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Kreisstraße 8

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Aktualisierungshinweis: Die Seite befindet sich bis Dezember 2017 in Überarbeitung. Aufgrund Aktualität kann Verzögerung eintreten. Einen Überblick geben vorerst die Presseartikel und die Vorlagen (s.u.). 

Die Kreisstraße 8 (K 8) ist eine innerstädtische Kreisstraße, die über den Munketoft verläuft und in das neue Wohngebiet Hochfeld mündet. Von dort soll sie - nach den Plänen der Stadtplaner und einiger Fraktionen - an die Taruper Hauptstraße anschließen und dabei neue Wohngebiete in Tarup-Südost "erschließen". Die Straße ist ein wesentlicher Bestandteil der Siedlungsentwicklung von Tarup-Südost, die auf zweifelhaften Prognosen beruht. Als Straße, die der Erschließung von Wohngebieten dient, hat sie nicht die Funktion einer Ortsumgehung. Als in den 1990er Jahren und noch bis 2002 um die geeignetste Trasse für die Flensburger Osttangente gestritten wurde, hatte die Bürgerinitiative Lautrupsbachtal statt der im Herbst 2006 fertiggestellten Osttangente durch das Lautrupsbachtal eine alternative Außen-Umgehung östlich von Tarup vorgeschlagen, die in etwa den Verlauf der heutigen K 8 gehabt hätte. Die Bürgerinitiative hörte aus der Stadtplanung nur, niemand habe die Absicht, eine Umgehung südlich von Tarup zu bauen: Zumindest nicht während des Planfeststellungsverfahrens zur Osttangente im Februar 2002, sehr wohl aber seit Spätsommer 2005 ("Startschuss für die Ortsumgehung Tarup"; Flensburger Tageblatt, 27.10.2005). 

  FL-Südost laut Planungskarte des Fachbereiches vom April 2002 

Bereits im April 2002 deutet der Fachbereich "Umwelt und Planen" auf seiner Planungskarte an, was er im Planfeststellungsverfahren zur Osttangente im Februar 2002 vornehm verschwieg: In Verlängerung der Straße Munketoft bzw. K 8 ist die Fortsetzung der Straße Munketoft nach Osten bereits im Kreuzungsansatz als ein Brückenkopf erkennbar, einschließlich der Abbiegespuren auf der Osttangente! Die Gegner der Osttangente erfuhren nicht, dass bereits damals die Hochfelder Landstraße (K 8) geplant war. Den versammelten Kritikern der Osttangente entgegnete "der Vorhabenträger" (die Stadt bzw. deren Chefplaner) im Februar auf die Frage, ob eine Fortsetzung der K 8 an die Ringstraße geplant sei, dass ihm dazu kein Ratsbeschluss bekannt sei und zu einer alternativen Umgehung um Tarup herum: Eine Entlastung des Stadtteils Tarup soll durch bauliche Maßnahmen auf der vorhandenen L 21 erreicht werden.(aus der Niederschrift vom Erörterungstermin, 20.02.2002) - Der Chefplaner täuschte die Öffentlichkeit offenkundig darüber hinweg, dass parallel zur Planung und Durchsetzung der Osttangente auch bereits die Umgehung von Tarup mit der Fortsetzung der K 8 bis zur Ringstraße und darüber hinaus vorbereitet wurde. 

Aufschlussreiches ist schließlich dem Arbeitspapier des Fachbereiches Umwelt und Planen Stadtentwicklerische Perspektiven im südöstlichen Planungsraum Flensburgs vom 25.08.2005 zu entnehmen, das die Begründungen für die Ratsvorlage RV-093/2005 (Die ideale[sic!] Erschließung erfolgt von der Kreuzung der Osttangente in Verlängerung der jetzigen Zufahrt der K 8. Wie in der Begründung zum Bebauungsplan ausgeführt, kann diese Erschließung aber nur im Rahmen einer Verbundlösung mit dem perspektivischem Ausbau zu einer Umgehungsstraße Tarup mit einer Anbindung an die L21 östlich von Tarup erfolgen.) und später die Vorlage UPLA-30/2007 einschließlich dem zugehörigen Begründungsentwurf lieferte. Zur K 8 wird dort rückblickend ausgeführt: Die vorgesehene Verkehrsführung beruht auf einer weit zurückliegenden Verkehrskonzeption aus den 70er Jahren. Schon bei der Bearbeitung des Teilbereichs IV des Flächennutzungsplanes 1969 nach der Eingemeindung der Gemeinden Sünderup und Tarup wurde in diesem Bereich eine 'geplante Fläche für den örtlichen und überörtlichen Verkehr' dargestellt. Diese Darstellung war aus dem 'Verkehrsstraßennetzplan der Stadt' entwickelt. Der Trassenverlauf war bei dieser Planung zwar etwas verlagert dargestellt, aber hatte die gleiche Funktion wie die nunmehr vorgesehene. Auch hier war eine Ortsumgehung Tarup mit einer Verbindung zwischen der Osttangente bis zur L 21 vorgesehen. Und zum Campusausbau wird erläutert: Im Rahmen des Osttangentenbaus ist auch der südliche Abschnitt der K8 mit dem Südanschluss zur Hochschule und zur Campushalle hergestellt worden, dieses geschah bereits im Hinblick auf eine östliche Verlängerung dieser Straße. - Konnten die Fakten bei solcher Weitsicht ausgerechnet beim Planfeststellungsverfahren für die Osttangente im Februar 2002 in Vergessenheit geraten sein? Aber in einem ehrlichen Moment war vom Planungschef zu vernehmen: Die Planung dieser Umgehung beschäftigt uns schon seit vielen Jahren.(Flensburger Tageblatt, 27.10.2005) Oder: Dr. Schröders erklärte, dass die Ursprungsidee der L21 [i.e. K 8!] schon über 20 Jahre zurück liegt.“(Flensburger Tageblatt, 13.06.2007) 

