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Schulen


Meldungen zu widersprüchlicher Schulentwicklungspolitik, d. h. zu fragwürdiger Kontingentierung: 
28.12.2012: "Faber fordert Mut: Notfalls eine Schule schließen" ("Schulentwicklungsplanung wichtiges Thema 2013"

Die Folgen reduzierter Sanierungsmaßnahmen: "Die Stadt spart ihre Schulen kaputt"; Flensburger Tageblatt, 05.12.2014. 
Aber, ein wenig später: "Die Goethe-Schule wird runderneuert"; Flensburger Tageblatt, 28.01.2015. 


Die WiF hat einen Plan für die Entwicklung der Schulen gefordert. Nachdem dieser Plan anfangs auf Widerstand stieß, setzte sich in den Folgejahren die Erkenntnis durch, dass ein solcher Plan tatsächlich fehlt. 2012 entstand daraufhin eine Mehrheit im Ausschuss für Bildung und Sport (ABS), so dass sich die Position der WiF schließlich durchsetzte.


Was tat die WiF? 
Schulen: Entwicklungsplan gefordert!
Früher wurden die Schulen einzeln gefördert nach Kriterien der Verwaltung. Die WiF forderte die Einführung eines Schulentwicklungsplans und bewegte den Parteienblock zum Umdenken in der finanziellen und technischen Planung des Schulbedarfs.



Zum Eigentumsübergang der Kurt-Tucholsky-Schule
Ein Vertragswerk mit einer millionenschweren Deckungslücke

Auf Vorgabe des Landes hatten sich der Landkreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg auf den Übergang der Kurt-Tucholsky-Schule (KTS) von der Hoheit des Kreises in die Verantwortung der Stadt zu einigen. Die KTS befand sich zwar seit ihrer Eröffnung auf dem Hoheitsgebiet der Stadt, befand sich aber in der Schulträgerschaft des Kreises, der sie finanzierte. Die Übernahme sollte ein Vertrag zwischen Kreis und Stadt regeln, den der Landrat und der Oberbürgermeister Flensburgs Klaus Tscheuschner 2009 zum Abschluss brachten. Der Vertrag wurde aufgrund eines Gutachtens entworfen, enthielt in den Anlagen jedoch eine offensichtliche Deckungslücke in den Sanierungskosten, d. h. die Sanierungskosten waren höher als das, was der Kreis der Stadt zuweisen wollte. Der Eigentumsübergang wurde gleichzeitig aber von einer vollständigen Finanzierung der Kosten abhängig gemacht, so dass eine rechtlich verworrene Situation zwischen Kreis und Stadt entstand, die dazu führte, dass die Sanierungsmaßnahmen ausgesetzt wurden, was die Schule selbst unmittelbar belastet(e). 

"Die Stadt steht vor der misslichen Lage, dass sie jetzt Geld in eine Immobilie investieren muss, die ihr gar nicht gehört. Denn nach wie vor steht die Schule im Eigentum des Kreises; die Übergabe des Eigentums an die Stadt kann erst erfolgen, wenn es eine Einigung zur Übernahme des strittigen Kostenanteils gibt."("Über 1,6 Millionen Euro. Millionenstreit über KTS-Sanierung"; Flensburger Tageblatt, 05.05.2012) 
Die Deckungslücke in der Sanierung ist erheblich, erst recht wenn man neben den Maßnahmen am Schulgebäude auch noch Sanierungsmaßnahmen in der Sporthalle hinzuzählt. 

"Obwohl die Schule seit nunmehr fast drei Jahren in städtischer Trägerschaft ist, streiten sich Stadt und Kreis nach wie vor um die Frage, wer für einen Teil der Sanierungskosten aufkommen muss. Nach Berechnung der Stadt sind 1,656 Millionen Euro offen. Es geht vor allem um den Brandschutz, der in dem Gebäude aus den 1970er Jahren weit von dem Stand der Technik entfernt war. In einem Vertrag, der die Übergabe der Schule vom Kreis an die Stadt regelt, wurden 2009 einerseits die erforderlichen baulichen Maßnahmen auf der Grundlage eines Gutachtens, andererseits auch die hierfür erforderlichen Kosten aufgelistet. Erst während der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass der Gutachter die Kosten viel zu niedrig angesetzt hatte, weil er im Bereich Brandschutz nicht den gesamten Nachholbedarf erkannt hatte. Die Stadt steht auf dem Standpunkt, dass der Kreis auch diese, erst später aufgetauchten baulichen Erfordernisse abdecken muss, der Kreis hingegen sagt, die im Vertrag festgelegte Kostenobergrenze gelte. Die Differenz: 1,656 Millionen Euro."(a.a.O.) 

Die WiF-Fraktion hat im November 2011 eine Begehung der KTS gemacht und sich vom Schulleiter und einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung über die Situation aufklären lassen. In der Folge hat sie versucht, den Kreis in die Verantwortung für den Zustand der Schule zu nehmen. Bei der Diskussion um eine Verringerung der NOSpa-Anteile, die eine Ratsmehrheit im Mai 2012 beschloss, vertrat die WiF die Auffassung, mit dem Kreis müsse insgesamt eine Verständigung über offene Posten erzielt werden. SPD und WiF scheiterten jedoch. 

