Flensburger Sparkasse

Stadtgeschichte 2008                             (c) sh:z


Die Flensburger Sparkasse (BLZ 215 500 50) existierte 189 Jahre: von 1819 bis 2008. Zum 01.07.2008 wurde die Stadtsparkasse aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation ein Bestandteil der Nord-Ostsee-Sparkasse (NOSpa), die bereits 2003 durch die Fusion der Sparkassen der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg zu gleichen Teilen entstanden war. Auf diese 
„Fusion" (so die offizielle Formulierung) hingewirkt hatte der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (SGVSH) in Kiel, der über die Schieflage der Flensburger Sparkasse jahrelang informiert gewesen war; Vorsitzender des SGVSH von 2000 bis 2005 war Flensburgs früherer Oberbürgermeister Olaf Cord Dielewicz, der als OB kraft Amtes bis 2000 auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Flensburger Sparkasse gewesen war. 
(Wikipedia zur Geschäftsausrichtung der Flensburger Sparkasse: "Die Flensburger Sparkasse betrieb als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Sie war Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Im Verbundgeschäft arbeitete die Flensburger Sparkasse mit der HSH Nordbank, der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein, der DekaBank und der Provinzial NordWest zusammen." 2006 beschäftigte sie 428 Mitarbeiter, davon 36 Auszubildende.) 

Der Niedergang der Flensburger Sparkasse wurde von einer Arbeitsgruppe der Flensburger Ratsversammlung bis zum Januar 2010 aufgearbeitet. Die Arbeitsgruppe verfügte nicht über die weitreichenden Möglichkeiten eines Untersuchungsausschusses, dessen Gründung aber die Gemeindeordnung nicht vorsieht. Die Verantwortlichkeiten für den wirtschaftlichen Niedergang der Sparkasse konnten daher nicht vollständig geklärt werden. Das dafür erforderliche Aktenmaterial lagert in den Archiven der NOSpa, in welche die Daten der FleSpa eingingen, sicher aufbewahrt, Stichwort: Bankgeheimnis". 

Auch dieser Artikel kann daher die Frage nach der Ursache des Niedergangs der Flensburger Sparkasse nicht zweifelsfrei beantworten. Er bietet einen Überblick über die Größenordnung der Pleite sowie Einblicke in den öffentlichen Teil eines kommunalen Debakels, das sich in fünf Akten abspielen sollte. Wesentliche Unterlagen sind verlinkt oder am Ende des Artikels zu finden. 


Was tat die WiF? (2008-2013)
Flensburger Sparkasse: Aufklärung vorangetrieben!
2008 waren wir neu in der Ratsversammlung, als wir mit den Scherben einer bankrotten Sparkasse konfrontiert wurden. Scheibchenweise wurde das Ausmaß des Schadens deutlich: Ein höchstwahrscheinlich dreistelliger Millionenbetrag!
Was wir trotz des Bankgeheimnisses herausfinden und zum Ausdruck bringen konnten, haben wir publiziert. Die WiF deckte auf, wie die Entscheidungen Weniger dazu führten, dass bis heute die Kunden (Kreditlinien) und Mitarbeiter den Preis für die Spekulation zahlen. Die Aufsicht der Parteien CDU, SSW, SPD hat nicht funktioniert!
Klar wurde: Bereits 2002 hatte einer Sonderprüfung der Revision des Sparkassen- und Giroverbandes eine Neuausrichtung nahegelegt, die die Sparkasse wahrscheinlich noch hätte retten können. Die politischen Aufsichtsgremien zogen daraus nicht die Konsequenzen.



Die totale Sparkassenpleite
Ein Kommunaldebakel in mehreren Akten


Eine kommunale Institution gelangt nach 189 Jahren Existenz unvermutet an ihr Ende. Der Erschütterung folgten Nachbeben.
Rückblickend (2012) spielte sich das kommunale Debakel der Flensburger Sparkasse (1819-2008) als Tragödie in 5 Akten ab.

1. Akt:  Die Vereinigung
2. Akt:  Die Absegnung
3. Akt:  Die Erklärungen
4. Akt:  Die Abrechnung
5. Akt:  Die Anpassung




1. Akt:  Die Vereinigung. 
Eine Fusion in scheinbar bester Ordnung 

Die Flensburger Sparkasse, mit knapp 450 Mitarbeitern die sechstgrößte des Landes, erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr bei einer Bilanzsumme von 2,6 (Vorjahr: 2,5) Milliarden Euro einen Jahresüberschuss, der leicht unter dem Vorjahreswert von 2,5 Millionen Euro bleibt. Das sagte Vorstandschef Frerich Eilts bei der Vorlage des vorläufigen Jahresabschlusses 2007. Das Kreditvolumen verringerte sich um knapp ein Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dieser Rückgang sei auf Sondertilgungen von mehr als 100 Millionen Euro zurückzuführen. Hierbei handle es sich überwiegend um Immobilien, die an Dänen übergingen.(...) Die Guthaben der Kunden (Einlagen) erhöhten sich im vergangenen Jahr leicht um ein Prozent auf 850 Millionen Euro."("Flensburger Sparkasse mit leicht sinkendem Überschuss"; Die Welt, 04.01.2008) Die Anfang Januar 2008 veröffentlichte Ergebnisprognose dürfte die zahlreichen Kunden zunächst wenig beunruhigt haben: In Flensburg sind rund 60 Prozent der privaten Haushalte und 70 Prozent der Unternehmen Kunden der Sparkasse."(a.a.O.) Sie sollte sich als nicht nachhaltig erweisen. 

Überraschend luden die Spitzen von Flensburger Sparkasse (FleSpa) und Nord-Ostsee-Sparkasse (NOSpa) am 20.02.2008 zu einer Pressekonferenz (YouTube. Ausschnitte erstellt von Dieter Wilhelmy) im Flensburg-Zimmer im 13. Stock des Rathauses ein, der etwas Nebulöses anhaftete, wie Oberbürgermeister Tscheuscher einleitend anmerkte. Der Presse stellten sich neben dem OB auch der Landrat - beide kraft Amtes als Verwaltungsratsvorsitzende der jeweiligen Sparkasse - sowie die beiden Vorstandsvorsitzenden Frerich Eilts (FleSpa) und Reinhard Henseler (NOSpa). Die Spitzen beider öffentlich-rechtlichen" Sparkassen hätten sich in parallel laufenden Sitzungen" verständigt, eine Fusion beider Sparkassen rückwirkend zum 01.01.2008" durchzuführen, erklärte OB Tscheuschner den versammelten Journalisten. Mit der Fusion wachse zusammen, was zusammen gehöre, es entstehe ein absoluter Marktführer", und die Fusion sei strategisch ohne Alternativen" verkündete Reinhard Henseler die Perspektive der NOSpa. "Fusion im Rekordtempo" titelte das Flensburger Tageblatt am 21.02.2008 und erinnerte daran, dass bereits früher Fusionsgespräche stattgefunden hätten, die noch an Vorbehalten gescheitert waren: „Doch in Flensburg blickte seinerzeit manch einer gerne von oben herab - von der Stadt aufs platte Land. Zu dieser Perspektive wollte aber ein Einstieg als Juniorpartner in die gemeinsame Sparkasse so gar nicht passen. Der seinerzeit frisch amtierende Kassenchef Frerich Eilts war wohl nicht der einzige, der eine feindliche Übernahme wähnte und mit seiner Bank - und seinem Posten - in Deckung ging."(a.a.O.)

Pressekonferenz zur Fusion FleSpa+NOSpa ‎‎‎‎‎‎‎(Ausschnitt)‎‎‎‎‎‎‎

20.02.2008: Braune Augen und "große Offenheit"         (c) Dieter Wilhelmy

Wie stark ist die Position, mit der die Flensburger Sparkasse in die Fusion mit der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) geht? Wirtschaftsprüfer sollen dies jetzt feststellen", berichtete das Tageblatt zwei Tage später, denn: „Vor der Übernahme durch die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) hat sich die Flensburger Sparkasse mit einer 30 Millionen-Euro schweren Finanzspritze eine Stärkung ihrer Eigenkapitalquote geholt. Die zinsgünstige stille Einlage stellte der Kieler Sparkassen- und Giroverband (SGVSH) der Flensburger Sparkasse nach Informationen unserer Zeitung kurz vor Weihnachten zur Verfügung."("Mit frischen Millionen in die Nospa-Fusion"; Flensburger Tageblatt, 22.02.2008) Weitere Details jener Pressekonferenz: Der Vorstandsvorsitzende Frerich Eilts hätte für die FleSpa versichert, dass die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Eigenkapital mit mehr als 11,3% „deutlich übererfüllt“ worden wären, und festgestellt: „Wir haben uns nicht in die Fusion gerettet.“(a.a.O.) OB Tscheuschner erklärte: „Die Gespräche mit der Nospa sind von Anfang an mit großer Offenheit geführt worden.“ Das Tageblatt berichtete weiter: „Nach Angaben von OB und Vorstand bestehe weiter die Option, eigenständig zu bleiben.“(a.a.O.) Wer eine weitere Option hat, besitzt die Freiheit zur Entscheidung, sollte man annehmen.

Die Spitzen verbreiteten allerhand positive Botschaften: Zusammengehörigkeit, Marktführerschaft, Strategie, übererfüllte Eigenkapitalanforderung, Eigenständigkeitsoption - und das ganze Paket 
„rückwirkend zum 01.01.2008". Dieses Datum sollte später keine Rolle mehr spielen. Es sollte sich, wie fast alles Andere auch, als irreführend erweisen. Warum diese plötzliche Eile von „parallel laufenden Sitzungen" bei „rückwirkend" einzuleitender Fusion trotz der „Option, eigenständig zu bleiben" erforderlich war, konnten Außenstehende zunächst nicht einschätzen. Man konnte aber an diesem Widerspruch bereits ahnen, dass etwas Gewichtiges geschehen sein musste, was die Verantwortlichen zunächst noch nicht auszusprechen wagten. Flensburg und die Sparkasse hatten bereits einen Wassereinbruch, aber das Brückenpersonal meinte noch, den Kurs halten zu können. Klar war nur, dass die letzten Tage der FleSpa angebrochen waren. Dem Journalisten Dieter Wilhelmy ist zu danken, dass Ausschnitte der Pressekonferenz vom 20.02.2008 im Flensburg-Zimmer im 13. Stock des Ratshauses publik wurden. 




2. Akt:  Die Absegnung. Die Vorbereitung der Fusion und ihr Vollzug

Das Fusionsstreben der Verwaltungsspitzen beider Gemeinden und Sparkassen bedurfte allerdings noch der Zustimmung der gewählten Volksvertreter/innen in den Gemeindevertretungen von Kreis und Stadt. Zufällig fiel die Ankündigung einer Fusion der Sparkassen drei Monate vor die landesweite Kommunalwahl am 25.05.2008. Nicht nur in Flensburg wurde die Frage abgewogen, we
lche Gemeindevertretung bzw. Ratsversammlung nun über die von den Verwaltungsspitzen beider Sparkassen bereits angekündigte Fusion entscheiden sollte: Die für die Periode 2003-2008 gewählte, oder die erst neu zu wählende? Godber Kraas (FDP) von der Gemeinde St.-Peter-Ording verdeutlichte das allgemeine Unbehagen, das in jenen Tagen herrschte: „Ich fühle mich wie eine Marionette, an deren Fäden in Schleswig gezogen wird. (...) Wie soll ich beschließen, wenn ich überhaupt nichts über den Vertragspartner weiß?“("Ohne Zahlen keine Zustimmung zur Fusion"; shz, 21.05.2008) Die wirklichen Bescheidwisser, das war in jenen Tagen noch nicht klar, saßen nicht in Schleswig bei der NOSpa, sondern in Kiel beim Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (SGVSH). Dem SGVSH lagen die Bilanzen der FleSpa schon seit Jahren vor. 

Im Gegensatz zu den Bedenkenträgern in den Gemeinden hatte SGVSH-Präsident Jörg-Dietrich Kamischke, die „Fusion“ zuvor als einen „großen Fortschritt zur Konzentration der Kräfte der Sparkassen“ und einen „guten Abschluss“ verkauft (Presse-Info Nospa, 20.02.2008).
Dem nicht unbekannten Gutachter Price-Waterhouse-Coopers (PWC) wurde überlassen, bei einem Verhältnis der Girokonten von „30:70“ ein Kräfteverhältnis von 17,12% zu 82,88% zwischen FleSpa und NOSPA „als amtliches Endergebnis“ für die Fusion zu ermitteln. PWC war bereits bekannt und hatte sich für die FleSpa 2005 bewährt, als sie zur Beteiligungsfirma „Capital Stage“ ein Gutachten erstellt hatten ("Wirbel um Beate Uhses Sohn"; Hamburger Abendblatt, 20.01.2005. Oder: "Sparkassen-Chef unter Druck"; Flensburger Tageblatt, 18.01.2005 - siehe Anhang).

 Das Scheitern des ursprünglichen Fusions-Fahrplans

20.02.2008: Presseinfo Nospa, dass Vereinigung rückwirkend zum 01.01.2008" erfolgen soll. (Vorstandsvorsitz: "Wir haben uns nicht in die Fusion gerettet.")
28.02.2008: Ratsversammlung
10.03.2008: Gutachten PriceWaterhouseCoopers wird in Auftrag gegeben
20.03.2008: Ratsversammlung (Beschluss Campusbad)
10.04.2008: Ratsversammlung
08.05.2008: Ratsversammlung
21.05.2008: Neue Rechtsauffassung, dass der neue Rat entscheiden soll; die für den 12.06.08 geplante Versammlung des alten Rats wird gestrichen.