 Verlauf der K 8 in "Stadtentwicklerische Perspektiven im südostlichen Planungsraum Flensburgs" (2005)

Offenbar wird die Wahrheit immer dann abgerufen, wenn es darauf ankommt, etwas Anderes, z. B. den Bau der K 8, zu rechtfertigen. Auf der dazu einberufenen Versammlung trug der Planungschef vor: Eine Umgehungsstraße ist bereits zu einem wesentlichen früheren Datum im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1969 als L 21 bereits geplant gewesen.(Protokoll der Bürgerversammlung, 14.11.2006). Nun kam es, zwecks Durchsetzung der K 8, also gegenteilig darauf an, klarzustellen, dass diese Planung schon sehr lange existiert habe. Dem Protokoll der Sitzung des UPLA am 05.06.2007 ist dazu zu entnehmen: Bereits vor 25 Jahren wurden planerische Zielvorstellungen für eine Taruper Ortsumgehung entwickelt. Ein wichtiger Hintergrund für die Planung sei die Taruper Verkehrssituation. Auch nach Fertigstellung der Osttangente ist die Ortsdurchfahrt Tarup stark verkehrlich belastet.“ - Fünf Jahre nachdem der Sachverhalt zum Planfeststellungsverfahren für die Osttangente in Vergessenheit geraten war, erinnert sich der Stadtplaner besser an die "planerischen Zielvorstellungen", obwohl im Bereich der Ortsdurchfahrt Tarup keine signifikante Steigerung des Verkehrsaufkommens festgestellt wurde. Die im Oktober 2006 eröffnete Osttangente, die erst im Laufe des Jahres 2007 von der Bevölkerung angenommen wurde, würde die "Belastung" von Tarup nicht verringern, so dass es einer weiteren Straße, der K 8 bedürfe. Aber jener Plan war bereits vor Fertigstellung der Osttangente gefasst worden, wie auch die Entlastung Tarups nie der Hauptzweck der Osttangente gewesen war. Als der Weiterbau der K 8 im 4. Bauabschnitt (BA) der Rechtfertigung bedurfte, versicherte der Planungschef 2016: Er verweist darauf, dass es sich um eine bereits Anfang der 1990er-Jahre begonnene und im Flächennutzungsplan dargestellte Straße handelt.(SUPA, 23.02.2016) - Wie gut das Gedächtnis von Führungspersonen arbeitet, wenn das Ganze auf dem Spiel steht. 

Erwähnt, aber nicht visuell dargestellt, wurden in der Vorlage UPLA-30/2007 auch verschiedene Trassenführungen für die geplante K 8Für die Trassenführung in dem Bereich zwischen Ringstraße und Anschluss an die Taruper Hauptstraße wurden außer einer Nullvariante verschiedene Planungsvarianten in einem Korridor südlich der Ortslage Tarups untersucht (Nord-, Mittel- und Südtrasse). Diese Varianten unterscheiden nur geringfügig in ihrer Wirksamkeit und den Baukosten.“ - Obwohl also 2007 drei Varianten zur Verfügung gestanden hatten, entschied die Stadt sich für die nördliche Variante - angeblich aus rein ökologischen Erwägungen - und programmierte dadurch einen Konflikt im sogenannten  4. BA der nur mit Bauplänen und ohne Raumordnungsverfahren oder Planfeststellungsverfahren geplanten Trassenführung vor. In jenem 4. Bauabschnitt (BA) waren bzw. sind drei Landwirte ansässig, die eigene Vorstellungen für die Verwendung ihres Eigentums, das sie bewirtschaften, hatten bzw. haben. Die Stadt setzte sich mit der Wahl der nördlichen Trassenführung selbst unter den Zwang, mit den drei Landeigentümern zu Ergebnissen kommen zu müssen, um die Straße auch im 4. BA realisieren zu können. Diese Verhandlungen würden unter dem zeitlichen Druck der für den Straßenbau vom Land für einen gesetzlichen Zeitraum (bis Ende 2019) bewilligten Fördermittel stattfinden müssen. Mit der Festlegung auf die nördliche Trassenführung für den 4. BA der K 8 hatte sich die Stadt in eine Zwangslage manövriert, d. h. vom Willen der Eigentümer selbst abhängig gemacht, wie sich ab 2015 herausstellen sollte, als sich die Stadt mit einem der drei Eigentümer nicht einigen konnte. Hätte die Stadt hingegen für den Bau des 3. BA der K 8 einen Mittelweg gewählt, der ihr für die Trassenwahl des 4. BA der K 8 eine Flexibilität erhalten hätte, wäre der Konflikt um das Eigentum vermieden worden. Ob die Vermeidung des Konflikts bezweckt war, darf angesichts der frühen Festlegung auf die nördliche Trassenvariante ernsthaft bezweifelt werden. 

             
 2006: Osttangente und bereits begonnener 1. BA / K 8   (c) Microsoft                   2006: Früher Aushub des 1. Teilstücks der K 8              (c) Microsoft

In der Berichterstattung erhielt die "Ortsumgehung Tarup" Ende 2005 als "Tangenten-Bau" den "Startschuss", noch bevor die Ratsversammlung ihn ranghöchst gegeben hatte und noch bevor die Veränderungen, welche die Osttangente ab Herbst 2006 bewirken würde, beobachtet und gemessen worden waren. Im Vordergrund standen Fördermittel der neuen Landesregierung, die für Flensburg gesichert werden sollten. Beide Luftaufnahmen des Jahres 2006 offenbaren, dass die Vorbereitung des 1. BA der K 8 berits vor Eröffnung der vollständigen Osttangente im Herbst 2006 erfolgt war, d. h. lediglich auf Grundlage des Aufstellungsbeschlusses RV-093/2005 erfolgt war, bevor von der Ratsversammlung alle politischen Beschlüsse gefasst oder gar die Ländereien für 4. BA der K 8 erworben worden waren. 

