  Angelburger Straße (Osthälfte), Blick von der Bahndammbrücke                     Demo der Uni-Studierenden am 20.05.2010                     (c) Steding
 

Den Eingang zur Osthälfte der Angelburger Straße bildet eine Brücke des Bahndammes, die 35 Jahre ein Möbelmarkt-Werbeschild trug. Der Anbieter entschloss sich auf Anregung eines Werbepartners, das Schild 2012 mit einem auffälligeren, in Rot gehaltenen Banner auszutauschen. Damit hatte sich aus Sicht der Verwaltung die Grundlage der einst erteilten Genehmigung, die dem unauffälligen Werbeschild galt, geändert. Die Folge: Der Anbieter musste es entfernen.("Werbung ab sofort verboten"; Moin-Moin, 30.01.2013)  

Angelburger Straße, Osthälfte, Blickrichtung Ost


Hinab zur Bahndammbrücke führt der Weg entlang an teils leeren Schaufenstern und einem Dutzend parkender Kfz, für deren längeren Aufenthalt ein Parkhaus vorhanden ist. 

Angelburger Straße, Osthälfte, Blickrichtung West