Die Bahndämme in Flensburg
Scheinbar vergessen - dennoch hochaktuell!


Es droht die geplante feste Fehmarnbelt-Querung einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Norden Schleswig-Holsteins zu haben. Das betrifft nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch die Eisenbahn. Ist Flensburg für diese Zukunft richtig aufgestellt?


Vor dem Hintergrund, dass Energie immer teurer wird, wird die Bahn gleichermaßen zunehmend an Bedeutung gewinnen, was nicht nur den Personen-, sondern auch den Güterverkehr betrifft. Der Primär-Energie-Verbrauch beträgt im Personenverkehr beim Transport auf der Schiene nur etwa die Hälfte, im Güterverkehr sogar nur etwa ein Viertel im Vergleich zur Straße. Wie müssen wir in Bezug auf die Ökologie und den Klimaschutz planen? 


Der schienengebundene Regionalverkehr hält nicht mehr in Flensburg-Weiche, nur weil ein Halt dort einige wenige Minuten die Fahrzeit nach Neumünster oder Hamburg verlängert. Und was wird mit den schnellen Fernzügen von und nach Norden in Zukunft werden, die nach Flensburg hinein deutlich mehr Fahrzeit verbrauchen als ein kurzer Halt in Flensburg-Weiche? Halten diese Züge dann überhaupt noch in Flensburg?


Auch im Güterverkehr zeichnet sich ein Wandel ab. Noch heute werden Güterzüge wagenweise nach Bestimmungsort sortiert, eine zeitraubende und personalintensive, also teure Arbeit. Das „Stückgut Container“ lässt sich vielerorts einfacher mit technischen Hilfsmitteln auf einen oder von Container-Güterwagen verladen. Können wir es uns leisten, weiter auf Bahntrassen zu verzichten?


Nun besteht die Absicht, das Bahnhofsumfeld mit dem alten Güterbahnhofsgelände einer Gesamtüberplanung (übrigens eine Forderung der WiF) im Rahmen einer Sanierung zu gestalten und zu bebauen. Ist es da nicht höchste Zeit, sich den umfangreichen Fragen und Problemen zu stellen und nach Lösungen zu suchen, die vermeiden, dass Flensburg endgültig auf dem Abstellgleis landet? 



                  Übersicht über das Flensburger Bahnnetz der Gegenwart  (aus WiF-Präsentation)


                   In Blau: Die gegenwärtig stillgelegte Verbindung FL-Weiche-Niebüll (Wiki).         (c) Google, Nachzeichnung Dr. Teichmann



 Historischer Vergleich: Flensburger Bahnnetz um 1930     (c) Stadt FL         Überlegungen zum Bahnnetzausbau 2003 (3. RNVP 2013, S. 115) 



Vorstand und Fraktion der WiF haben sich der umfangreichen Problematik gestellt und einen Lösungsvorschlag diskutiert. Und es ist kein Zufall, sondern die logische Konsequenz, dass die dänische Forderung, die Fahrtzeit der Strecke Aarhus-Hamburg auf 3,5 Stunden zu verkürzen, sich mit unserem Bild der Neugestaltung der Bahnanlagen in Flensburg deckt. Der Bedarf einer solchen „westdänisch-norddeutschen Bahnstrategie“ wurde bereits durch ein Infrastrukturgutachten eines dänischen Tochterunternehmens des britischen Gutachters "Atkins" nachgewiesen. Nur sei es "unglaublich, dass wir heute bei der Bahn Verhältnisse vorfinden, die das Tempo der [19]50er Jahre kaum überschreiten", wird der süddänische Regionsvorsitzende Carl Holst zitiert. ("Bahn-Vision" für Schleswig-Holstein", Flensburger Tageblatt vom 08.10.2012) 


Zur "westdänisch-norddeutschen Bahnstrategie"      (c) F.T., 08.10.2012



Bitte diskutieren Sie mit uns, teilen Sie uns Ihre Meinung mit, ehe man die noch vorhandenen Gleistrassen zerstückelt, zu Rad-/Fußwegen verändert oder sogar ganz verschwinden lässt.


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Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Vorschläge! (unsere Kontaktdaten)


Ihr Dr. Harro Teichmann 





Einschätzung vom Fahrgastverband Pro Bahn: Der Landesverband Pro Bahn fordert Gutachten zur Reaktivierung der Flensburger Hafenbahn (15.01.2013).