             
Der Artikel, der der K 8 ihren UPLA-"Startschuss" gab             (c) sh:z                    Die Ratsversammlung zog nach      (c) sh:z


Presseartikel aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z zur Kreisstraße 8

27.10.2005: "Startschuss für die Ortsumgehung Tarup"; "Tangenten-Bau"[Kommentar
05.11.2005: "Rat stimmt für Tangente" ("Ortsumgehung Tarup wird gebaut"; SPD-Fraktionsvorsitz: „Mit diesem Beschluss holen wir den ersten Schritt nach, den wir vor dem Bau der Ost-Tangente hätten machen müssen.“
16.03.2006: "Stadtentwicklung contra Naturschutz?" 
23.06.2006: "Neue Tangente: Trassenführung dicht an Tarup bevorzugt" 
21.07.2006: "Tarup-Tangente schafft Baugrund für 300 Familien" 
31.07.2006: "Taruper Landwirt will bleiben" ("Gefördert wird der Straßenbau nur, wenn die neue Tangente zur Verkehrsentlastung beiträgt und gleichzeitig neue Baugebiete erschließt."; Keine Zwangsenteignungen vorgesehen)
16.11.2006: "Viele Fragen zur neuen Tangente" (Die K 8 soll nicht nördlich an die B 199 angeschlossen werden, ergab eine Bürgeranfrage
07.06.2007: "Tastrup für Taruper Umgehung" 
13.06.2007: "Geplante Tarup-Umgehung: Kritik für die Nord-Trasse" (Planungschef sieht Verkehrsaufkommen von 5000 täglichen Autos auf 10.000 bis 2020 steigen
12.09.2007: "Tarup-Umgehung als privates Pilotprojekt?" 
09.11.2007: "Grünes Licht für Umgehung" (SUPA beschließt K 8. Sie soll "Tarup und Adelbylund sowie den Hafermarkt entlasten" und "das Baugebiet Hochfeld sowie weitere künftige Baugebiete im Bereich Tarup erschließen"
15.11.2007: "Flensburg wächst um 45 Fußballfelder" (Gemeinde Tastrup verkauft Landfläche an die Stadt
09.04.2008: "Ein Tunnel für die Taruper Tangente" ("Die Arbeiten für den Bahntunnel bei Sünderup sind zugleich der Startschuss für den Bau der Taruper Tangente"
16.08.2008: "Brückenschlag bei laufendem Bahnbetrieb" ("Kernstück der Taruper Umgehung ist der Durchstich durch den Bahndamm"
03.12.2008: "Grüne, FDP, WiF und Linke fordern Abspeckung für Groß-Tarup-Pläne" 
16.12.2008: "Tarup-Umgehung wird doch nicht privat" ("Der Bau aller vier Bauabschnitte hätte erst 2011/2012 stattfinden können", lobt das TBZ den Zeitgewinn.
06.01.2009: "Baustellen: Flensburg buddelt weiter" ("Nahe der Abfahrt Sünderup wird eine Brücke im Zuge der geplanten Tarup-Umgehung gebaut. Noch vor der Sommerpause soll das 680 000 Euro teure Bauwerk fertig sein")
16.05.2009: "Ringstraße: Anschluss an neue Taruper Umgehung" (Ringstraße wird nicht stillgelegt, und Tastrup bleibt angeschlossen
15.09.2009: "Noch drei Jahre bis zur Tarup-Tangente" (1. Abschnitt der K 8 soll 2012 fertiggestellt sein
06.10.2009: "WiF will Tarups neues Baugebiet kippen" (451 Einfamilienhäuser sollen entlang der K 8 entstehen, die "gleichzeitig den Vorwand für 3,5 Millionen Euro Landeszuschuss liefern"; WiF kritisiert Wachstumsprognose)
07.10.2009: "Tarup: OB bremst WiF aus" (OB verlagert Thema und WiF-Kritik vom Hauptausschuss in den SUPA
10.11.2009: "OB stellt Weichen auf Wachstum" (WiF kritisiert Kosten für Baugebiet und Umgebung und schätzt 41 Mio. Euro.; 415 Wohneinheiten geplant
23.11.2009: "Planungen für Tarup-Südost gehen weiter" (OB "vertraut den Aussagen der Gutachter und Demographen, die Flensburg als einzigem Oberzentrum des Landes ein stetes Bevölkerungswachstum voraussagen...")
09.01.2010: "Millionen für Flensburgs Verkehr" ("Weiterbau der K8 als Tarup-Umgehung werde für 2011 ins Auge gefasst")
23.02.2010: "Ringstraße: Im Süden schließen und im Norden öffnen?" (Diskussion um Nutzung der Ringstraße
22.04.2010: "Der erste Schritt zum neuen Stadtteil" ("Statt 160 jetzt sogar 210 Wohneinheiten"
27.07.2010: "Hochfeld hat jetzt eine Landstraße" ("6,9 Millionen Euro kosteten den Steuerzahler die beiden Bauabschnitte", davon 3 Mio. aus dem Etat der Stadt
27.05.2011: "Frust im Vorzeige-Baugebiet" ("Hausbesitzer auf dem Hochfeld fühlen sich von der Stadt getäuscht: Vierfamilienhäuser, Raser auf der Ringstraße, keine Kreisverkehre"