25.05.2008: Kommunalwahl, neue Ratsversammlung
28.05.2008: Der Kreistag stimmt der "Vereinigung" beider Sparkassen einstimmig zu 
09.06.2008: Informationen an die neuen Ratsmitglieder über neue Defizite
19.06.2008: Ratsversammlung, Konstituierende Sitzung des neuen Rats der Stadt FL
24.06.2008: Ratsversammlung, Zustimmung zur "Vereinigung“ der Sparkassen (29/10/2) 
01.07.2008: Fusion der FleSpa mit der NOSpa


Die für das Frühjahr 2008 angesetzte Fusion produzierte fortlaufend neue, unerfreuliche Schlagzeilen, von denen bei der ersten Pressekonferenz (20.02.2008) keine Rede war. Am 09.06.2008 informierten SGVSH, FleSpa-Führung und OB Klaus Tscheuschner die neuen Flensburger Ratsmitglieder über die kurz zuvor bekanntgegebenen Zahlen: Plötzlich war nicht nur von einem Jahresverlust für 2007, sondern auch von einem Wertberichtigungsbedarf von 75 Mio. Euro die Rede. Die Verwaltung bat die Ratsmitglieder um Verschwiegenheit, obwohl sie bereits zwei Stunden zuvor eine Pressekonferenz mit der lokalen Presse und dem NDR abgehalten hatte! „Das Millionenloch wird immer tiefer“ titelte das Flensburger Tageblatt bereits am 10.06.2008 und wurde konkreter: „Kredite über 73,9 Mio. Euro gelten als gefährdet“ – „und müssen über Wertberichtigungen abgeschirmt werden. Und für einen angefallenen Verlust von über 29,7 Mio. Euro muss die Sparkasse tief in die Rücklagen greifen.“, endete der Satz in den Husumer Nachrichten. Man erfuhr immer mehr Einzelheiten, und die Meldungen wurden jedes Mal schwerwiegender: „Die Geschäftspolitik der Flensburger Sparkasse unterschied sich grundsätzlich von der Geschäftspolitik anderer Sparkassen im Land“(Rolf Stennecken, SGVSH). Bereits Ende 2007 wäre der Kieler SGVSH mit einem Kredit in Höhe von 30 Mio. eingesprungen, und nun sicherte er erneut 37 Mio. Euro zu, wusste der NDR zu berichten. Während der OB anfangs noch die Option erwähnt hatte, eigenständig zu bleiben, war er nun auf Reisen als Bittsteller: „Um zu retten, was zu retten ist, ist der Oberbürgermeister bereits auf dem Weg nach Bonn und verhandelt fast zeitgleich mit der Bilanzvorlage seines Vorstandschefs mit Vertretern der Bankenaufsicht BaFin.“(Flensburger Tageblatt, 10.06.2008)
Dabei hatte OB Tscheuschner die Situation der FleSpa seit Amtsantritt am 15.01.2005 verfolgen können; nach 3 Jahren war alle Hoffnung verloren, und er hatte bei Dämmerung der globalen Finanzkrise schließlich den Rettungsfallschirm gezogen. 

Ebenfalls am 09.06.2008 erfuhr die am 25.05.2008 neu gewählte Flensburger Ratsversammlung, dass der SGVSH die Flensburger Sparkasse bereits im Jahr 2001 auf die Höhe der Kreditrisiken hingewiesen hatte. Die Fassade wurde bis zuletzt aufrecht erhalten: Oder wie war die Nachricht des Unternehmenssprechers der FleSpa, Burkhard Lauritzen, zu verstehen, es müsse kein Bilanzverlust ausgewiesen werden?(Kieler Nachrichten, 11.06.2008). Der SGVSH gestaltete schließlich einen Fusionsvertrag für die beiden Sparkassen FleSpa und NOSPA. Dass dieser Fusionsvertrag direkt vom SGVSH und ohne Beteiligung der Sachverständigen in den Gemeindevertretungen erarbeitet worden war, sollte sich erst viel später herausstellen, als weitere Rechnungen präsentiert wurden (siehe 4. und 5. Akt); der SGVSH war stets beteiligt, trat aber nur selten in Erscheinung. Erst im Juni 2010 sollte den Volksvertretern bekannt gemacht werden, was die Flensburger Sparkasse am Vorabend der Fusion (30.06.2008) wirklich noch wert gewesen war.

Fünf Tage nach der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Ratsversammlung sollte die 2. Ratsversammlung am 24.06.2008 beschließen, die in Not geratene FleSpa in den Zweckverband der NOSpa mit dem von PWC ermittelten Anteil von 17,12% aufzunehmen. Nicht alle waren von dem PWC-Gutachten und in den Vorgesprächen zur Situation der FleSpa überzeugt worden. Waren tatsächlich alle Optionen überprüft worden? Die Vereinbarung zur Fusion zwischen FleSpa und NOSpa wurde als alternativlos dargestellt, noch ehe die Ratsversammlung über sie beschlossen hatte. Auch die Presse nahm die erst noch anstehende Entscheidung erwartungsvoll vorweg: Wenn die Ratsversammlung mit ihrer Zustimmung für die Fusion die Lösung abgesegnet hat, dann kann die Suche [nach Schuldigen] beginnen."("Fördeschnack"; Flensburger Tageblatt, 14.06.2008) Das weckte Misstrauen bei den neuen Ratsmitgliedern, die Anzeige erstatteten.("Strafanzeige gegen Sparkassen-Chefs"; Flensburger Tageblatt, 17.06.2008) WiF und FDP beantragten daher, zusätzlich weitere Gespräche mit der finanzstarken Hamburger Sparkasse (HASPA) zu führen, um neben der Fusionsoption mit der NOSpa ein weiteres Angebot für die inzwischen deutlich angeschlagene FleSpa zu erhalten. Die Verantwortlichen für den Niedergang - der Block aus CDU, SSW, SPD, Grünen - wollte hingegen die Fusion durchsetzen, während die neu in den Rat gewählte Linke bereits in Verhandlungen mit der HASPA die Durchführung einer Privatisierung witterte. 

Die Rolle der neuen Fraktion Die Linke: Ihr Fraktionsvorsitzender H.-W. Jezewski affirmierte in seiner ersten Ratsrede nicht nur die Aussagen der Sparkassenvorstände, sondern schwärmte von einer einzigen Sparkasse für alle Kleinsparer zwischen den Meeren und konzentrierte seine Kritik nicht etwa auf die Verantwortlichen für das Desaster, sondern auf diejenigen, welche weitere Optionen erschließen wollten. Die WiF beantragte in der Ratsversammlung am 24.06.2008 die namentliche Abstimmung über die Verwaltungsvorlage RV-42/2008 einschließlich Vereinigungsvertrag, mit der die FleSpa schließlich, nach 189 Jahren Existenz, zum Bestandteil der NOSpa fusioniert werden sollte. "Fusion" lautete die offizielle Bezeichnung, "Anschluss" wäre treffender gewesen, da die FleSpa nahezu pleite war, wie sich noch herausstellen sollte. 

HRA 3992 FL - Dezember 2008
Flensburger Sparkasse, Flensburg
Durch Vertrag vom 27.06.2008 ist die Flensburger Sparkasse mit Sitz in Flensburg als übertragende Rechtsträgerin auf die Nord-Ostsee-Sparkasse mit Mehrfach-Sitz in Flensburg, Husum und Schleswig als übernehmende Rechtsträgerin und Rechtsnachfolgerin vereinigt worden. Die Firma ist erloschen." (Handelsregister Flensburg)  





3. Akt:  Die Erklärungen. Eine Arbeitsgruppe und die Resultate

Eine von der Ratsversammlung am 17.07.2008 eingesetzte Arbeitsgruppe sollte den Verlauf des Niedergangs der FleSpa und dessen Ursachen klären. Die 
Arbeitsgruppe Flensburger Sparkasse" wurde eingesetzt mit dem Ziel, die Umstände zu untersuchen, „die zu der finanziellen Situation der Flensburger Sparkasse im Herbst 2007 geführt haben"(RV-103/2008). Dem Auftrag folgend hat sie „Untersuchungen angestellt mit dem Ziel, die Ursache für die finanzielle Schieflage der Flensburger Sparkasse zu ermitteln und zu klären, ob dafür persönliche Verantwortlichkeiten bestehen."(Auftrag gemäß RV-6/2010 vom 15.01.2010). Die Gemeindeordnung Schleswig-Holstein sah und sieht die Einberufung eines Untersuchungsausschusses, der weiterreichende Möglichkeiten der Zeugenladung und -befragung gehabt hätte, nicht vor. Die Arbeitsgruppe war daher - so die einschränkende Vorbemerkung im Abschlussbericht des Arbeitskreises Flensburger Sparkasse" - "auf Befragungen und die Bereitschaft der Befragten angewiesen, wahrheitsgemäße und weiterführende Angaben zu machen"(RV-6/2010).

Man musste also optimistisch darauf hoffen, dass Verantwortliche die (ideelle) Tugend der Ehrlichkeit über ihr Interesse, eine (materielle) Verantwortung in Form möglicher Strafverfolgung zu vermeiden, stellen würden. 
„Der Arbeitsgruppe stand weder ein Recht zur Einsicht in Akten und Vorgänge der Flensburger Sparkasse zu noch zur Ladung von Auskunftspersonen" schränkt der Abschlussbericht ein, fügt aber zuversichtlich hinzu, „dass bei der Verfügbarkeit solcher Rechte weiter gehende Erkenntnisse hätten gewonnen werden können", möglicherweise „zu der Frage persönlicher Verantwortung von Beteiligten ... insbesondere der Vorstandsmitglieder und der Mitglieder der Aufsichtsgremien der Flensburger Sparkasse, die anhand der tatsächlich durchgeführten Untersuchungen nicht getroffen werden kann"(RV-6/2010). Bei aller Sorge um den Fortbestand der FleSpa und ihrer Mitarbeiter sollte auch das Motiv, die belastenden Unterlagen der FleSpa in den per „Bankgeheimnis" geschützten Archiven der NOSpa zu entsorgen, nicht übersehen werden. 

Geld & Transparenz?


Bevor die Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufnahm, dokumentierte das Tageblatt nicht nur das unglaubliche Wachstum der Bilanzsumme der Sparkasse innerhalb von etwas über 15 Jahren, sondern veröffentlichte ebenso die Einschätzung eines Insiders, die erstmals den Umfang des Schadens ermessen ließ: 
1989, als der Sparkassendirektor Frerich Eilts beginnt, als Vorstandsmitglied die Geschicke der Flensburger Sparkasse mit zu bestimmen, ist das [gleichwertige Verhältnis von Krediten und Einlagen] auch in Flensburg noch so. Das Kreditvolumen beträgt 435 Millionen Euro, die Summe aller Einlagen 420 Millionen. Ende 2007 stellt sich die Lage völlig anders dar. Das Kreditvolumen hat sich um das 4,5-fache auf fast zwei Milliarden Euro (1,972) erhöht, die Summe der Spar- und sonstigen Einlagen dagegen nur um das 2,8-Fache auf 1,143 Milliarden Euro."("Wachsen auf Teufel komm raus"; Flensburger Tageblatt, 18.07.2008) Und weiter: 2001 bekommen 0,25 Prozent der Kreditnehmer rund 46 Prozent des gesamten Kreditvolumens der Sparkasse - fast 450 Millionen Euro für eine Handvoll Leute. Als Sicherheiten werden nicht selten Geschäftsideen oder Teile des Geschäfts selbst akzeptiert. Das heißt: Bei einer Geschäftsidee, die nicht funktioniert, blieb am Ende womöglich nur das nicht funktionierende Geschäft selbst als Sicherheit."(a.a.O.) Und da man das Einlagenvolumen (Kundenguthaben) in Flensburg „nicht überdurchschnittlich steigern [konnte], weil dies die Einkommens- und Vermögensstruktur der Flensburger Bevölkerung nicht hergab"(Eilts), wurde stattdessen überregional expandiert: „Zu den eher ungewöhnlichen Geschäftspraktiken des Instituts gehören auch die starken Auslandsengagements bei Krediten, die sich auf 157,3 Millionen Euro summierten. Türkei,Liechtenstein, Andorra - überall fanden sich dankbare Kreditnehmer. Auch eine Spielbank auf Zypern soll finanziert worden sein. Größte Einzelposition der Auslandsengagements indes war die Schweiz."(a.a.O.) Im Rahmen einer "Kreditrisikostrategie" seien ab September 2001 - seit Sommer 2001 sanken die Börsenkurse, auch bereits vor "9-11" - die Klumpenrisiken, also die auf einige wenige konzentrierten Kredite von fast 450 auf 200 Millionen Euro" gemindert worden.(a.a.O.) - Deutlicher wurde diese Entwicklung einschließlich der Namen der leitenden Verantwortlichen seit 2001 nicht mehr bilanziert; die Veröffentlichung fiel allerdings ins Sommerloch. 

Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe sollte 18 Monate später feststellen: „Ursprung der Ende 2007 zu Tage getretenen existenzbedrohenden finanziellen Krise der Flensburger Sparkasse war die Vergabe von Großkrediten in den Jahren 1996 bis 1998. Der Umfang dieser Kredite war für eine Sparkasse von der Größe der Flensburger Sparkasse außergewöhnlich hoch. Die Vergabe erfolgte an eine einzige Gruppe von Kreditnehmern (sog. „Klumpenrisiko“). Als Sicherheiten wurden durchweg Aktien desselben Unternehmens bzw. Aktienpakete derselben (wenigen) Unternehmen akzeptiert."(RV-6/2010) Parallel wurde die Quote des Eigenkapitals verringert: Die Einlagen wuchsen in deutlich geringerem Umfang als die gewährten Kredite, so dass die Flensburger Sparkasse in immer größerem Umfang auf Fremdmittel angewiesen war."(a.a.O.) Berücksichtigt hat die Arbeitsgruppe die zum Zeitpunkt der Kreditgewährung herrschende Euphorie am 'Neuen Markt'", stellt aber zugleich in Frage, ob eine regionale Sparkasse sich von einer solchen allgemeinen Begeisterung lenken lassen sollte"(a.a.O.). Allgemeine Begeisterung? Betreiben die Sparkassen des Landes - im Unterschied zu den Banken - nicht auch eine "Sparkassenakademie Schleswig-Holstein", und sollten die zukünftigen Sachverständigen für Finanzen an jenem Ort nicht Nüchternheit lernen? Angesichts allgemeiner Begeisterung hätte die Ausbildung für die zukünftigen Profis für Finanzprodukte auch die Erfahrungen der Börsencrashs von 1929 und 1987 lehren sollen; eigentlich. 