Pädagogisch - und nicht sanierungsrechtlich - gab es über Flensburgs inzwischen größte Schule Positives zu berichten: Neben einer "strukturieren Rückmeldekultur", einer stärkeren Einbeziehung der Schüler in den Unterricht und vermehrter Teamarbeit, soll auch die Länge der Schulstunden geändert werden: "Neben einer Verlängerung auf 60 Minuten komme vor allem die komplette Umstellung des Unterrichts auf Doppelstunden (90 Minuten) in Frage."("Kurt-Tucholsky-Schule will neue Wege testen"; Flensburger Tageblatt, 25.11.2009) 


Presseartikel aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z zu Veränderungen an der KTS und zur Sanierung der KTS-Gebäude: 
04.10.2006: "Was wird aus der Kurt-Tucholsky-Schule?" ("Bald keine Kooperative Gesamtschule mehr?"
30.11.2006: "Was wird aus der Kurt-Tucholsky-Schule?" 
08.12.2006: "KTS plant die Zukunft"; "SPD: KTS in gemeinsamer Trägerschaft" 
05.06.2007: "Der große Umbau: Das wird aus Flensburgs Schulen" 
29.06.2007: "Weichenstellung für KTS" 
25.10.2007: "Zukunft der KTS: 'Wir brauchen schnellstmöglich eine Lösung'" (sagt die CDU-Kreisvorsitzende
18.12.2007: "Entscheidung über (Schul-)Form der KTS erst 2008" 
22.01.2008: "SPD: 'KTS soll Gemeinschaftsschule werden'" ("noch keine Verhandlungen über künftige Trägerschaft"); "In der Pflicht"[Kommentar
23.01.2008: "CDU: 'Der Kreis ist bei der KTS in der Pflicht'" 
30.01.2008: "KTS: Grüne fordern Schulverband als Träger" 
07.02.2008: "SPD fordert schnelle Klärung der offenen Fragen zur KTS" 
08.02.2008: "Schwierige Verhandlungen um Kreis-Gymnasien" 
08.03.2008: "Kreis trennt sich von Gymnasien und gibt die KTS an Flensburg ab" (Wechsel in der Trägerschaft
18.03.2008: "Stadt erwartet Streit ums Geld" (Stadt "rechnet mit Streit um die Frage der Kosten, die die Schule verursachen wird"
14.04.2008: "KTS: Gefragt trotz unklarer Trägerschaft" 
19.09.2008: "KTS verlangt von der Politik endlich Klarheit" ("Vorwürfe an Schulverwaltung des Kreises / Kosten- und Raumfragen nach wie vor unbeantwortet"
15.12.2008: "Schullandschaft im Wandel - dank der KTS" 
06.07.2009: "Millionen-Gezerre um KTS
08.07.2009: "Streit um KTS: Einvernehmliche Lösung zum 1. August in Sicht" 
24.07.2010: "KTS: Mahlzeit" ("Mittagsversorgung für geschätzte 300 bis 400 Schüler"
20.07.2011: "Baustopp: Streit um die KTS-Sanierung" ("Brandschutz unerledigt: Keine Bauarbeiten während der Ferien / Schuljahr startet in der Baustelle..."
05.05.2012: "Millionenstreit über KTS-Sanierung" ("Brandschutz wird viel teurer als vom Gutachter berechnet"; "über 1,6 Millionen Euro offen"
02.11.2014: "KTS: Schulschließung abgewendet" ("Trotz des Kostenstreits mit dem Kreis wird nach anderthalb Jahren Stillstand die Brandschutzsanierung abgeschlossen"




Warum nur Gebäude sanieren?
Gedanken zur konsequenten Sanierung

Der Sanierungsbedarf an den Schulen ist groß und wird nur nach und nach abgearbeitet. Hierbei werden die Lehrerkollegien in die Planungen einbezogen, so dass sie ihre Wünsche einbringen können. Auf diese Weise führen die Sanierungen zu einer größeren Zufriedenheit bei den Lehrenden und der Stadt. Aber was ist mit den Schülerinnen und Schülern? Warum nutzt man die anstehende Sanierung einer Schule nicht, um die Möglichkeit zu eröffnen, gänzlich neue pädagogische Konzepte umzusetzen?
 
Sicherlich bedeutet dieses viel Arbeit für das Kollegium, welches ein Konzept erarbeiten, sich dann fortbilden und es schließlich umsetzen muss. Aber wäre es die Arbeit nicht wert, wenn man dafür auch einen großen Sprung machen könnte? In unserer Partnerstadt kann man zum Beispiel eine Schule besuchen, in der es keine Türen und wenn dann nur vereinzelte verschiebbare Wände gibt. Das Denken in Klassenzimmern findet hier nicht mehr statt – die logische Fortsetzung selbstgesteuerten Lernens in Gruppen.
 
Die heutige Pädagogik hat sich weiterentickelt und die Rahmenbedingungen müssen sich diesem anpassen. Meines Erachtens eine lohnenswerte Aufgabe: Schulen so sanieren, dass die Schülerinnen und Schüler für das 21. Jahrundert angemessen lernen können. Man könnte dieses ja mal zusammen mit dem Ministerium und dem Kollegium bei der anstehenden KTS-Sanierung ausprobieren...