09.08.2011: "Von Baulücken und Schandflecken" (Wegen Problemen mit der Entwässerung wird nicht vor 2012 gebaut
06.01.2012: "Platz für Läden und neue Häuser" ("Die Stadt hofft, bis zum Sommer das Planverfahren abzuschließen.")
15.06.2012: "Neues Wohngebiet im Südosten" ("rund 240 neue Wohneinheiten"
20.09.2012: "Grünes Licht für 300 Wohnungen" (irreführende Überschrift: gemeint sind "300 Wohneinheiten", d. h. überwiegend Häuser
10.01.2013: "1,6 Millionen vom Land: Tarup-Umgehung kommt" ("1,6 Millionen Euro für den 3. Abschnitt"
08.02.2013: "Vorfahrt für Groß-Tarup?" ("Stadt will Erschließung des letzten großen Neubaugebietes vorziehen. Entscheidung im März"
25.07.2013: "Wie viele Autos verträgt die Ringstraße?" (Verkehr auf früherer Umgehung nimmt langsam wieder zu
24.09.2013: "Tarups neues Nadelöhr im Südosten" (Freigabe 3. Baubschnitt Hochfelder Landstraße, Fortsetzung 4. Abschnitt bleibt unklar
26.09.2013: "Von der Osttangente direkt nach Tarup-Ost" (Bürgermeister phantasiert, die K 8 ermögliche "einen besseren Durchfluss nach Kappeln"
05.05.2015: "Sorgen um die Schulweg-Sicherheit" ("Künftige Bewohner haben mehrere Gefahrenpunkte ausgemacht und fordern eine Nachbesserung"
01.07.2015: "Tarup-Umgehung in der Sackgasse" ("Ein Landwirt stellt sich quer: Stadt muss um den Bau der letzten 500 Meter zittern / Enteignungsverfahren schwierig"
26.02.2016: "Enteignung für die Tarup-Umgehung?" ("Stadt plant den letzten Bauabschnitt, ohne im Besitz des Landes zu sein / Landwirt beklagt, keinen adäquaten Ausgleich zu bekommen"
10.10.2016: "Straßenbau: Stadt erwägt Enteignung" ("Taruper Umgehung kann nicht fertiggestellt werden"
25.02.2017: "Für B-Plan 272 fehlt ein Plan B" ("Innenministerium bremst Stadtverwaltung beim Bau der K 8 aus: Enteignungsantrag ist ungenügend begründet / Zum Bauen verdammt"
14.06.2017: "Nächste Eskalationsstufe in Tarup" ("Verwaltung startet zweiten Anlauf zur Enteignung / OB bestätigt: Schlimmstenfalls drohen Millionen Euro Rückerstattung"); "Eine Frage des Geldes"[Kommentar
15.06.2017: "K8-Enteignung: WiF rügt Stadt und Rat" (WiF-Pressemitteilung
17.06.2017: "Tarup: Stadt fährt schweres Geschütz auf" (§ 116 BauGB Vorzeitige Besitzeinweisung: "Flensburg will Enteignung von Bauer Knop im Eilverfahren"
20.07.2017: "Hochfelder Landstraße: Letzter Abschnitt wird erneut geplant" ("Neuer Trassenverlauf heute Thema in der Ratsversammlung"
22.07.2017: "Beitragserhöhungen sind vom Tisch" (Optionen zum Fortbau der K 8?
18.09.2017: "Stadt darf Taruper Bauern enteignen" ("Kieler Enteignungsbehörde folgt Flensburger Antrag: Stadt darf sich 15 Hektar Land im Eilverfahren zwangsweise aneignen"
27.09.2017: "Löst Lange heute den Taruper Knoten?" ("Last-Minute-Diplomatie im Rathaus: Oberbürgermeisterin und Bürger Ingo Knop sitzen heute wieder am Verhandlungstisch"
28.09.2017: "Enteignungs-Gespräch" ("Über das Ergebnis, so Lange auf Anfrage, sei vorerst Stillschweigen vereinbart worden"
14.10.2017: "Juristisches Scharmützel um K8 und Enteignung" ("Eklat im Hauptausschuss" / RH Paysen erwirkt Einstweilige Anordnung des Verwaltungsgerichts
20.10.2017: "WiF: K8 muss nicht vollendet werden" ("Entlastung des Taruper Ortskerns schon mit heutigem Ausbau vorhanden / Stadt plant jedoch Weiterbau für weitere Verkehrsverlagerung")
09.11.2017: "Nur Krokodilstränen für Bauer Knop" ("Alternativ-Vorschlag von OB Simone Lange ohne Mehrheit im Hauptausschuss - jetzt wird enteignet"); "Helfende Hände"[Kommentar
10.11.2017: "Tarup-Umgehung K8: Rat stimmt für Enteignungsverfahren" (Ergebnis 23:11 mit Stimmen von CDU, SPD, teils SSW, FDP gegen WiF, Grüne, Linke, teils SSW bei 1 Enthaltung
11.11.2007: "Tarup-Umgehung: 'Verkettung von Fehlentscheidungen'" (CDU, SPD, SSW, FDP für Enteignung



             
Erste Zweifel: Genügt die K 8 den Naturschutzanforderungen? (c) sh:            Gutachter erfüllen die Erwartungen              (c) sh:


Maßgebliche Vorlagen im Ratsinformationssystem der Stadt Flensburg zur K 8 und insbesondere zum B-Plan Nr. 272 (4. BA der K 8) angesichts dort drohender Enteignung Art. 14 GG