Jedenfalls waren die damaligen Geschäfte mit dem herkömmlichen Geschäft einer Sparkasse, die für die Kreditversorgung des regionalen Mittelstands sorgen soll, allenfalls teilweise zu vereinbaren", hält der Abschlussbericht bzw. die RV-6/2010 fest. Der Optimismus, der in den Teppichetagen auch nach der Vergabe der Großkredite bestand, ist am Börsengang der Beate Uhse AG erkennbar, der am 27.05.1999 vollzogen wurde. Im allgemeinen Hype, der von 2000 bis 2002 enden sollte, war die Erotik-Aktie 64-fach überzeichnet"(Wikipedia); sie sollte noch über 90% ihres Wertes verlieren. In jener Zeit des Börsenhypes tauschten auch Bankangestellte tagsüber die neuesten Aktientipps aus und wetteten ihr Geld auf steigende Kurse wenig bekannter Firmen. Die Saat, welche die Privatisierung der Deutschen Telekom in Form ihres Börsengangs, durchgeführt am 18.11.1996 und geprägt von einer bis dahin beispiellosen Werbekampagne"(Wikipedia), gelegt hatte, war aufgegangen; am 11.03.1997 sollte das berüchtigte Börsensegment Neuer Markt"(1997-2003) eröffnet werden. Der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe weiß um jenes Prinzip Hoffnung, dass nämlich den übernommenen Kreditrisiken aus damaliger Sicht - auch gute Gewinnchancen gegenüberstanden" und äußert Verständnis dafür, dass man dabei sein wollte: Es mag in vertretbarer Weise eine Rolle gespielt haben, dass eine andere Entscheidung unter Umständen bedeutet hätte, dass Flensburger Unternehmer im Unterschied zu Unternehmen aus anderen Regionen an den aktuellen Erfolgen des 'Neuen Markts' nicht teilhaben können."(RV-6/2010) Für den Wunsch am Boom, der zum Bumms wurde, auch am Rande der Republik partizipieren zu wollen, hat Flensburg teuer bezahlt. Der politische Nenner drückt sich so aus: Die Arbeitsgruppe sieht das als ein zulässiges Motiv für die Übernahme eines Kreditrisikos an, das aus damaliger Sicht schon für sich genommen vertretbar erschien." Niemand ist konkret verantwortlich, denn Die Gremien haben in ihrer Gesamtheit Entscheidungen getroffen, die im Ergebnis fatal waren."(a.a.O.) Aber, dass sich Kreditnehmer mit hohen Verbindlichkeiten als unzuverlässige Geschäftspartner erwiesen" war ein Risiko, das nach Glück verlangt und welches eine dem regionalen Bereich verpflichtete Sparkasse in nationaler Randlage nicht hätte eingehen müssen. Was wäre alternativ möglich gewesen, wenn sich die Gremien stattdessen bereits 1996 für die Gründung einer NOSpa entschieden und den allgemeinen Hype abgewartet hätten? 

Die Arbeitsgruppe stellte abschließend fest: Aus unternehmerischen Fehlentscheidungen aus den Jahren 1996-1998" war bei der FleSpa ein erhebliches Defizit entstanden, und bereits im Herbst 2007 stand außer Zweifel, dass die Flensburger Sparkasse nicht aus eigener Kraft fortbestehen konnte."(RV-6/2010). Dieses Fazit wurde nicht geteilt von denjenigen, die für die Vergabe von Großkrediten in den Jahren 1996 bis 1998 verantwortlich zeichneten: Der frühere Flensburger OB Olaf Cord Dielewicz (SPD; OB von 1983-1999) und der Sparkassendirektor und Vorstandsvorsitzende Georg Wedegärtner, dessen Amtsnachfolger Frerich Eilts von 2001-2008 war. Dielewicz und Wedegärtner antworteten am 27.01.2010 in einem Brief auf den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe zur FleSpa: „mit Rücksicht auf die damals verantwortlichen Mitarbeiter der Flensburger Sparkasse sowie der Mitglieder der Kollegialorgane Vorstand, Verwaltungsrat und Kreditausschuss ... dass die Richtigkeit von Kreditentscheidungen immer nur ex ante und nicht ex post, also immer nur im Zeitpunkt der Entscheidung und nicht nachträglich, beurteilt werden kann“; und weiter: „Alle Kreditentscheidungen wurden mit großer Sorgfalt ... vorbereitet, im Kreditausschuss kritisch analysiert und dort mit Sachkunde und Verantwortung einstimmig getroffen“(Dielewicz & Wedegärtner, 27.01.2010). "ex post", d. h. hinterher ist man meistens schlauer. Wenn die Jahresabschlüsse „der im Bericht kritisch angesprochenen Jahre 1996 bis 1998 ... ein ständig weiter steigendes Eigenkapital der Sparkasse aus[weisen]“, dann scheinen die Verantwortlichen das Platzen der Spekulationsblase ab dem März 2000 übersehen zu haben. Wie sonst ist dieser Blick nur auf den Beginn der Boom-Phase zu erklären? Ihr bemerkenswertes, da angesichts der Gewichtung der Kredite kontrafaktisches Fazit: „Daher gibt es keine Berechtigung, von den Kreditentscheidungen der Jahre 1996 bis 1998 als von ‚unternehmerischen Fehlentscheidungen’ zu sprechen.“(a.a.O.) 

 Herr Dielewicz hat da sehr genau hingeschaut", so Georg Wedegärtner, der war kein Abnicker." Allerdings: Bei manchen Entscheidungen waren wir wohl recht mutig. Aber Hasardeure waren wir nicht." 
 Jede Entscheidung war einstimmig." Alle Kreditentscheidungen seien rechtmäßig gewesen.Sie waren aus damaliger Sicht kreditwirtschaftlich und regionalwirtschaftlich richtig."(O.C. Dielewicz) 
  Die Arbeitsgruppe war aber weitgehend zahnlos, weil sie nicht die Befugnisse eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses hatte, niemanden vorladen konnte und keine Akteneinsicht hatte. 
 Wir hätten gern die Aussagen der Befragten an Hand von Unterlagen geprüft." Tenor der meisten Aussagen sei gewesen Wir können nichts dafür." Herausgefunden habe man immerhin, dass nicht der Vorstandsvorsitzende, sondern der Stellvertreter Frerich Eilts, seit 1987 im Vorstand der Flensburger Sparkasse, für die Expansionspolitik des Kreditinstituts verantwortlich war.(Dr. Döring, CDU)
 ("Die Entscheidungen waren aus damaliger Sicht richtig"; Flensburger Tageblatt, 30.01.2010)  



Man könnte meinen, alle wären gleichermaßen Opfer der Umstände des Finanzmarktes geworden. Die Wachstumsgläubigkeit, welche zu den 
unternehmerischen" Entscheidungen verleitet hatte, belastet(e) nun die öffentlichen Kassen; Verantwortliche in ehemals öffentlich-rechtlicher Position mussten jedoch vorerst nicht haften, behielten Pensionsansprüche und wurden wiederum unternehmerisch aktiv, z. B. Frerich Eilts, der bereits am 11.07.2008 eine neue Gesellschaft gegründet hatte ("Leben nach der Sparkasse"; Flensburger Tageblatt, 30.01.2010). Am Tag der Ratsversammlung, an dem der Abschlussbericht debattiert werden sollte, erschien ein Pressebericht zur Kreditvergabe, der ohne Rücksichtnahme auf politischen Konsens den Artikel vom 18.07.2008 erweiterte: „Im Jahr 2001 ... haben 0,25 Prozent der Kreditnehmer rund 46 Prozent des gesamten Kreditvolumens der Sparkasse – fast 450 Millionen Euro für eine Handvoll Leute. Die Namen der mit den Sparkassen-Millionen ausgestatteten Geschäftsleute seien im Verwaltungsrat nie gefallen. ... Zu diesen Krediten sei dort aber in all den Jahren nicht eine einzige kritische Frage gestellt worden.“, offenbarte ein Insider, der zudem die Sorgfalt des Kreditausschusses bemängelze: „Und im Kreditausschuss ... habe nie ein Mitglied Papiere in die Hand bekommen. Als Sicherheiten für die Millionenkredite wurden nicht selten Geschäftsideen oder Teile des Geschäfts selbst akzeptiert.“("Für Kontrolle unqualifiziert"; Flensburger Tageblatt, 18.02.2010). 

Diese gewichtigen Zahlen boten Zündstoff für die öffentliche Debatte in der Ratsversammlung am 18.02.2010, in der weitere, pikante Details bekannt wurden: Der Bilanz 2003 zufolge hatte der Vorstand (zwei Mitglieder) 845.000 Euro Kredit, der Verwaltungsrat (17) insgesamt 1,272 Millionen Euro." berichtete FDP-Ratsherr J. Petersen und kritisierte die Auslandsgeschäfte ohne Ende" und fragte weiter: Warum klingelt es da im Kreditausschuss nicht?"("Sparkasse: Wo waren die Kontrolleure?"; Flensburger Tageblatt, 20.02.2010). WiF-Ratsherr Wolfgang Schmiel erkannte in der Fusion mit der Nospa einen Notverkauf in letzter Sekunde"(a.a.O.). Gewährte Sonderkonditionen werfen ein weiteres unvorteilhaftes Licht auf den Notverkauf der FleSpa, mit dem zugleich das Beweismaterial einer Aufarbeitung entzogen wurde. 
 
H. Andersen kritisiert die Sonderkonditionen      (c) Offener Kanal FL 

Zwei Jahre nach der Fusion wurden weitere Gräben sichtbar. Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach, Vorsitzender des NOSpa-Zweckverbandes, bemängelte: „Wir sind über die Risiken nicht in dem Maße informiert worden, wie wir es aus heutiger Sicht erwartet hätten“ und stellte klar, dass der SGVSH eine „geräuschlose Lösung“ für das „Problem Flensburger Sparkasse“ gesucht hatte.("Nospa-Fusion: Risiken verschwiegen?"; Flensburger Tageblatt, 15.06.2010) Er diagnostizierte einen „sehr zögerlichen und materiell zurückhaltenden Umgang mit der Krise seitens beider Sparkassenorganisationen“, des SGVSH und auch des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Festzuhalten bleibt: Der SGVSH in Kiel, dem die Zahlen der FleSpa über Jahre vorlagen und der ihre Lage jahrelang beaufsichtigte, hatte der NOSpa mit der FleSpa nicht nur eine verwegene Braut, sondern auch eine unerwünschte Mitgift besorgt. Von Gerlach warf dem SGVSH vor, Wissen verschwiegen zu haben, denn dieser hätte im Zuge der von ihm forcierten Stützungsfusion der Nospa mit der angeschlagenen Flensburger Sparkasse deutlich stärker auf die große Risikobelastung aufmerksam machen müssen. Die Nospa selbst hätte die damaligen Verflechtungen und daraus resultierenden Konzentrationsrisiken allein nicht angemessen einschätzen und würdigen können."(a.a.O.) 

Auskunft dazu hätte ihm ein ehemaliger Flensburger Amtsträger geben können: Der Jurist Olaf Cord Dielewicz (SPD), der von 1983-1999 nicht nur Flensburger Oberbürgermeister, sondern im Anschluss daran von 2000-2005 auch noch Präsident des Kieler SGVSH war. Er konnte Einblick in alle signifikanten Unterlagen der FleSpa gehabt haben. Von den Prüfungen berichtet er: 
Alle Kreditentscheidungen standen insbesondere im Einklang mit allen rechtlichen Vorgaben und waren kreditwirtschaftlich und gerade auch regionalwirtschaftlich im Zeitpunkt der Entscheidung richtig. Auch war die Risikofähigkeit der Sparkasse im Zeitpunkt der Entscheidung immer gegeben. ... Jeder Jahresabschluß wurde von den Jahresabschlußprüfern intensiv geprüft. Für jeden Jahresabschluß wurde jeweils der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Dieses blieb auch von der Sparkassenaufsicht des Landes und der Bankenaufsicht des Bundes unbeanstandet."(Dielewicz & Wedegärtner, 27.01.2010) Zum so genannten Klumpenrisiko" bei der Kreditvergabe fiel beiden Sachverständigen wenig ein, außer vielleicht: ... ist eine Kreditentscheidung nicht ein statisches historisches Ereignis, welches unbeeinflussbar weiterwirkt. Durch die Kreditentscheidung wird vielmehr eine lebendige Geschäftsbeziehung begründet, erweitert oder eingeschränkt, die der ständigen Überwachung mit zeitnaher Reaktion auf jede Veränderung der für die Risikobeurteilung wesentlichen Fakten bedarf."(a.a.O.) Nur rechtfertigt dies, bei der Vergabe von Krediten ein erhebliches Klumpenrisiko" einzugehen? Die wesentlichen Fakten", also was die FleSpa an ihrem Ende noch wert war, sollten erst zwei Jahre nach der Fusion öffentlich bekannt werden. Mit dem Abschlussbericht war das letzte Wort noch nicht gesprochen. 




