Unsere Themen‎ > ‎Kultur‎ > ‎

Sønderborg 2017

Sønderborg unternahm 2011/2012 den Versuch, Kulturhauptstadt 2017 zu werben. In der Endausscheidung am 24.08.2012 unterlag Sønderburg schließlich Aarhus. 

Ein Rückblick: 

Wenn Sønderborg Kulturhauptstadt 2017 wird...
Was geschieht dann?
 
Der Kulturausschuss hat am 26.04.2012 beschlossen, dass die Stadt 1 Mio. € aufwenden wird, um Sønderborg als Kulturhauptstadt zu unterstützen. 700.000 € davon werden neue zusätzliche Belastungen für den Haushalt unserer Stadt sein. Nach der beschlossenen Vorlage wird das Geld à la Gießkanne auf die vorhandenen Kulturschaffenden verteilt, die sich mit Projekten in die Kulturhauptstadt einreihen. Wir bekommen für die 1 Mio. also einen eventreichen Sommer. Und dann? 
 
Ganz selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass Flensburg einer der großen Profiteure der Kulturhauptstadt sein wird. Aber wie viel mehr Touristen können in einem Sommer in Flensburg übernachten? Sind die Umsatzeffekte des Ruhrgebietes als Kulturhauptstadt 2010 auf Flensburg übertragbar? Werden Düsseldorfer, Münchner und Stuttgarter überhaupt erfahren, dass Flensburg Teil der Kulturhauptstadt ist? Und werden sie deswegen hierher kommen? Gemäß des Beschlusses werden die Profit-Chancen im „weiteren Verfahren dargestellt“, also nachdem man die Ausgabe beschlossen hat. 
 
Es wurde immer wieder betont, dass das Projekt der Kulturhauptstadt einen langfristigen Nutzen für Flensburg haben soll. Mit der aktuellen Beschlussfassung ist dieser jedoch nicht zu sehen. Bereits 2018 ist alles vorbei und von den Events nichts geblieben. Und profitieren werden zunächst nur – es sei ihnen gegönnt – die vorhandenen Kulturschaffenden, die sich auf eine Zeit etwas größerer finanzieller Förderung einstellen können. Der Rest der Bevölkerung wird davon haben, dass das bestehende Angebot eine Zeit lang ein wenig ausgeweitet wird. Soll das alles sein? 
 
Die WiF wollte die Chance wirklich ergreifen – zugegeben mit mehr Geld. Aber wir wollten, dass Flensburg ein Teil des Marketings auch in die eigene Hand nimmt, damit auch die Düsseldorfer, Münchner und Stuttgarter hierher kommen. Wir wollten weiter, dass Flensburg investiert, um langfristig bestehende Strukturen zu schaffen, von denen alle FlensburgerInnen auch etwas haben. Wir wollten die Chance nutzen, dem Kulturangebot unserer Stadt strukturell einen neuen Impuls zu geben und eine wirkliche Weiterentwicklung anzuschieben. 
 
Wir wollten jedoch, dass der Nachweis des Profits für unsere Stadt die Voraussetzung für die Ausgaben ist. Und wir wollten ebenfalls die Beteiligung der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg als Voraussetzung festschreiben. Denn gerade wenn man eine Chance nutzen will, dafür aber viel Geld ausgeben muss, dann sollten die Sicherungsmechanismen solide sein. 
Der aktuell im Kulturausschuss gefasste Beschluss ergreift die Chancen nicht und begegnet den Risiken nicht wirklich. Unsere Sicht fand jedoch keine Mehrheit. 



Kulturhauptstadt Europas 2017 - Sønderborg in Sønderjylland-Schleswig

Die Europäische Kulturhauptstadt-Initiative ist das größte alljährliche europäische Kulturereignis. Die Evaluationsergebnisse von 38 früheren Kulturhauptstädten zeigen deutlich, dass eine Kulturhauptstadt ein Entwicklungsmotor ist, der hochgebildete Arbeitskräfte anzieht, Wachstum in den kreativen Gewerben schafft, Arbeitsplätze generiert, Touristen anzieht und ein nachhaltiges „Branding" für Stadt und Region erzeugt. Die WiF hat im Rat der Stadt Flensburg als einzige Fraktion gefordert, die ursprünglich aus unserer Sicht zu geringen Investitionsmittel stark zu erhöhen. Basis für unsere Forderung war die Zusicherung, dass jeder investierte Euro nachweislich (laut Begründung der Verwaltung) in sieben- bis achtfacher Höhe in unsere Region zurückfließt.
Die im Rat vorhandenen Mehrheitsverhältnisse ließen uns mit diesem Vorstoß bedauerlicherweise scheitern. Im Mai 2013 haben Sie mit Ihrer Stimme bei der Kommunalwahl in Flensburg die Möglichkeit, diese Mehrheitsverhältnisse entsprechend der für unsere Stadt wichtigen Weichenstellungen zu verändern.
 
Fazit (August 2012): Sønderborg hat sich im Bewerbungsverfahren leider nicht durchsetzen können.



























Presseartikel im Flensburger Tageblatt / sh:z zur Bewerbung von Sønderborg als Kulturhauptstadt 2017

26.10.2010: Das Grenzland als Kulturhauptstadt ("Sonderburg setzt bei seiner Kandidatur für den europäischen Ehrentitel im Jahr 2017 auf Rückendeckung aus Schleswig-Holstein."

22.11.2011: Kulturhauptstadt Sonderburg: Vorentscheidung (Schlei-Bote) 

16.02.2012: Kulturhauptstadt. Region im Schulterschluss (Husumer Nachrichten) 
14.03.2012: Kulturhauptstadt: Eine Million Euro für Sonderburg ("Flensburg ist mit 1,9 Prozent des Gesamtetats dabei: Macht sechs Jahre lang jeweils 170.000 Euro")
03.04.2012: Auch die Kulturringe sind auf Seiten Sonderborgs (Husumer Nachrichten) 
05.07.2012: Dänen und Deutsche Hand in Hand (Sylter Rundschau) 
13.07.2012: Nordfrieslands Sympathien gehörten Sønderborg (Husumer Nachrichten)