13.05.2008: Niederschrift UPLA 13.05.2008UPLA-28/2008 (Wdh.) zum F-Plan mit Begründungsentwurf und Planentwurf 
05.06.2008: TBZ-25/2008 und TBZ-30/2008 
10.05.2012: Niederschrift RV 10.05.2012RV-57/2012 zu B-Plan 272 mit Planbereichsskizze 
01.01.2015: Stellungnahme Stadtteilforum Tarup zum B-Plan 272 "Groß-Tarup"  
17.12.2015: Niederschrift RV 17.12.2015; RV-130/2015 zu Änderung B-Plan 255 mit Begründungsentwurf und Planentwurf 
30.03.2017: Niederschrift RV 30.03.2017RV-18/2017 gemäß § 214 Abs. 4 BauGB zu B-Plan 272 mit Abwägungsvorschlag, in Ziff. 5 mod. Begründung B-PlanPlanbereichsskizze B-Plan 
20.07.2017: RV-109/2017, Entwurf (WiF
08.11.2017: Niederschrift HA 08.10.2017 
10.11.2017: Niederschrift RV 10.11.2017; RV-144/2017; RV-144/2017, 1. Erg. (WiF

                 
                 Übersicht über die städtischen B-Pläne zu Tarup

(Alle Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wer mehr findet, darf die Information zu diesen Funden gerne teilen.


             
 Nicht nur Entlastung, sondern auch "Baugrund"                      (c) sh:                  1. Landkonflikt     (c) sh:


Von Beginn an sollte zusätzlich zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Tarup auch die entlang Adelbylund bis zum Hafermarkt nach Westen verlaufende Kappelner Straße entlastet werden. So hieß es 2005: 
Zur Entlastung der Ortsdurchfahrt Tarup sowie der westlich angrenzenden Bereiche Adelbylund bis zum Hafermarkt wird eine "Ortsumgehung Tarup" planungsrechtlich vorbereitet. (...) Diese Planung soll eine logische Weiterführung bis zur "Alten Kappelner Landstraße" (L 21) erhalten. Damit werden die Wohnbereiche entlang der Ortsdurchfahrt Tarup und auch entlang der Straße "Adelbylund" bis zum Hafermarkt vom  Durchgangsverkehr und von der damit verbundenen Lärmeinwirkung und Schadstoffbelastung deutlich entlastet.“("Stadtentwicklerische Perspektiven", 2005) 
Dies war die Zielsetzung im August 2005 noch vor Analyse der erst im Herbst 2006 eröffneten Osttangente. Auch noch 10 Jahre später wurden diese Ziele verfolgt, obwohl die Osttangente den Verkehrsfluss verändert und die Zahl der Verkehre in Adelbylund augenscheinlich verringert hatte. Auch noch 2017 wurde neben der Entlastung von Tarup die Entlastung von Adelbylund als Vorhabenbegründung wiederholt: 
Die K8 entlastet die Wohnbereiche entlang der Ortsdurchfahrt Tarup und auch entlang der Straße "Adelbylund" bis zum Hafermarkt vom Durchgangsverkehr und von der damit verbundenen Lärmeinwirkung und Schadstoffbelastung.“(aus: Begründung zu B-Plan 272, Ziffer 4, RV-18/2017)  
Zwei Gründe erscheinen stets besser als nur einer: Doppelt hält besser und lenkt vielleicht auch vom Wesentlichen ab. 

Zur Begründung des Straßenbauvorhabens wurden zentral aber die Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrt Tarup und die Erschließung von Wohngebieten angeführt. Diese beiden Gründe wurden gelegentlich vermengt: "Flensburg braucht weitere Baugebiete. Werden sie nicht geschaffen, wird die Stadt weiter schrumpfen", betonte Chefplaner Dr. Peter Schroeders. Außerdem könne der Straßenbau nur dann gefördert werden, wenn die Umgehung nicht nur für Entlastung, sondern auch für die Erschließung größerer Neubaugebiete sorgt.(Flensburger Tageblatt, 21.07.2006) - Zutreffend ist hingegen, dass die Förderung einzig für die Entlastungsfunktion der K 8 erfolgte, weshalb der 1., 3. und 4. BA der K 8 für förderfähig befunden wurden - nicht aber der 2. BA der K 8, der "nur" der Erschließung von Hochfeld diente. Solange aber das Vorhaben scheitern kann, überwiegt die Sorge um die Durchsetzung desselben. Wie begründet die Sorge gewesen sein musste, verdeutlichte der auf der Bürgerversammlung am 14.11.2006 vorgetragene Einwand des Naturschutzbeauftragten, der die Straße K 8 lediglich bis zum Tastruper Weg ausgeführt sehen wollte. 


 Bericht zur Bürgerversammlung am 14.11.2006                       (c) sh:z 


In den Zeitungsberichten des Flensburger Tageblattes waren 2006/2007 die verschiedenen, für den 3. und den 4. BA der K 8 erwogenen Trassenvarianten nicht publiziert worden. Sie waren vom Kieler Fachbüro in einer Untersuchung skizziert worden, die im überlicherweise gut funktionierenden Ratsinformationssystem der Stadt Flensburg nicht hinterlegt worden waren. 