4. Akt:  Die Abrechnung. Der Kreis bittet die Stadt zur Kasse, Millionen werden fällig

Am Tag der Ratsdebatte über den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe war ein Artikel erschienen, der den Trend der nächsten Monate andeuten sollte: "Nospa vor Millionen-Verlusten?"(Flensburger Tageblatt, 18.02.2010) lautete eine Frage, die sich auf eine Schadensersatzklage Hamburger Anwälte bezog. Hinter dem Rücken des Hamburger Geschäftsmanns Frank Thielert soll die FleSpa Aktien im Millionenwert verkauft und den Erlös mit Investor Marco Hahn geteilt haben, lautete der Vorwurf der Hamburger Anwälte, der erstmals 2008 bekannt geworden war ("Wir halten die Klage für unbegründet"; Flensburger Tageblatt, 18.06.2008). "Nospa muss Millionen zahlen"(Flensburger Tageblatt, 25.08.2012), genauer 
bis zu rund 51 Millionen Euro", sollte erst 2,5 Jahre später das erste Urteil lauten, wogegen die NOSpa jedoch ein Berufungsverfahren in Aussicht stellte, weil es an einer Beweisaufnahme gemangelt hätte.("Thielert-Urteil: Nospa will in die Berufung"; Flensburger Tageblatt, 06.09.2012) Aber bis 2012 sollte der Komplex Sparkasse noch einige Rechnungen präsentieren und Schlagzeilen produzieren, u. a. eine Anklage gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden ("Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Frerich Eilts"; Flensburger Tageblatt, 21.04.2010); oder die später erfolgende Inhaftierung des Investors Richard Orthmann wegen vermeintlicher "Flucht- und Verdunkelungsgefahr" angesichts des Vorwurfs von Bestechung und Beihilfe zur Untreue" in Zusammenhang mit der "pflichtwidrige[n] Vergabe von Krediten in einer Gesamthöhe von rund 45 Millionen Euro in den Jahren 2005 und 2006"; Orthmann soll als Großkunde der FleSpa Kredite in dreistelliger Millionenhöhe" erhalten haben ("Flensburger Kaufmann in Haft"; Flensburger Tageblatt, 06.08.2011). Mehr sollte man erst 2012 erfahren, als das Tageblatt über den Werdegang von Orthmann und die Klage der Staatsanwaltschaft bezüglich des riskanten Spiels mit Aktien der Beate Uhse AG und deren Beleihung berichtete in: "Das missglückte Millionenspiel"; Flensburger Tageblatt, 04.03.2012.  
  
Bereits Ende Januar 2010, d.h. kurz nach dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe zur FleSpa und noch vor der Ratsdebatte über den Abschlussbericht, war ansatzweise bekannt geworden, dass sich die Situation der NOSpa inzwischen erheblich verschärft hatte, da sie 120 Millionen für Problemkredite der ehemaligen FleSpa abschreiben musste.("Faule Kredite: Wieder eine Sparkasse in Not"; Flensburger Tageblatt, 29.01.2010) Die NOSpa sollte nun ebenfalls zum Stützungsfall werden.("Nord-Sparkassen wollen angeschlagene Nospa retten"; Die Welt, 04.06.2010) Nachdem der regionale Stützungsfonds bereits 37 Mio. Euro zugeschossen hatte, seien die 15 Nord-Sparkassen satzungsgemäß bereit, sich mit 86 Mio. Euro - dem Großteil der im regionalen Stützungsfonds verbliebenen Mittel - an der Rettungsaktion zu beteiligen"; der Kapitalbedarf solle sich auf 150 Mio. Euro belaufen (a.a.O.). Der Kapitalbedarf sollte weiter wachsen. Die NOSpa habe „seit 2008 bereits einen Sanierungsbeitrag von 180 Millionen Euro aufgebraucht“("Nospa-Fusion: Risiken verschwiegen?"; Flensburger Tageblatt, 15.06.2010), womit deren Vorstandsvorsitzender Reinhard Henseler in den Wochen der Fusion nicht gerechnet hatte: Dass sie [FleSpa] halbwegs gesund war, haben wir noch zum Fusionsstichtag geglaubt. Bei der Bilanzsumme war das Verhältnis 60 zu 40 für die Nospa. Die Flensburger Sparkasse war ja aber nicht so groß, wie sie schien", stellte Henseler in einem Interview rückblickend fest.("Wir sind durch mit den Kreditrisiken"; Flensburger Tageblatt, 01.07.2010) Die deutschen Sparkassen und ihre Verbände stützen das Geldinstitut im Norden mit über 181 Millionen Euro", berichtete das Tageblatt und fragte Henseler auch nach den Risikokrediten der FleSpa: Knapp über eine halbe Milliarde Euro. Ein wesentlicher Teil, mehr als die Hälfte sind die berühmten Klumpenrisiken."(a.a.O.) Bis zur Fusion hatte Henseler die NOSpa als „gebohnert“ präsentieren können, 2007 sei sie stark kapitalisiert" gewesen (a.a.O.) - eine Aussage, die vor der Finanzkrise nicht nur für die NOSpa galt. 2010 hatte Henseler aber auch festgestellt, die alte NOSpa habe im Zeitraum nach der Übernahme und in der Finanzkrise nur 10 Mio. Euro" verloren. 

Dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und dem SGVSH wurde die Rechnung schließlich zu hoch, und sie forderten, 
dass die Stadt Flensburg einen angemessenen nachhaltigen Trägerbeitrag im Zusammenhang mit den Stützungsmaßnahmen der Sparkassenstützungsfonds leistet, indem sie einmalig 14 Mio. € an den die Nord-Ostsee Sparkasse tragenden Zweckverband mit der Maßgabe leistet, dass dieses vollumfänglich als Dotationskapital in die Nord-Ostsee Sparkasse eingebracht wird"(RV-64/2010). 

OB Tscheuschner präsentiert die Bilanz            (c) Offener Kanal FL 

Die Ratsversammlung am 17.06.2010 befasste sich daher erneut mit der FleSpa bzw. ihrer Beteiligung an der NOSpa. OB Klaus Tscheuschner hatte mit der Vorlage RV-64/2010 öffentlich beantragt, dem Zweckverband der NOSpa die 14 Mio. Euro zukommen zu lassen, trotz der enormen Schuldenlast der Stadt. Der Offene Kanal übertrug, wie der Oberbürgermeister in der Ratsversammlung für die Bereitstellung des Dotationskapitals" warb. Dafür musste auch eine formale Rechtfertigung gefunden werden, denn rechtlich war die Stadt nicht zur Zahlung verpflichtet. Die Rechtsexpertin präsentierte eine „Vertragsauslegung“, als „mögliche Rechtsgrundlage“ u. a. eine „Durchgriffshaftung“, um die Kapitalabführung an die NOSpa plausibel zu machen. Um jener möglichen Rechtsgrundlage" moralisch Wucht zu verleihen, wurde erstmals dargestellt, wie es um die FleSpa kurz vor der Fusion im Juni 2008 tatsächlich bestellt war: „die Zahlen, die gestern Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner bei der Sondersitzung der Ratsversammlung präsentierte, belegen erstmals, wie heruntergewirtschaftet das Institut zum Zeitpunkt der Not-Fusion bereits gewesen ist. Allein der Kapitalverbrauch in den letzten 18 Monaten der Existenz der Sparkasse betrug sagenhafte 106 Millionen Euro ... Im Jahr 2007 betrug die Summe der Rücklage-Entnahmen, Verlustbeteiligungen und aufgelösten Vorsorgereserven 52,98 Millionen Euro. Im ... im ersten Halbjahr 2008, beliefen sich die Entnahmen auf 53,64 Millionen Euro - das Tempo, in dem das Geld am Südergraben verbrannte, hatte sich also bereits verdoppelt."("Noch 106 Millionen vor der Fusion verbraucht"; Flensburger Tageblatt, 18.06.2010) Die meisten Politiker wurden von den Zahlen ebenso überrascht wie die Öffentlichkeit. 

Der Kapitalverbrauch hatte zur Folge, dass die FleSpa am 01.07.2008 „mit einem Restbetrag ihrer Sicherheitsrücklage von 163.000 Euro in die Nospa-Fusion [ging]“; noch im Januar 2008 hatte ihr Direktor Frerich Eilts „bei einer Bilanzsumme von 2,6 Milliarden Euro einen Überschuss von mehr als zwei Millionen für das abgelaufene Geschäftsjahr in Aussicht gestellt“, d. h. das Institut „war selbst nur noch so viel wert wie ein mittleres Einfamilienhaus“("Noch 106 Millionen vor der Fusion verbraucht"; Flensburger Tageblatt, 18.06.2010). Der OB empfahl angesichts der 163.000 Euro Eigenkapital zum Fusionszeitpunkt: „Angesichts dieser Zahlen müsse man[?!] neben Wut und Enttäuschung auch Scham empfinden gegenüber der grundsoliden Nospa“(a.a.O.); vermutlich meinte er sich sich selbst, da die Ratsversammlung diese Zahlen erstmals erfahren hatte, während er die Sparkassengeschäfte bereits seit 2005 beaufsichtigt hatte und daher Einblick in das eingegangene Klumpenrisiko" gehabt haben müsste. Der NOSpa wurde überlassen, die Altkredite der FleSpa (30,3 Mio. in 2008, 122 Mio. in 2009) zu begleichen: „Insgesamt hatte die Nospa aus den ersten 18 Monaten seit der Fusion mehr als 170 Millionen Euro direkte Belastungen“, bilanzierte Tscheuschner die vergiftete Mitgift der FleSpa.(a.a.O.) 

Die Präsentation des Oberbürgermeisters offenbarte den Zuschauern der Ratsversammlung am 17.06.2010, wie die 189 Jahre alte FleSpa innerhalb weniger Jahre quasi zerstört wurde. Im Zeitraum 1996-2003 war die Vergabe der Kredite im Verhältnis zu den Einlagen überproportional gestiegen. Dieser Anstieg setzte sich ab 2000 vermindert fort, um dann ab 2003 zu stagnieren. Wie umfangreich wurde dabei mit Wertpapieren spekuliert, und wie hoch waren die Wertpapierkredite? Auch waren besondere Geschäfte mit Immobilien bekannt geworden. Welcher Schaden ist durch die Bedienung eines bekannten Flensburger Immobilienmaklers entstanden? Ein Jahr zuvor war öffentlich geworden: Der Flensburger Immobilienhändler Herman Densch akzeptierte einen Strafbefehl über 90.000 Euro und zahlt 1,93 Millionen Euro zusätzlich an die Staatskasse, die er durch unerlaubte Darlehensgeschäfte an Zinsen verdient hat. Densch soll nach Überzeugung der Ermittler zinsgünstige Darlehen der Flensburger Sparkasse mit kräftigem Aufschlag an Kunden seines Unternehmens weitergegeben und damit gegen das Kreditwesengesetz verstoßen haben. Um derartige Geschäfte abwickeln zu können, hätte er im Besitz einer Banklizenz sein müssen."("Illegale Darlehen: Erste Verurteilung"; Flensburger Tageblatt, 26.02.2009) 

Diese Fragestellungen und sogar die Vorwürfe von Untreue, Bestechlichkeit und Beihilfe" hatten Artikel aufgeworfen, die überregional erschienen waren: "Die Flensburger Sparkasse und ihre eigenartigen Geschäfte" in GoMoPa, 22.04.2010; oder "Hydra im Küsten-Klüngel" in Der Spiegel, 15.03.2010, in dem die Kreativität des Vorstandsvorsitzenden der FleSpa bei Finanzierungsfragen in den Bereichen Immobilien und Sportförderung gewürdigt wurde. Wie verhielt sich der Verwaltungsrat gegenüber dem heimlichen Herrscher von Flensburg"(Spiegel, a.a.O.), den ein Ermittler der Staatsanwaltschaft entdeckt zu haben glaubte: Der Vorstand der FleSpa erhielt trotz bereits bestehender Risiken noch im Jahr 2002 eine Kreditbewilligungskompetenz für Blankokredite, „die bei einem Vielfachen der heutigen Kompetenz des Nospa-Vorstandes liegt“(OB Tscheuschner, RV vom 17.06.2010). Die NOSpa, das sei hinzugefügt, hat(te) allerdings ein wesentlich größeres Bilanzvolumen als es die FleSpa jemals hatte. 


    

    

    
             
(c) Offener Kanal FL

Der Hinweis auf die Kollegialorgane, den Dielewicz und Wedegärtner in ihrem Brief vom 27.01.2010 gegeben hatten, verlagerte die Verantwortung auch auf die großen drei Flensburger Parteien CDU, SPD, SSW, die in den Sparkassengremien regelmäßig vertreten waren und eigentlich Aufsicht führen sollten. Das war ihnen, vielleicht auch wegen der Zusammensetzung und der Kreativität des FleSpa-Vorstands, leider misslungen. In den Aufsichtsgremien war die Verantwortung jedenfalls auf viele Schultern verteilt, die sich auch bei der Abführung von 14 Mio. Euro Dotationskapital" an die NOSpa von der OB-Losung einer „moralischen Verpflichtung“ angesprochen fühlten. Ihre Stimmen ermöglichten schließlich auch die Zahlung des Millionenbetrages. Auch die WiF wollte nicht unbeteiligte Sparkassen des Kreises Schleswig-Flensburg für die von oben eingefädelte „geräuschlose Lösung“(Landrat von Gerlach über die SGVSH-Politik) der Fusion zahlen lassen; aber hätte sie sich zum Mittäter bei der Fortsetzung eines in der Flensburger Stadtgeschichte beispiellosen Vermögensschadens machen sollen? 

  Einschätzungen aus der Flensburger Ratsversammlung vom 17.06.2010:

     Worte der Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU, SSW: 

... dafür ist Flensburg noch relativ gut weggekommen.“ (Helmut Trost, SPD)

Eigentlich, und nicht nur eigentlich, können wir nichts Anderes tun, als dem zuzustimmen. ... Es wurde gesagt: Es ist alles okay.“ (Gernot Nicolai, CDU)

Ich will ja zugeben, die Situation ist ja ziemlich verkorkst. ... Wir haben unsere eigene Sparkasse in den Sand gesetzt.“ (Gerhard Bethge, SSW)

    
    G. Bethge (SSW) am Rednerpult                      (c) Offener Kanal FL

Der Oberbürgermeister (parteilos, 2004 von der CDU nominiert):
Schon 2002 hatte der Vorstand der Flensburger Sparkasse eine Kreditbewilligungskompetenz für Blankokredite, die bei einem Vielfachen der heutigen Kompetenz des Nospa-Vorstandes liegt – bei einem wesentlich größeren Bilanzvolumen des Geldinstituts.“ (OB Klaus Tscheuschner, von 2005-2008 Vorsitzender des Verwaltungsrats der FleSpa)



Im Spätsommer 2010 wurde der Verbandsversammlung der NOSpa das Ergebnis des Jahres 2009 präsentiert: Verluste von 107 Millionen Euro und Mit bis zu 181 Millionen Euro sprang die deutsche Sparkassengemeinschaft ein, 14 Millionen Euro schoss die Stadt Flensburg nach. Wertberichtigungen in Höhe von 130 Millionen Euro auf faule Kredite mussten vorgenommen werden. Problemkredite in Höhe von gut 630 Millionen Euro werden in eine Art "Bad Bank" ausgelagert."("Bilanz des Katastrophenjahres 2009. Die Nospa und die Farbe Rot"; Flensburger Tageblatt, 22.09.2010) Von dem Wert des "mittleren Einfamilienhauses"(Flensburger Tageblatt, 18.06.2010) war anscheinend nichts geblieben.