 Grobskizze der drei Trassenvarianten von UIC (Kiel), 2006                                  Lageplan der drei Trassenvarianten von UIC (Kiel), 2006

Drei Trassenvarianten hatte das Fachbüro UIC (Kiel) für den 3. und 4. BA der K 8 für den Bereich zwischen der Ringstraße und der Taruper Hauptstraße (L 21) untersucht. Dargestellt wurden eine Grobskizze mit zwei verschiedenen Anschlüssen an die L 21 und ein Lageplan mit einem Kreuzungspunkt, der außerdem einen bemerkenswerten Brückenkopf in den Raum nördlich der L 21 aufwies. Zur Auswahl hieß es: Für die genaue Trassenführung wurden in einer vom Fachbüro UIC (Kiel) außer einer Nullvariante verschiedene Planungsvarianten in einem Korridor südlich der Ortslage Tarups untersucht (Nord-, Mittel- und Südtrasse). Es hat sich gezeigt, dass sich diese Planungsvarianten nur geringfügig in ihrer Wirksamkeit unterscheiden und auch die Baukosten etwa gleich hoch sind. Um die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten und gleichzeitig die Möglichkeiten zu einer weiteren Wohngebietsentwicklung zu optimieren, wurde eine im nördlichen Bereich verlaufende Trasse gewählt. Mit dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss vom 19.6.2007 für die 36. Flächennutzungsplanänderung wurde diese Trasse zur Grundlage der weiteren Planung gemacht.(aus: Begründung zu B-Plan 272, Ziffer 5RV-18/2017) In der 2016 geschriebenen Begründung war noch folgender Satz enthalten: Diese hat auch den Vorteil, dass der freizuhaltende Bereich um den Funkmast herum für den Straßenausbau, unter Berücksichtigung vorhandener Grünstrukturen, mit genutzt werden kann.“(aus: Begründung zu B-Plan 272, Ziffer 5RV-9/2016

Wenn bei den drei skizzierten Trassenvarianten die Regeln der Geometrie gelten, wonach die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Gerade ist: Wie kann angesichts der Krümmung der Varianten 1 und 3 im Unterschied zur direkten Linienführung der Variante 2 ernsthaft behauptet werden, die Planungsvarianten seien in den Baukosten "etwa gleich hoch"? Wie kann eine Straße, die einen gekrümmten Verlauf nimmt, also nicht die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist, sondern mit ihrer Krümmung einen längeren Weg und damit mehr Fläche und Material verbraucht, in den Baukosten "etwa gleich hoch" sein, ganz abgesehen von dem Eingriff in die Natur? - Intuitiv schien zunächst klar, was ein Stadtplaner im Januar 2007 schrieb: Da die Stadt Flensburg sich für eine Trassenlage im Bereich der Variante 2 entschieden hat...(aus: "Begründung der Notwendigkeit einer Entlastungsstraße / Umgehung für den Ortsteil Flensburg-Tarup", 30.01.2007) Zu dieser angeblichen Entscheidung gab es aber keinen Beschluss der Gremien, denn auf den wurde ja erst noch hingearbeitet: Um die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten und gleichzeitig die Möglichkeiten zu einer weiteren Wohngebietsentwicklung zu optimieren, wurde eine im nördlichen Bereich verlaufende Trasse gewählt.(aus: Begründung zu B-Plan 272, Ziffer 5RV-18/2017) - Glaubt noch jemand wirklich an Sorge um die Eingriffe in die Natur?! 

Ausschlaggebend aber ist hier die Feststellung, dass die Trassenvarianten sich in ihrer Wirksamkeit nur geringfügig unterscheiden, während die Baukosten etwa gleich hoch“ sind. Dann aber wurde - bei einem Straßenbau! - das Argument des Naturschutzes, um die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten angeführt - entgegen der Einschätzung des Naturschutzbeauftragten, der zuvor vorgeschlagen hatte, die K 8 nur bis zum Tastruper Weg zu führen(Flensburger Tageblatt, 16.03.2006). Die 2017 modifizierte Begründung zu B-Plan 272 führt den 2016 nicht genannten Grund mit auf: Statt die Natur zu schonen, ging es bei der nördlichen Trassenvariante vor allem darum, die Möglichkeiten zu einer weiteren Wohngebietsentwicklung zu optimieren(aus: Begründung zu B-Plan 272, Ziffer 5RV-18/2017). Diese Zielsetzung hat ein grundgesetzliches Problem: Eigentum an Flächen, die der Stadt nicht gehören, darf hier von Grundgesetzes wegen (Art. 14 GG) nicht für den Zweck der Wohngebietsentwicklung enteignet werden. 

         
  Die Analyse der Verkehrssituation 2004 von UIC (Kiel), 2006                           Die Prognose der Verkehrssituation 2020 von UIC (Kiel), 2006 

Die älteren Verkehrsmengenkarten der Stadt Flensburg bestätigen, dass seit 13 Jahren im östlichen Teil der Taruper Hauptstraße (L 21) um die 5.000 Kfz/Tag gemessen werden: Eine für Flensburgs Straßen bloß durchschnittliche Zahl, die in der Verkehrsmengenkarte einen grünen, d. h. im Stadtgebiet tolerablen Verkehrsbelastungswert erhält. 

Kritik auf einer Veranstaltung an der nördlichen Trasse             (c) sh:z

An der Nord-Trasse, die anscheinend die Verwaltung wünschte, wurde Kritik geübt, so dass es zur Chefsache wurde, diese stark zu entkräften: Nach Angaben von Dr. Schröders ist der Bau der L21 [K 8! - WiF] notwendig, weil das Verkehrsaufkommen der Taruper Hauptstraße laut einem Gutachten von heute etwa 5000 täglichen Autos auf rund 10.000 in 2020 steigen wird. Einige Anwohner würden schon heute die Grenze des Erträglichen erreicht sehen, weil der Verkehr in der Hauptstraße gerade für Kinder immer gefährlicher wird.("Geplante Tarup-Umgehung: Kritik für die Nord-Trasse"; Flensburger Tageblatt, 13.06.2007) - Da die Zahl von "rund 10.000 in 2020" außerordentlich gewagt war, in der Prognose 2020 auch nicht zu erkennen ist und bis dahin 2020 ohne zusätzliche 4.000 Haushalte nicht eintreffen kann, erinnert man sich an "einige Anwohner" und deren diffuses Gefühl an der "Grenze des Erträglichen" und verknüpft das Gefühl sodann mit der Gefahr für Kinder. Bis heute ist die Taruper Hauptstraße nicht Tempo-30-Zone und wird dies mangels Gefahren, die in 10 Jahren in einer Statistik ausgewiesen sein dürften, anscheinend auch nicht werden. 

 Flächennutzungsplan und die eingebettete nördliche Trassenvariante 

Indem die nördliche Trassenvariante der K 8 in den Flächennutzungsplan eingebettet wurde, ersparte man sich eine Debatte über einen separaten Beschluss über die vernünftigste Wahl für die Straßentrasse. Durch die Wahl der nördlichen Trassenvariante plante die Stadt, nachdem sie für den Bau des 3. BA der K 8 Flächen von der Nachbargemeinde Tastrup übernommen hatte, im 4. BA der K 8 mit fremdem Land. Die Stadt(verwaltung) wurde zum Erfolg verdammt, das Eigentum an diesen Flächen nun erwerben zu müssen. Ein Eigentümer war in erheblichem Maße betroffen, was er schriftlich anzeigte. 


Der später im 4. Bauabschnitt der K 8 unmittelbar betroffene Landwirt hatte bereits am 20.08.2007 der zuständigen Stelle der Stadtverwaltung Flensburg erkennbar angezeigt, dass seine Existenz durch die von der Stadt gewählte Trassenführung des 4. BA der K 8 bedroht sein würde. 

        
  Widerspruch Landwirt vom 16.08.2007          Widerspruch Landwirt vom 03.08.2008

Beide Widersprüche sind den Ablichtungen von Stellungnahmen zu entnehmen: 2007 zur Vorlage RV-93/2007 und 2008 zur Vorlage RV-135/2008. Die Stadtplanung kannte also die ungelöste Frage, wie eine Straße über Land gebaut werden soll, das sich nicht in ihrem Besitz befindet, aber eine Existenzgrundlage gefährdet. Dennoch wurde die Planung vorangetrieben, d. h. nicht nur vom Land Fördergelder für ein fragwürdiges Vorhaben bewilligt, sondern auch ein 3. BA der K 8 so vorangetrieben, dass er unausweichlich zum Eigentum des Landwirts hinführte. 

Im Laufe des Jahres 2007 mehrten sich die Stimmen gegen das Straßenbauvorhaben K 8, was an den zahlreichen Stellungnahmen zur RV-93/2007 ersichtlich ist (Stellungnahmen 1 & Stellungnahmen 2). Der "Antrag auf Anerkennung der Förderfähigkeit" datiert auf den 13.03.2007, die Bewilligung des Ministeriums auf den 07.05.2007. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Vorlage RV-61/2007 erarbeitet worden, um zwischen der Gemeinde Tastrup und der Stadt Flensburg einen Gebietsänderungsvertrag zu schließen, mit der Tastrup an der Wertsteigerung durch die Wohngebietserschließung beteiligt werden sollte. 

https://sites.google.com/a/wir-in-flensburg.de/wir-in-flensburg/unsere-themen/strassen/kreisstrasse-8/2007-04-26%20-%20Beschlussvorlage_RV-61-2007_Uebersichtsplan.jpg?attredirects=0
 Übersichtsplan zur RV-61/2007 vom März 2007 mit nördlicher Trasse

Mängel im Flächennutzungsplan (UPLA-28/2008) verzögerten aber das Vorhaben, so dass die Beschlussfassung erst Ende 2008 mit der Vorlage RV-135/2008 und einem Abwägungsvorschlag zum B-Plan erfolgte. Darin wurde einem Landwirt eröffnet, dass mit allen Eigentümern erste Verkaufsverhandlungen geführt worden seien und dass "auf jeden Fall... eine gütliche Einigung mit den betroffenen Grundstückseigentümern erreicht werden" solle; aber: "Als letzte Option kommt nur eine Enteignung zumindest für die notwendigen Straßenflächen in Betracht." (Abwägungsvorschlag zu Einwänden von F. Petersen und C. & I. Knop) Obwohl angesichts der mit UPLA-28/2008 eingetretenen Verzögerung noch zusätzlich Zeit gewesen wäre, die Eigentumsverhältnisse nun in die Abwägung einzustellen, geschah dies nicht. 


in Be- und Überarbeitung



Arbeiten am Bahntunnel bei Sünderup galten als Startschuss für den Bau der "Taruper Tangente". Das Projekt sollte in vier Bauabschnitten vorangetrieben werden, wovon der Stadt verschiedene Flächen in den letzten Bauabschnitten noch nicht gehörten: Im 4. Bauabschnitt würde man noch mit drei Eigentümern verhandeln müssen. Ein Makel stand schon fest: Für das zehn Millionen Euro teure Straßenbau-Projekt gibt es bislang weder einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan noch einen Bebauungsplan.("Ein Tunnel für die Taruper Tangente"; Flensburger Tageblatt, 09.04.2008) Das Fehlen der Pläne erstaunte, denn die tatsächliche Funktion der "Tangente" lag nicht in der (laut Verkehrsmengenkarte der Stadt Flensburg bloß unterdurchschnittlich belasteten) Verkehrsentlastung der Taruper Hauptstraße (L 21), sondern in der Erschließung von Neubaugebieten. 