"
Die verkaufte Stadt"(Flensburger Tageblatt, 25.09.2010) lautete der Titel eines Artikels, den das Tageblatt kurze Zeit später veröffentlichte. Der Artikel bezeichnete die Sparkassenpleite als bundesweit einzigartigen Skandal" angesichts der angespannten finanziellen Situation der kreisfreien Stadt und bilanzierte dessen Dimension. Nicht nur wäre die FleSpa im Falle eines intakten Kreditportfolios mit geschätzten 200 Mio. Euro bewertet worden, sondern sie brachte auch noch die zuvor relativ solide NOSpa in Schieflage: Kurz nach der Übernahme musste die Nospa rund 115 Millionen Euro auf faule Kredite der Flensburger Sparkasse abschreiben. ... Auch die Nospa stand plötzlich [Anfang 2010] am Abgrund, sie wurde zum Stützungsfall. Weitere Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe mussten vorgenommen werden. Nur mit einer Schnellhilfe von bis zu 181 Millionen Euro durch die bundesweite Sparkassenorganisation konnte die Insolvenz vermieden werden. Darüber hinaus flossen aus der Flensburger Stadtkasse noch einmal 14 Millionen Euro für die Altlasten der einst städtischen Sparkasse auf das Konto der Nospa, die auf Jahre hinaus keine Gewerbesteuer mehr an die Stadt zahlen wird." Und weiter: Zudem soll jeder zehnte Arbeitsplatz bei der Nospa abgebaut werden. In der kommenden Woche will der Nospa-Vorstand die 1.348 Mitarbeiter darüber informieren, wie 130 Vollzeitstellen eingespart werden sollen." Bedeckt hielt sich dabei stets der SGVSH, der im Zeitraum 2001-2005 vom frühere OB Dielewicz geleitet worden war: Bereits Jahre vor dem Kollaps gab es nicht nur Hinweise, sondern schriftliche Belege für die Schieflage des Instituts. Sie [die Anteilseigner im Verwaltungsrat der Sparkasse und des SGVSH als Aufseher] müssen es alle gewusst haben", betonte der Artikel.(a.a.O.) 

Das Tageblatt wusste diese Behauptung auch zu untermauern: Die Revision des Sparkassenverbandes hatte Ende 2001 eine 'unvermutete' Prüfung des Kreditgeschäfts zum Stichtag 3.9.2001 bei der Sparkasse vorgenommen. Folge: ... Der Vorstand der Flensburger Sparkasse erarbeitete als Reaktion auf die Prüfungsergebnisse eine genaue Analyse des bestehenden Kreditgeschäfts unter dem Titel Kreditrisikostrategie der Flensburger Sparkasse'." Datiert sei das 19-seitige Papier lt. shz.de auf den 30. August 2002, und unterzeichnet habe es der damalige Vorstandsvorsitz in Person von Frerich Eilts und Frank Kepp. Genau untersucht wurde darin die Risikotragfähigkeit" des Kreditgeschäfts. Danach belief sich das gesamte Personalkreditvolumen zum Stichtag 3.9.2001 auf 1,53 Milliarden Euro und war seit 1999 deutlich um 237 Millionen Euro oder 18,3 Prozent gestiegen. Einleitend werde in dem dem shz vorliegenden Papier festgestellt: Das Großkreditgeschäft der Sparkasse steht nach Auffassung der Verbandsrevision - trotz der deutlichen Steigerung der Vorsorgereserven - in keinem angemessenen Verhältnis mehr zu ihrer Vermögens- und Rentabilitätslage." Belastend wirkten Kreditvergaben an einzelne Großkunden, an die ungesicherte Kredite in Höhe von über 10 Mio. Euro vergeben worden waren: Die Risikokonzentration auf wenige große Kreditnehmer sei relativ hoch, weshalb eine Selbstbeschränkung zur Risikobegrenzung unterhalb der KWG-rechtlichen Regeln für sinnvoll" erachtet wurde. Zwar seien bis August 2002 Kreditvergaben teilweise zurückgeführt worden; das sei jedoch durch andere Effekte konterkariert worden: Gleichzeitig aber wurden im selben Zeitraum die Kredite an andere Großkunden um zweistellige Millionensummen ausgeweitet. Und im Neugeschäft wurden die eigenen Vorgaben ignoriert."(a.a.O.) 

Wie also wurden Risiken bewertet? Das Tageblatt berichtete: 40 Prozent der gesamten Personalkredite wurden unter der Rubrik 'erhöhtes latentes Risiko' klassifiziert." Außerdem: Die Risikostruktur dieser Kredite hat sich danach im Vergleich zur Vorprüfung deutlich verschlechtert.", was auf die Absicherungen für die Millionenkredite zurückzuführen war. Das dem shz vorliegende Papier hielte unter der Überschrift Sicherheitenstruktur" fest: Der nach dieser Sicherheitenbeurteilung nicht gedeckte Kreditteil erhöhte sich von 187,3 Mio. Euro um 142,7 Mio. Euro auf 330,0 Mio. Euro." Außerdem beliefen sich in der Sparkasse die so genannten Abweichungen von der Kreditrisikostrategie in besonderen Ausnahmefällen" allein in den ersten drei Monaten nach Verabschiedung der Kreditrisikostrategie" auf über 50 Millionen Euro, folgerte das Tageblatt aus Aufzeichnungen der Sparkasse vom August 2003. In einer bereits angespannten Lage ging man weiterhin Risiken ein: Es wurde gegen die eigenen Richtlinien verstoßen. Es wurde alles dokumentiert. ... Allen Beteiligten - dem Vorstand, dem Verwaltungsrat, dem Sparkassenverband, selbst der Bankenaufsicht Bafin - war spätestens 2002 bewusst, dass eine Änderung der Geschäftspolitik bei der Flensburger Sparkasse dringend erforderlich gewesen wäre.", bilanzierte das Tageblatt.(a.a.O.) 

Schließlich musste der erst seit 2005 amtierende Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner auf die verheerende Lage reagieren, indem er 2008 die Fusion" mit der Nospa verhandelte. Zwar kannte der OB die Situation ungefähr, bekanntgeben wollte er sie zum damaligen Zeitpunkt vorsichtshalber noch nicht, sondern erst später auf der Ratsversammlung im Juni 2010, auf der die Abrechnung präsentiert wurde: Die FleSpa hatte „den Kurs einer risikobereiten Sparkasse bewusst gewählt“ und „dazu noch hochspekulativ“ – „absolut unverständlich aus heutiger Sicht“, resümierte OB Tscheuschner am 17.06.2010, ohne die Aufsichtspflicht der Parteien von CDU, SPD, SSW zu erwähnen. Knapp zwei Jahre später sollte eine dieser Parteien die zu dieser Erkenntnis passende Antwort geben: Solide Finanzen. Mit der CDU". Nur galt jener Slogan nicht der Flensburger Kommunalpolitik, sondern der Werbung für die Landtagswahl am 06.05.2012. 




5. Akt:  Die Anpassung. Geschenkt war noch zu teuer 

Der Verfasser von 
"Die verkaufte Stadt", shz-Redakteur Bernd Ahlert, hatte es geahnt: Weitere Hiobsbotschaften sind für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Das letzte Kapitel in Sachen Flensburger Sparkasse ist noch lange nicht geschrieben."(Flensburger Tageblatt, 25.09.2010) "Nospa: Wie viele müssen jetzt gehen?"(Flensburger Tageblatt, 24.09.2010) und "Bei der Nospa beginnt das große Aufräumen"(Flensburger Tageblatt, 30.09.2010) lauteten die Überschriften anlässlich einer Personalversammlung, zu der der Verwaltungsrat die 1.348 Beschäftigten am 29.09.2010 in die Campushalle eingeladen hatte. Ohne regionale Schwerpunkte sollten 130 Vollzeitstellen ohne betriebsbedingte Kündigungen, sondern nur durch natürliche Fluktuation und freiwilliges Ausscheiden ... in den kommenden zwei Jahren abgebaut werden", kündigte Vorstandsvorsitzender Henseler an; der vierköpfige Vorstand um Henseler sollte ebenfalls um eine Person verkleinert werden.(a.a.O.) Außerdem wurde Anfang 2011 eine Schadenersatzklage der NOSpa gegen die früheren Vorstände der FleSpa bekannt, die sich auf zusammen fast 40 Millionen Euro" belaufen soll ("Politik hält sich mit Bewertung zurück"; Flensburger Tageblatt, 12.01.2011). 

Der vorläufig letzte Akt nahm seinen Anfang im Spätsommer 2011. Überbringer einer erneut unwillkommenen Botschaft war der im November 2010 neu ins Amt gewählte Flensburger Oberbürgermeister Simon Faber (SSW). Zehn Monate nach seiner Wahl wurde die inzwischen im NOSpa-Zweckverband integrierte FleSpa wieder Thema der Flensburger Kommunalpolitik. Eine gemäß Fusionsvertrag vorgesehene aktualisierte Überprüfung der Fusions-Gutachter PWC hatte bereits am 28.05.2010 Wertberichtigungsbedarf" festgestellt. Der Verwaltungsrat der NOSpa hatte daraufhin am 12.09.2011 empfohlen, das im Frühjahr 2008 eigentlich „als amtliches Endergebnis“ ermittelte Kräfteverhältnis von 17,12% (FleSpa) zu 82,88% (NOSpa) zu verändern, d. h. den Anteil der FleSpa von 17,12% auf 14,96% abzuwerten, und die Anzahl der Flensburger Vertreter in Zweckverbandsversammlung und Verwaltungsrat um einen je einen Sitz zu reduzieren. Gegen die Abwertung und für eine Plausibilitätsprüfung sprachen sich sechs der acht Ratsfraktionen aus.("Nospa: Stadt kämpft um ihren Anteil"; Flensburger Tageblatt, 20.09.2011) Die BDO AG Hamburg hatte zwar die Einschätzung von PWC sowie eine Nebenabrede der Sparkassenvorstände aus dem Juni 2008 überprüft, konnte aber keine Möglichkeit finden, das seitens Flensburgs bereits gezahlte Dotationskapital in Höhe von 14,1 Mio. Euro in die Bewertung einzubeziehen; dies bringt die Vorlage RV-132/2011 zum Ausdruck, die in der Ratsversammlung am 10.11.2011 einstimmig beschlossen wurde. Wiederum wurde nur moralisch, d. h. lediglich mit der Hoffnung auf einen Verzicht der NOSpa argumentiert.("Letzter Ausweg Boykott?"; Flensburger Tageblatt, 12.11.2011)

Die Zweckverbandsversammlung der NOSpa, die sich überwiegend aus den Sparkassen des Kreises zusammensetzt, lehnte jedoch am 16.11.2011 auf einer erstmals nichtöffentlichen Versammlung den Vermittlungsvorschlag, die Kommunalaufsicht einzubeziehen, mit 28 zu 16 Stimmen ab. Mit 36 zu 8 Stimmen beschloss sie hingegen, den Anteil der FleSpa am NOSpa-Zweckverband von 17,12% auf 14,96% zu verringern, auch mit der Folge, dass Flensburg je ein Sitz in der Verbandsversammlung und im Verwaltungsrat sowie dem Flensburger OB der Posten des 1. ständigen Stellvertreters verloren geht.("Flensburg zeigt der Nospa die Zähne"; Flensburger Tageblatt, 17.11.2011). Dem Flensburger OB sollte dies Abstimmungsergebnis, als Bewertung quasi das Ergebnis des testierten Abschlusses"(Landrat von Gerlach), zur Unterschrift vorgelegt werden; da die Flensburger Fraktionen bereits eine Ablehnung signalisiert hatten, vermutete der Schlei-Bote ein Urteilsbildung vor Gericht.("Nospa: Flensburger Wunsch abgeschmettert - ein Fall fürs Gericht?"; Schlei-Bote, 18.11.2011). Von Gerlach ging hingegen von einer Verhandlungslösung aus: Gefühlt ist die Flespa keine vier Prozent mehr wert gewesen.", verdeutlichte er seinen Eindruck.(a.a.O.) 

Übersicht der Presseartikel zum Anteilsanpassungsprozess: 

 20.09.2011: "Nospa: Stadt kämpft um ihren Anteil"(Flensburger Tageblatt)
 12.11.2011: "Letzter Ausweg Boykott?"(Flensburger Tageblatt)
 17.11.2011: "Flensburg zeigt der Nospa die Zähne"(Flensburger Tageblatt) 
 18.11.2011: "Nospa: Flensburger Wunsch abgeschmettert - ein Fall fürs Gericht?"(Schlei-Bote) 
 29.02.2012: "Nospa: Letzter Ausweg Klage"(Flensburger Tageblatt) 
 08.03.2012: "Kampf um Nospa-Anteile geht weiter"(Flensburger Tageblatt) 
 24.03.2012: "Fabers Heimklatsche"(Flensburger Tageblatt) 
 17.04.2012: "Nospa-Anteile: OB will Ratsbeschluss kassieren"(Flensburger Tageblatt) 
 08.05.2012: "Streit um Nospa-Anteile geht in die fünfte Runde"(Flensburger Tageblatt) 
 10.05.2012: "Nospa-Anteile im Stadt-Umland-Paket"(Flensburger Tageblatt); "Mehr als Nospa"[Kommentar] 
 12.05.2012: "Hitzige Nospa-Debatte"(Flensburger Tageblatt) 


Das Innenministerium des Landes war um einen Ausgleich zwischen Stadt und Kreis bemüht und setzte auf beidseitige Zugeständnisse". Zwar schätzte es die Anteilsanpassungsklausel bzw. die Abwertung um 2,16% als unumgänglich" ein, signalisierte aber ein Entgegenkommen insofern, dass die Stadt in der Verbandsversammlung der NOSpa keinen Sitz verlieren sollte und dass die Stellvertreter des Verbandsvorstehers einer Rotation unterliegen sollten; den Sitz im Verwaltungsrat sollte die Stadt weiterhin verlieren und nur noch zwei Plätze besetzen. Komme es nicht zu einer Einigung, würde eine gerichtliche Klärung erforderlich werden.("Nospa: Letzter Ausweg Klage"; Flensburger Tageblatt, 29.02.2012) Auf der auf den Befund folgenden Sitzung des Hauptausschusses waren es dann noch vier von ehemals sechs Fraktionen, die Einwände gegen die vom Kreis verordnete Anpassung vortrugen: SPD, Grüne, FDP und WiF; insbesondere die Anteilsabwertung mit der Folge des Verlust eines Sitzes im Verwaltungsrat wurde kritisiert.("Kampf um Nospa-Anteile geht weiter"; Flensburger Tageblatt, 08.03.2012) 

Oberbürgermeister Faber hatte sich vorgenommen, auf der Ratsversammlung am 22.03.2012 in nichtöffentlicher Sitzung eine Entscheidung für die Zeichnung des Anteilsanpassungsvertrags bzw. die Anteilsabwertung herbeizuführen, verlor aber eine Abstimmung gegen den Widerstand der vier genannten Fraktionen.("Fabers Heimklatsche"; Flensburger Tageblatt, 24.03.2012) Zwar hatte der OB Unterstützung durch den NOSpa-Vorstandsvorsitzenden, dem Anliegen der Abwertung stand nun ein positives Jahresergebnis der NOSpa für 2011 entgegen: sechs Millionen Euro Gewinn"(a.a.O.). OB Faber sah sich weiterhin genötigt, den Vertrag unterschreiben zu müssen und erhob formal Widerspruch gegen den Ratsbeschluss, indem er ihn für rechtswidrig" erklärte. Sollte die Zeichnung des Vertrages nicht erfolgen - soviel zum Thema Vertragen -, drohten Regressansprüche der Vertragspartner, die Schadensersatzzahlungen nach sich ziehen könnten".("Nospa-Anteile: OB will Ratsbeschluss kassieren"; Flensburger Tageblatt, 17.04.2012) Die vier Fraktionen begegneten dem OB mit Unverständnis, da die von ihm beanstandete Vertragspassage bereits am 06.03.2012 im Hauptausschuss geprüft worden war, und empfahlen, die Entscheidung zu den NOSpa-Anteilen mit anderen Themen zu verknüpfen, bei denen die Stadt gegenüber dem Kreis unvorteilhaft abgeschnitten hätte.(a.a.O.) 

Die vier Fraktionen, die nun quasi gegen den OB und das Innenministerium sowie den Kreis opponierten, forderten eine endgültige Beschlussfassung der Ratsversammlung erst nach Kenntnisnahme und Bewertung sämtlicher Verhandlungsgegenstände"; gemeint waren eine Liste von Themen, bei denen ein Ausgleich zwischen Stadt und Kreis gefunden werden sollte.("Streit um Nospa-Anteile geht in die fünfte Runde"; Flensburger Tageblatt, 08.05.2012) Sie beantragten, die Diskussion im Hauptausschuss am 08.05.2012 (Protokollvermerk NOSpa) vom nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil zu verlegen, was bereits 25 Minuten Sitzungszeit beanspruchte. Der OB plädierte für Vertragstreue" und musste sich Fragen stellen, die er nicht beantworten konnte: Flossen nicht benötigte Wertberichtigungen in die nachträgliche Bewertung ein? Und inwieweit war die Schieflage der NOSpa durch die HSH-Nordbank-Krise und nicht durch die Fusion mit der FleSpa verursacht?("Nospa-Anteile im Stadt-Umland-Paket"; Flensburger Tageblatt, 10.05.2012); seit März 2009 war bekannt: "Mit 18 Prozent Anteil hat die Nospa als größte Sparkasse auch das größte Stück am HSH-Kuchen zu verdauen."("Viel Spannendes von der langweiligen Nospa"; Flensburger Tageblatt, 07.03.2009) Die Fraktionen verständigten sich auf eine Vorlage in Form eines Kompromissvorschlages (RV-34/2012, 2. Eränzung). Die umstrittene Anteilsabwertung von 2,16% hätte bei einem Jahresgewinn von 6 Mio. Euro (2011) immerhin mehr als 120.000 Euro Anteil für die Stadt Flensburg ausgemacht. 

Die Frage der Bewertung

Den Schlusspunkt sollte die Debatte in der Ratsversammlung am 10.05.2012 setzen. Die opponierenden vier Fraktionen wollten den OB mit einem robusten Mandat" versehen, während der OB sich auf eine Vertragstreuepflicht gegenüber dem Kreis berief. Die den OB unterstützende Fraktion, der SSW, vermutete hingegen den Versuch, die Stellung des OB zu beschädigen. Die WiF-Fraktion kritisierte, dass die Anteilsanpassung einem moralischen Anspruch folge und in unnötiger Eile erfolge. Erstellt habe den Fusionsvertrag, dessen Bestimmungen die Anpassung nahegelegt hatten, der SGVSH - also ausgerechnet jene Instanz, die seit 2002 vom erbärmlichen Zustand der FleSpa gewusst hatte. Merkwürdig sei außerdem, dass die NOSpa eine Überprüfung durch städtische Fachleute nicht zugelassen habe.("Hitzige Nospa-Debatte"; Flensburger Tageblatt, 12.05.2012) 

Die Ratsversammlung, auf der zunächst knapp 20% der 43 Ratsmitglieder fehlten, lehnte mit knapper Mehrheit die Kompromissvorlage" der vier opponierenden Fraktionen SPD, Grüne, FDP und WiF ab; zum Ergebnis trugen, von den Enthaltungen der Linke-Fraktion abgesehen, ironischerweise auch die zwei Stimmen der vermeintlich kritischen Akopol-Fraktion (ex-WiF) bei, die noch im Juni 2010 anlässlich der freiwilligen Abführung der 14 Mio. Euro zusammen mit der FDP-Fraktion eine Beschwerde bei der EU-Wettbewerbskommission eingereicht hatte. Die RV-34/2012 wurde in der 3. Ergänzung abgelehnt und schließlich in der 1. Ergänzung mehrheitlich beschlossen. Damit war ein weiterer und der vorläufig letzte FleSpa-Verlust für die Stadt Flensburg besiegelt - dieses Mal als Selbstbeschränkung, verwirklicht durch die Fraktionen von SSW, CDU, Akopol. 


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Nach dem Ende der Flensburger Sparkasse sollte 2013 die Spar- und Leihkasse zu Bredstedt, an der die Hamburger Sparkasse beteiligt war, ein ähnliches Schicksal erleiden: Alle Anstrengungen der letzten Monate waren vergeblich: Schleswig-Holsteins zweitkleinste Sparkasse kann allein nicht überleben. Die Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG in Nordfriesland soll am 1. Juli dieses Jahres von der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) übernommen werden. Damit würde das Kreditinstitut fast auf den Tag genau 173 Jahre nach der Gründung die Eigenständigkeit verlieren und der Name getilgt."("Spar- und Leihkasse zu Bredstedt. Akute Geldnot treibt Sparkassen zur Fusion"; Flensburger Tageblatt, 30.01.2013) Die Kieler Förde-Sparkasse, ebenfalls aus Zusammenschlüssen entstanden, konnte sich hingegen über ein gutes Ergebnis freuen.("Förde-Sparkasse glänzt mit hohem Wachstum"; Flensburger Tageblatt, 23.03.2013) 

Die Öffentlichkeit erfuhr zu Beginn des Jahres 2013 ebenso, dass für den von der SPD-Spitze ausgelobten Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück das Kanzlergehalt ein vergleichsweise niedriges Einkommen darstellte. Woran er dachte und worum er sich 15 Jahre zuvor beworben hatte, wurde auch mitgeteilt: Als 1998 der Posten des SGVSH-Präsidenten, damals dotiert mit 400.000 DM Jahresverdienst, neu vergeben wurde, hatte auch Steinbrück mit dieser Position geliebäugelt, war dann aber im Verfahren dem kräftigeren SPD-Netzwerk von Olaf Cord Dielewicz unterlegen, der in der Versammlung, die über die Kandidaten entscheiden sollte, bereits eine hervorgehobene Stellung hatte. Dielewicz wurde schließlich gewählt und hatte von 2000-2005 nicht nur die Flensburger Sparkasse zu beaufsichtigen, sondern durfte sich dabei über o. g. Bezüge für jedes der 5 Amtsjahre freuen.("Wenn's ums Geld geht"; FAZ, 05.01.2013, und "Als Peer Steinbrück vom Sparkassen-Job träumte"; Die Welt, 05.01.2013) 

In den Sommerferien wurde schließlich ein Urteil des Flensburger Landgerichts bekannt, das die Entlastung des Sparkassenvorstands durch den Verwaltungsrat als Haftungsverzicht bewertete: Richter Sauerberg stellte in seinem Urteil fest, dass Schadensersatzansprüche mit einem erheblichen Volumen schlicht und einfach deswegen hinfällig geworden sind, weil der Verwaltungsrat den Vorstand der Flensburger Sparkasse für die Jahre 2005 und 2006 entlastet hat. In diesen Zeitraum fielen Kreditvergaben über 32 Millionen Euro, die lediglich durch Aktien der längst im Sinkflug befindlichen Beate Uhse AG abgesichert waren. Die erkennbare Erhöhung der Klumpenrisiken, eine erkennbare Beteiligung der längst kreditunwürdigen Akteure Richard Orthmann und Uli Rotermund, so Sauerberg, hätten dem Verwaltungsrat allen Anlass geben müssen, weitere Nachforschungen anzustellen. 'Nach Auffassung der Kammer ergeben sich aus den Prüfungsberichten des Sparkassen- und Giroverbandes konkrete Anhaltspunkte, die Kreditvergaben kritisch zu hinterfragen und den Kläger (Eilts) wegen möglicher Pflichtwidrigkeit vor der Entlastung zur detaillierten Information aufzufordern.' Dies sei nicht geschehen. Die Entlastung des Vorstands aber, so Sauerberg, ist gleichbedeutend mit einem Haftungsverzicht."("Ohrfeige für Sparkassen-Kontrolleure"; Flensburger Tageblatt, 28.06.2013) 


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Frühjahrserwachen: Sowohl die Schadensersatzforderungen der Nospa wie auch die Kündigungs- und Pensionsklagen sollen nach einem Vergleich mit den früheren Vorständen der Flensburger Sparkasse vom Tisch sein, berichtete das Flensburger Tageblatt am 12.03.2014.("Nospa: Vergleich mit Eilts und Kepp"; Flensburger Tageblatt, 12.03.2014) "Das große Schweigen" nennt dies der Redakteur des Tageblatts, denn nur auf zufällige, vermutlich anlässlich der Bilanz 2013 gestellte Nachfrage teilte das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut mit, dass inzwischen - 2014 -  ein Vergleich geschlossen worden sei. Nach der Übernahme der bankrott gezockten (Stichwort: "Klumpenrisiken") Flensburger Sparkasse war auch der Nospa verheerender Kreditbedarf im dreistelligen Millionenbereich entstanden. Von der Übernahme irgendeiner persönlichen Haftung ist nichts weiter bekannt geworden, und der stillschweigend geschlossene Vergleich deutet an, dass dies auch so bleiben soll. Welchen Unterschied in Sachen Transparenz macht es eigentlich noch, ob es sich um ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut oder um eine Privatbank handelt? 


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Die eingetretene Stille schien Früchte getragen zu haben, denn den Sparkassen im Land gehe es so gut wie seit Jahren nicht mehr, konnte SGV-Präsident Boll im März 2015 verkünden.("Sparkassen im Land verdoppeln Gewinn"; Flensburger Tageblatt, 04.03.2015) Die NOSpa will, nachdem sie "eine halbe Milliarde Problemkredite" abgebaut hat, wieder wachsen und 2015 mit 24 Millionen Euro ihr Eigenkapital stärken, da dessen Quote wegen der Altlast mit 7,5 Prozent relativ niedrig sei; angepeilt werden 11 Prozent. "Es war eine der größten Sanierungen der Sparkassengruppe in der deutschen Geschichte", wird der Vorstandsvorsitzende Thomas Menke zitiert. Von "610 Millionen Euro schwieriger Kredite der Vergangenheit" seien noch 75 Millionen geblieben.("Die Nospa wächst wieder kräftig"; Flensburger Tageblatt, 23.06.2015)  



 (c) WiF



Ratsvorlagen (Ratsinformationssystem)
RV-42/2008:    Fusion der FleSpa mit der NOSpa
RV-103/2008:  Arbeitsgruppe zur FleSpa: Einberufung 
RV-6/2010:      Arbeitsgruppe zur FleSpa: Abschlussbericht 
RV-64/2010:    Einbringung von 14 Mio. Euro Dotationskapital in die NOSpa
RV-132/2011:  Anteilsanpassung I
RV-34/2012:    Anteilsanpassung II 




Presseartikel zur Pleite der Flensburger Sparkasse, 
überwiegend aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z:

(Lesetipp!)

04.01.2005: "Licht am Ende des Tunnels" [FleSpa-Bilanzsumme: 2,582 Mrd. Euro, 2004'er Überschuss von 2,3 Mio. Euro]; "Gedämpfter Optimismus" 
08.01.2005: "Dänische Investoren immer aktiver" 
18.01.2005: "Sparkassen-Chef unter Druck" (Ermittlungen gegen den Vorstandsvorsitzenden) 
20.01.2005: "Wirbel um Beate Uhses Sohn"(Hamburger Abendblatt) 
17.03.2005: "Nord-Sparkassen mit guter Bilanz" (meint Olaf Cord Dielewicz, Präsident des schleswig-holsteinischen SGV) 

03.01.2006: "Sparkasse sieht Aufschwung" [FleSpa-Bilanzsumme: 2,7 Mrd. Euro, 2005'er Überschuss von 3 Mio. Euro]; "Sparkasse Flensburg: Gute Geschäfte" 
17.01.2006: "'Benzin für den regionalen Konjunkturmotor'" ("Großer Sonderkredit für private Baumodernisierung") 

03.01.2007: "'Die Nähe zu Dänemark ist ein Standortvorteil'" 
[FleSpa-Bilanzsumme: 2,5 Mrd. Euro, 2006'er Überschuss von 2,5 Mio. Euro]
19.02.2007: "Kreditprogramm für das Handwerk" (FleSpa "gibt Sonderkredite für Aufträge an Innungsbetriebe") 
24.02.2007: "'Sparkassen-Benzin' für den regionalen Konjunkturmotor" (Sonderkredite der FleSpa für private Immobilienbesitzer)  
01.03.2007: "Razzia: Fahnder filzen Flensburger Sparkasse" ("14 Fahnderteams durchsuchten gleichzeitig 14 Wohnungen und Büros") 
10.03.2007: "Skurrile Millionengeschäfte" ("Ein dubioser Wirtschaftskrimi von bisher nicht überschaubarem Ausmaß... Thielert... Hahn... Flensburger Sparkasse") 
23.03.2007: "Flensburger Sparkasse: Dritte Durchsuchung" ("Anfangsverdacht der Untreue") 
30.03.2007: "Verwaltungsrat stärkt Eilts den Rücken" ("Interne Revision der Sparkasse und externe Anwälte haben Vorgänge untersucht") 

03.01.2008: "Dänen kaufen immer mehr Häuser in Flensburg" 
[FleSpa-Bilanzsumme: 2,6 Mrd. Euro, 2007'er Überschuss von 2,5 Mio. Euro] 
21.01.2008: "OB: 'Wir treten nicht bei, wir fusionieren'" (bezüglich Fusion Stadt und Kreis); "'Unsere Bürger sind mit ihrer Stadt zufrieden'" 
29.01.2008: "Bankenkrise: Blanke Nerven auch in Flensburg" ("Die Börsenkrise ist an der Förde angekommen") 
20.02.2008:  Gemeinsame Presse-Info der NOSpa und der FleSpa ("Die „neue“ Nord-Ostsee Sparkasse wird in den nächsten Monaten rückwirkend zum 1. Januar 2008 entstehen.") 
21.02.2008: "Nospa schluckt Flensburgs Sparkasse"; "Eilts räumt Chefsessel"; Henseler: "'Der Druck hat Vernunft einkehren lassen'"; "Sparkassen-Hochzeit im Norden"; "Fusion im Rekordtempo"[Kommentar]
22.02.2008: "Mit frischen 30 Millionen in die Nospa-Fusionsgespräche" (Vorstand: "Keine 'Stützungsmaßnahme'"); "CDU und SPD begrüßen die Sparkassen-Fusion"  
26.02.2008: "Fusions-Beifang? 100.000 Euro weg" ("Ermittlungen gegen Sparkassen-Mitarbeiter")  
27.02.2008: "Sparkassen-Personal unruhig: Größere Bank - weniger Geld?" (Zusammenführung beider Banken werde in 14 Arbeitsgruppen vorbereitet) 
05.03.2008: "Wer bekommt wie viel ab vom Nospa-Kuchen?" (10 PWC-Wirtschaftsprüfer beginnen Prüfung; NOSpa-Bilanzsumme: 4,1 Mrd. Euro, 2007'er Überschuss von 6,7 Mio. Euro) 
25.04.2008: "FDP kritisiert Sparkassen-Sitzung" (Kritik an der vom OB anvisierten Sondersitzung der alten Ratsversammlung am 12.06.2008 zur Nospa-Fusion) 
09.05.2008: "Der schwere Weg zur Fusion" (Ratsversammlung lehnt Initiative der FDP ab, auch Optionen zum Erhalt der Eigenständigkeit der FleSpa zu prüfen) 
15.05.2008: "Verwaltungsräte segnen Fusion zur Nospa ab
21.05.2008: "Ohne Zahlen keine Zustimmung zur Fusion"; "Sparkassen-Fusion: Nun wird doch erst die neue Ratsversammlung entscheiden" 
24.05.2008: "Nospa-Fusion: Der Partner 'schwächelt'"; "Schrumpfkur für eine Sparkasse" ("17,12 Prozent - so groß ist das Gewicht Flensburgs noch, wenn mit der neuen Nospa am 1. Juli die größte Sparkasse im Land entsteht.")   
*25.05.2008: Kommunalwahl (2008-2013)
29.05.2008: "Kreistag stimmt Sparkassenfusion zu" 
10.06.2008: "Das Millionenloch wird immer tiefer" ("Kredite über 73,9 Millionen Euro gelten als gefährdet und müssen über Wertberichtigungen abgeschirmt werden.); "Flensburger Sparkasse mit Millionenloch in die Fusion"
11.06.2008: "Altlasten verhageln die Bilanz"(Lübecker Nachrichten)
14.06.2008: "Sind die Retter noch zu retten?" [Fördeschnack-Kommentar]
17.06.2008: "Strafanzeige gegen Sparkassen-Chefs"
18.06.2008: "70 Millionen Schadensersatz: Zivilklage vor dem Landgericht" (Thielert vs Hahn und Sparkasse); "Sparkassen-Fusion: WiF schaltet Staatsanwalt ein" ("Gar nicht alle Immobilien und Vermögen bewertet?") 
19.06.2008: "Nospa: Kann die Fusion noch platzen?" (Flensburger Sparkassen-Mitarbeiter in Sorge); "Prozessauftakt: Thielert klagt auf 70 Millionen Schadensersatz"; "Wir halten die Klage für unbegründet"(Fall Thielert)   
25.06.2008: "Das Ende der Flensburger Sparkasse" ("Mit ihrem 29:10-Votum für die Nospa-Fusion haben die Räte das Ende der Flensburger Sparkasse von 1819 besiegelt"); "Ende und Start"[Kommentar] 
27.06.2008: "Neue Nospa: Vorstände und Mitarbeiter werden zu Pendlern" 
28.06.2008: "Geburtsstunde der neuen Nospa - die Fusion ist besiegelt" (Vertragsunterzeichnung auf dem Flensburger Museumsberg) 
18.07.2008: "Wachsen auf Teufel komm raus" ("Die Ratsversammlung hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Niedergang der Flensburger Sparkasse untersuchen soll"); "Wo Kontrolle gut ist"[Kommentar] 
26.07.2008: "Ex-Sparkassen-Chef als Gründer" ("Frerich Eilts startet mit Verwaltungsgesellschaft und Unternehmensberatung") 
30.07.2008: "Sparkasse: Dewanger lädt zur Aufklärung" ("Ausschuss wünscht nur unbefangene Mitglieder") 
08.10.2008: "Henseler: 'Wir fühlen uns als Provinz-Banker recht wohl'" ("Wir kennen unsere mittelständischen Kunden und können unsere Risiken einschätzen.")
18.11.2008: "Sparkasse: Nur Frerich Eilts nicht entlastet" 
19.11.2008: "Flensburger Sparkasse - eine Bilanz im Wandel" ("Wäre die Finanzkrise früher über uns hereingebrochen - die Flensburger Sparkasse hätte es wohl nicht überlebt."... Kredite an wenige große Kunden in einem "Kundenkreditvolumen von 78,4 Prozent des Geschäftsvolumens" - gegenüber bundesweit 60 Prozent) 
26.11.2008: "Immobiliengeschäfte gegen Spende im Visier der Ermittler" 
01.12.2008: "Flensburger Sparkasse. Eine Bilanz im Wandel" 
13.12.2008: "Wie schlimm steht es um die Sparkassen?" (Sparkassen geraten in den Sog der Krise bei der HSH Nordbank.) 
30.12.2008: "Interview: '99 Prozent Arbeitskraft für Sparkasse'"(Tscheuschner) 

26.02.2009: "Illegale Darlehen: Erste Verurteilung"(Fall Densch) 
28.02.2009: "Denschs illegale Kreditvergabe: OB verwundert" ("Von einer Beteiligung der Flensburger Sparkasse an den illegalen Kreditgeschäften sei ihm nichts bekannt gewesen, sagte Tscheuschner.") 
07.03.2009: "Viel Spannendes von der langweiligen Nospa" (4,3 Millionen Euro Gewinn für neue NOSpa in 2008 nach 6,7 Millionen Euro für "alte NOSpa" in 2007)
10.07.2009: "HSH-Nordbank belastet Nospa auf Jahre hinaus
29.09.2009: "Museumsberg. Nospa beendet Sparkassen-Sponsoring" (Ende der Förderung, die dem Museum von 2005-2009 pro Jahr 300.000 € bescherte) 

22.01.2010: "Arbeitsgruppe: 'Massive Fehlentscheidungen'" (Abschlussbericht); "Ohne Befugnis"[Kommentar] (Krisenursprung: "Vergabe von Großkrediten in den Jahren 1996 bis 1998 - mit 'Klumpenrisiko'") 
29.01.2010: "Faule Kredite: Wieder eine Sparkasse in Not"("Bis zu 120 Millionen Euro Abschreibungen"); "Altlasten und neue Löcher"[Kommentar]; "Nospa in schweren Finanznöten"(Flensborg Avis)  
31.01.2010: "Frerich Eilts. Kriminelle Geschäfte zugunsten der SG?"(Immobilienmakler, Zwangsversteigerungen) 
20.02.2010: "Sparkasse: Wo waren die Kontrolleure?" (...und worin bestanden die Sicherheiten für die vergebenen Millionenkredite?) 
15.03.2010: "Sparkasse erlangt traurigen Ruhm"; "Hydra im Küsten-Klüngel"(Der Spiegel)
16.03.2010: "Flensburger Sparkasse jetzt bundesweit in den Schlagzeilen" 
21.04.2010: "Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Frerich Eilts"
22.04.2010: "Das Erbe des Frerich Eilts"(21 Jahre Vorstand, 7 Jahre Chef der FleSpa); "Die Flensburger Sparkasse und ihre eigenartigen Geschäfte"(GoMoPa)
23.04.2010_ "'Belastung für Flensburg'" (Reaktionen auf die Anklage gegen F. Eilts) 
28.05.2010: "Wer zahlt die Zeche?" ("Das Millionenloch ist noch größer als gedacht.")
01.06.2010: "14 Millionen Euro für die Nospa" (regionale Sparkassenverbände verlangen "angemessene Eigenbeteiligung des Trägers als Voraussetzung, um der Stützung zustimmen zu können") 
02.06.2010: "Geht es jetzt ans Tafelsilber?"; "Die Rechnung"[Kommentar] 
17.06.2010: "Nospa: Grünes Licht für die 14 Millionen?
18.06.2010: "Noch 106 Millionen vor der Fusion verbraucht" ("163.000 Euro Eigenkapital zum Fusionszeitpunkt", "alle Rücklagen komplett aufgezehrt") 
19.06.2010: "Rat gibt 14-Millionen-Beitrag für die Nospa-Sanierung frei" (CDU, SSW, SPD obsiegen mit 23:16:1; "170 Millionen Belastungen für die Nospa in 18 Monaten"); "Wer haftet?"[Kommentar] 
21.06.2010: "Träger-Millionen für Nospa: Nun Klagen?
01.07.2010: "Wir sind durch mit den Kreditrisiken" (Verbände stützen NOSpa "mit über 181 Millionen Euro"; Risikokredite: "eine halbe Milliarde")
03.07.2010: "'Arm, aber moralisch' - Flensburgs Millionenhilfe"
16.09.2010: "Nospa-Stütze: Staatsanwalt spricht Befürworter frei" ("Rat und OB handelten nach geltendem Recht") 
22.09.2010: "Bilanz des Katastrophenjahres 2009. Die Nospa und die Farbe Rot" (Bilanz 2009: "107 Millionen Euro Verlust") 
24.09.2010: "Nospa: Wie viele müssen jetzt gehen?" (Sanierungsvertrag verlangt Abbau von 130 Vollzeitjobs) 
25.09.2010: "Flensburg. Die verkaufte Stadt" (Flensburgs Sparkurs: Resultat des Kurses einer früheren Bank?) 
30.09.2010: "Aus für Kepp: Bei der Nospa beginnt das große Aufräumen"; "Ohne Kontrolle"[Kommentar] 
01.10.2010: "Nospa: Wer muss in die Transfereinheit?"  
02.10.2010: "Aktuelle Stunde. Wenn Ratsherrn schweigen" ("245-Millionen-Euro-Kreditvolumen für die Unternehmensgruppe Orthmann")  
13.11.2010: "Sparkasse: Ein 'Mittäter' wehrt sich" (ein Prozess um eine Kündigung)
10.12.2010: "Vollmer entschuldigt sich bei Tscheuschner für Strafanzeige" (zum Zeitpunkt der Anzeige hätten Informationen über die Untersuchung der Bankenaufsicht 2001 gefehlt) 
04.04.2011: "EU-Kommission: Die (14) Nospa-Millionen waren rechtens" (Vorstoß gescheitert) 
23.06.2011: "Die kränkelnde Nospa ist schon ein bisschen gesünder" (Bilanz 2010: Überschuss von 1,1 Millionen Euro)  
25.06.2011: "'In jeder Krise steckt auch eine Chance'"(Henseler)
06.08.2011: "Flensburger Kaufmann in Haft"(Fall Orthmann)
20.09.2011: "Nospa: Stadt kämpft um ihren Anteil" (Landkreise wollen Flensburgs Gewicht in der Sparkasse bzw. die städtischen Gremiensitze verringern) 
18.10.2011: "Untreue bei Beate Uhse AG? Ermittlungen gegen Ulrich Rotermund"
12.11.2011: "Letzter Ausweg Boykott?
(Auseinandersetzung um Absenkung der Flensburger Nospa-Anteile von 17,12% auf 14,96%)
17.11.2011: "Flensburg zeigt der Nospa die Zähne"
18.11.2011: "Nospa: Flensburger Wunsch abgeschmettert - ein Fall fürs Gericht?"(Schlei-Bote)

26.01.2012: "Ein fristlos Gekündigter wehrt sich" (Vorstand F. Kepp klagt gegen Nospa) 
29.02.2012: "Nospa: Letzter Ausweg Klage" (Absenkung der Flensburger Nospa-Anteile von 17,12% auf 14,96%) 
01.03.2012: "Die Nospa verdient wieder Millionen" (Bilanz 2011: Überschuss von rund 6 Millionen Euro; 130 Arbeitsplätze planmäßig abgebaut)  
02.03.2012: "Vorstände und Aufsichtsräte angeklagt"; "Anklage gegen Eilts und Rotermund"(Flensborg Avis)
03.03.2012: "Untreue. Anklage gegen sechs Geschäftsleute"(Fall Orthmann; Beate Uhse AG)
04.03.2012: "Das missglückte Millionenspiel"(Fall Orthmann; Beate Uhse AG. Gesamtkreditsumme in den Büchern der FleSpa: 2001 "knapp 250 Millionen Euro", 2005 "knapp 150 Millionen Euro". Zur Absicherung 45 Mio. Euro Kredit...)
08.03.2012: "Kampf um Nospa-Anteile geht weiter"
24.03.2012: "Fabers Heimklatsche" (Rat widerspricht dem OB) 
17.04.2012: "Nospa-Anteile: OB will Ratsbeschluss kassieren"
08.05.2012: "Streit um Nospa-Anteile geht in die fünfte Runde"
10.05.2012: "Nospa-Anteile im Stadt-Umland-Paket"; "Mehr als Nospa"[Kommentar]
12.05.2012: "Hitzige Nospa-Debatte" ("WiF, SPD, Grüne und FDP scheitern mit Antrag zum robusten Verhandlungsmandat für OB") 
16.05.2012: "Sanierung der Nospa kommt voran"; "'Ziel sind zweistellige Ergebnisse'"(Henseler)
25.08.2012: "Nospa muss (65) Millionen zahlen"(Fall Thielert) [in 2. Instanz vom OLG widerrufen, siehe 27.02.2014] 
28.08.2012: "Nospa: 'Alle Risiken von damals sind klar mit abgeschirmt'" (Haftung mit 51 Millionen Euro nach Thielert-Urteil: "im schlimmsten Fall") 
06.09.2012: "Thielert-Urteil: Nospa will in die Berufung"(Fall Thielert)

09.03.2013: "Millionen-Gewinn: Nospa auf gutem Weg"; "5,2 Millionen Gewinn: Nospa auf gutem Weg(Bilanz 2012: Überschuss von 5,2 Millionen Euro)
23.03.2013: "Förde-Sparkasse [Kiel] glänzt mit hohem Wachstum" (zum Vergleich mit der NOSpa) 
31.05.2013: "Schleswig/Bredstedt. Grünes Licht für Nospa-Fusion" (die SPK Bredstedt muss fusionieren) 
11.06.2013: "Nospa-Chef: Menke: 'Wir können auch mit Risiken umgehen'" ("Spagat zwischen Präsenz im Filialgeschäft und dem anonymen Geschäft im Internet") 
19.06.2013: "Zukunftsfähig in nur 32 Minuten" ("Zweckverbandsversammlung beschließt Fusion von Nospa und Spar- und Leihkasse zu Bredstedt in Rekordzeit") 
28.06.2013: "Nospa gegen Frerich Eilts. Ohrfeige für Sparkassen-Kontrolleure" ("monatliche Pensionszahlung von zuletzt 11.764,03 Euro")

27.02.2014: "Nospa muss keinen Schadensersatz zahlen"; "Millionen-Prozess: Investor Marco Hahn muss zahlen - 87,50 Euro" (für 1,2 Mio. Thielert-AG-Aktien zum Börsenwert vom 06.02.14; OLG-Urteil) 
11.03.2014: "Nord-Ostsee Sparkasse mit höherem Überschuss"; "Nord-Ostsee-Sparkasse stärkt Eigenkapitalbasis(Bilanz 2013: Überschuss von 6,9 Millionen Euro
12.03.2014: "Nospa: Vergleich mit Eilts und Kepp"; "Das große Schweigen"[Kommentar] ("Nur auf zufällige Nachfrage wird der Deal mit F. Eilts und F. Kepp eingeräumt - ohne Details zu nennen."); "Bilanz 2013 - 34 Millionen erwirtschaftet"  
15.05.2014: "Nospa strukturiert ihr Filialnetz neu" ("19 Regionaldirektionen sollen das Sparkassen-Angebot näher zum Kunden bringen / Von 114 Filial- und SB-Standorten werden 19 geschlossen") 
09.07.2014: "Nospa ringt um Eigenkapital" ("In sechs Jahren sollen 159 Millionen Euro erwirtschaftet werden.") 
15.07.2014: "Nospa wächst mit Baukrediten und Lebensversicherungen" ("Halbjahreszahlen deutlich über dem Vorjahresergebnis") 
15.11.2014: "Gewerbeverein kritisiert die Nospa"(Husumer Nachrichten) 

05.01.2015: "Nospa will die Stadtteile stärken" (Nach Ausdünnung des Filialnetzes sollen fünf neue Regionaldirektionen mehr Kompetenz aus der Zentrale in die Quartiere holen) 
04.03.2015: "Sparkassen im Land verdoppeln Gewinn" (SGV-Präsident Boll: den Sparkassen gehe es so gut wie seit Jahren nicht mehr) 
31.03.2015: "Millionenprozess: Sieg für Nospa und Marco Hahn" (Fall Thielert) [BGH weist Nichtzulassungsbeschwerde gegen OLG-Urteil ab] 
12.06.2015: "Dubioser Beate-Uhse-Deal - Strafprozess geplatzt" ("Schlappe für Staatsanwälte: Landgericht stoppt Verfahren um millionenschwere Aktiengeschäfte") 
23.06.2015: "Die Nospa wächst wieder kräftig(Bilanz 2014: Überschuss von 43,1 Millionen Euro); "eine halbe Milliarde Problemkredite abgebaut"; 2015 will man "mit 24 Millionen Euro das Eigenkapital stärken") 
22.07.2015: "Beate-Uhse-Deal: Gericht ordnet Strafprozess an" ("Vorwurf der Untreue gegen ehemalige Sparkassen-Vorstände" F. Eilts und F. Kepp wegen Absicherungskredite von 45 Mio. Euro für Kreditrisiken; vgl. shz 04.03.2012
23.07.2015: "Sparkassenvorstände weisen Vorwürfe zurück" 
26.11.2015: "Nospa erwartet gutes Jahr 2015" (operatives Ergebnis von "rund 25 Millionen Euro" erwartet) 

06.01.2016: "Nospa: Mit Rückenwind in das Jubiläumsjahr" (2015: "Jahresergebnis voraussichtlich 49,4 Mio. €" nach 44,6 Mio. € in 2014 und 37,2 Mio. € in 2013) 
08.06.2016: "Flens-Arena: Nospa stellt Werbung ein" (Bilanz 2015: Überschuss von 49 Millionen Euro. Bilanzsumme stieg um 1,9 Prozent auf 6,27 Milliarden Euro. Nospa-Chef sieht Halle als "Keim allen Übels für die Sparkasse".
18.06.2016: "Die hohen Gehälter der Sparkassen-Chefs" (Gehälter im "Kampf um die besten Köpfe" laut Sparkassen-Präsident Böll. - Nur warum haben derartige Gehälter den Untergang der Flensburger Sparkasse nicht verhindert?!
30.07.2016: "140.000 Nospa-Kunden zahlen beim Girokonto drauf" ("Erhöhung um monatlich zwei Euro soll mehr als 3,3 Millionen Euro in die Kasse spülen") 
04.08.2016: "Scharfe Kritik an Manager-Gehältern" (Vorstandsvorsitz: 517.000 € Jahresbrutto und jährliche Pensionszusage von 203.000 €; dreiköpfiger Vorstand: 1.337.900 € Jahresbrutto und jährliche Persionszusage von 615.000 €) 
20.09.2016: "Sparkurs geht weiter: Nospa will bis zu 90 Stellen streichen" (Stellenentwicklung: 2014: gesamt 1246; 2015: gesamt 1194) 
29.12.2016: "Knallharter Wettbewerb im Nullzinsland" (Eigenkapital 2016 um 52 Mio. Euro erhöht; 2015: 49 Mio. Euro; 2014: 28 Mio. Euro) 

23,01.2017: "Verfahren gegen Ex-Vorstände der Flensburger Sparkasse eingestellt" (Einigung der NOSpa mit zwei Ex-Vorständen vor dem Kieler Landgericht gegen Zahlungsauflagen von 90T und 45T Euro) 
15.07.2017: Ein ehemaliges Problem der FleSpa: Der Aktienwerg der Beate Uhse AG, ("Pornos, Sex und rote Zahlen: - die 'Beate Uhse'-Akte") 


Die Justiz und casus Marco Hahn (und Sparkasse) 

 08.03.2007: "Thielert fährt schwere Geschütze auf" 
 10.03.2007: "Skurrile Millionengeschäfte" 
 18.06.2008: "70 Millionen Schadensersatz: Zivilklage vor dem Landgericht" (Thielert vs Hahn und Sparkasse)
 17.08.2009: "Investor Marco Hahn. 'Flensburger Monopoly' und der Horror der Ermittler
 05.09.2009: "Investor Marco Hahn. Der Investor und die rätselhafte Justitia
[11.09.2009: "Kiebler insolvent - und von Marco Hahn fehlt noch Geld"; 12.09.2009: "Hahn will die 145.000 Euro jetzt doch zahlen"] 
 12.09.2009: "Marco Hahn. Ministerpräsident und Generalstaatsanwalt schalten sich ein
 30.09.2009: "Der Fall Thielert. Zweifel und schwere Vorwürfe" (vs. Thielert) 
 18.12.2009: "Der Investor und die rätselhafte Justitia
 13.04.2010: "Marco Hahn - Besuch vom Gerichtsvollzieher" (vs. Thielert) 
 06.05.2010: "Marco Hahn: Erneute Niederlage vor Gericht" (vs. Kessemeier) 
 26.02.2011: "Strafprozess: Marco Hahn muss vor Gericht" (Datasave AG: Vorwurf der Veruntreuung von 23 Millionen Euro) 
 20.04.2011: "Millionen veruntreut? Marco Hahn vor Gericht" (Datasave AG: Vorwurf der Veruntreuung von 23 Millionen Euro)
 30.04.2011: "Neue Vorwürfe gegen Marco Hahn" (vs. Thielert) 
 23.07.2011: "Bilanzfälschung? Anklage gegen Frank Thielert" (vs. Thielert) 
 14.08.2011: "Neue Vorwürfe gegen Marco Hahn" (Datasave AG: Vorwurf der Veruntreuung von 23 Millionen Euro)
 25.08.2011: "Mildes Urteil für Investor Marco Hahn?" (Datasave AG: Vorwurf der Veruntreuung von 23 Millionen Euro)
 27.08.2011: "Schuldig - aber auf freiem Fuß" (Datasave AG: Vorwurf der Veruntreuung von 23 Millionen Euro)
 03.09.2011: "Haltet ihn!" [Kommentar] 
 25.08.2012: "Nospa muss (65) Millionen zahlen" (Fall Thielert) [1. Instanz Landgericht] 
 06.09.2012: "Thielert-Urteil: Nospa will in die Berufung" (Fall Thielert) 
 29.04.2013: "Frank Thielert - vom Gründer zum Angeklagten
 22.06.2013: "Fluchtgefahr. Unternehmer Frank Thielert in Haft
 18.01.2014: "Marco Hahn - der unsichtbare Investor" [Hintergrundbericht] 
 27.02.2014: "Nospa muss keinen Schadensersatz zahlen" (Fall Thielert) [2. Instanz Oberlandesgericht] 
 11.04.2014: "Klage gegen Nospa und Hahn abgewiesen" 
 12.02.2015: "Spektakulärer Strafprozess um dubiose Millionengeschäfte" (casus "Flymot"/Thielert-Aktien) 
 11.03.2015: "Marco Hahn: Prozess wegen schweren Betruges begonnen
 12.03.2015: "Marco Hahn wieder vor Gericht
(vs. Kessemeier) 
 19.03.2015: "Marco-Hahn-Prozess: Ein Hauptzeuge mit tiefen Erinnerungslücken
(vs. Kessemeier) 
 31.03.2015: "Millionenprozess: Sieg für Nospa und Marco Hahn" (Fall Thielert) [BGH weist Nichtzulassungsbeschwerde gegen OLG-Urteil ab] 
 01.04.2015: "Freispruch ohne Makel" (
vs. Kessemeier; "Vorwurf des Betruges vom Tisch") 
 30.11.2015: "Prachtvilla in der Zwangsversteigerung" (Luxusvilla am Rüder See in Glücksburg) 
 05.12.2015: "Investor Marco Hahn wieder vor Gericht" (Staatsanwaltschaft vermutet Betrug und Untreue) 
 23.02.2016: "Niemand will die Hahn-Villa am See" (zum Preis von "gut zwei Millionen Euro" bei Gutachterwert von 4,17 Mio. Euro)
 23.11.2016: "Hahn-Villa unterm Hammer: Flensburger bietet eine Million" (Zwei Interessenten, jedoch unter dem Mindestgebot von 2,085 Mio. Euro; Verkehrswert: 4,17 Mio. Euro, Gebäude mit 1652 m²)