Erschließungsstraße für Wohngebiete                (c) sh:z

Zunächst erwog man auch eine Privatisierung: Den Planungen zufolge könnte die Taruper Tangente indes das nächste öffentlich-private Partnerprojekt (ÖPP) nach dem Campus-Hallenbad werden. Dabei könnte die Stadt dann Pächter der privat gebauten Straße werden.(a.a.O.) Dieses Modell hätte für die Stadt allerdings keinen Vorteil gebracht.("Tarup-Umgehung wird doch nicht privat"; Flensburger Tageblatt, 16.12.2008) 

Im Oktober 2008 veröffentlichte die Stadt auf die Stellungnahmen zur Vorlage RV-135/2008 einen Abwägungsvorschlag, der die Notwendigkeit der K 8 zusätzlich zu der 2006 eröffneten Osttangente darstellt.

Die K8 in Abschnitt 2, 3 und 4 

Was ist von dieser Straße, die die WiF stets abgelehnt hatte, zu halten? Von den großen Fraktionen stellte einzig die WiF, zusammen mit Grünen, Linken und FDP, angesichts von knappen Mitteln bei den Etats für Bildung, Sozialem, Kultur, die Frage: Wer soll dies(e Straße) bezahlen? Die Abstimmung in der Ratsversammlung am 04.12.2008 ging gegen die Stimmen von CDU, SSW, SPD mit 17 zu 22 Stimmen verloren

Wie lauteten die Einwände gegen eine Privatisierung der Straße? - Es gibt da auch Nachteile, wie das TBZ feststellte. So sei beispielsweise zu befürchten, dass der private Investor der Versuchung erliegen könnte, die Qualität des Baus etwas herunterzuschrauben, um die Gewinnspanne zu erhöhen.[vgl. dazu das Campusbad] Weiterer Nachteil: Sollten während der Pachtzeit Veränderungen notwendig werden, ginge das nur mit Einstimmung des Besitzers, schließlich droht erheblicher Zeitverzug - alles in allem ein Bündel, das die Verwaltung von der ursprünglichen Überlegung abbrachte, die K 8 als ÖPP-Projekt auszubauen.("Tarup-Umgehung wird doch nicht privat"; Flensburger Tageblatt, 16.12.2008


Der nicht geförderte 2. Bauabschnitt der K 8, dem die "förderfähige Entlastungsfunktion" fehlt, da er nur eine "Baugebietserschließungsstraße" ohne förderfähige Entlastungsfunktion ist: 
             
Der 2. BA sei "nicht Bestandteil der Maßnahme", denn er sei "die Baugebietserschließungsstraße Hochfeld (2. BA)". Der 2. BA der Verlängerung der K 8 wird ausgeklammert, wenn das Ministerium generell äußert, die K 8 trage "zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse" bei.(Förderbewilligung des Ministeriums für den 1., 3. und 4. BA der K 8 vom 07.05.2007)




Eine Übersicht über das Verfahren bis Ende 2008 wurde 2012 im Rahmen einer städtischen Wirtschaftlichkeitsanalyse gegeben: 

  K 8: Geplant noch vor Fertigstellung der Osttangente (10/2006) 




Vom Verschwinden der Kreisverkehre 
Vom Verschwinden geplanter Kreisverkehre 

Entdeckungen begleiten die Entwicklung der K 8. Als Planungsidee wurde sie erst öffentlich, nachdem die Osttangente im Planfeststellungsverfahren 2002 durchgesetzt worden war und im Jahre 2005 ihrer Eröffnung für 2006 entgegen sah. Auf Stadtplänen des Technischen Betriebszentrums (TBZ) erschienen zunächst Kreisverkehre und die K 8 war auch nur auf zwei Bauabschnitte begrenzt. Obwohl vier Bauabschnitte bereits geplant waren, suggerierten die Kreisverkehre, der Verkehr werde mit niedriger Geschwindigkeit lediglich in die anliegende Wohnsiedlung von Hochfeld fließen.  
  Februar 2009: TBZ-Karte mit unvollständiger K 8 mit Kreisverkehren  

Für die Kreisverkehre fehlten dann aber die zu ihrer Einrichtung notwendigen Mittel, war zu erfahren. Zunächst blieben die Kreisel in den Planungsunterlagen für B-Plan 255 noch erkennbar: 
            B-Plan Nr. 255 aus Vorlage RV-41/2010 mit Kreisverkehr im 2. BA 

Zu Beginn des Jahres 2010 waren die Kreisverkehre dann aber bereits aus der Karte des TBZ verschwunden und die K 8 war in ihrer vollen Verlängerung eingetragen worden: 
 Januar 2010: TBZ-Karte mit vervollständigter K 8 ohne Kreisverkehre 

Wird die K 8 auch zukünftig bloß zweispurig bleiben? - Die Frage, welche Planungsvarianten die Stadtplanung abgewogen hat, kann nicht sicher beantwortet werden. Folgende Fakten sind prüfenswert: Die Durchstichbreite unter dem Bahndamm im 1. BA der K 8 sowie die Breite der Straße und ihr Abstand zu den ausgewiesenen Grundstücken, führt zur Frage: Kann eine Verbreiterung angesichts der feststellbaren Befunde ausgeschlossen werden? Die beidseits der Straße aufgeschütteten hohen Erdwälle, die die Grundstücke vom Verkehrslärm abschirmen sollen, lassen daran zweifeln. 







Die im Mai 2012 neu gewählte rot-grün-blaue Landesregierung hielt an dem Straßenbauvorhaben der Vorgänger fest; kommunale Bürgerbegehren wurden hingegen nicht unterstützt

Bis schließlich im Januar 2013 ("1,6 Millionen vom Land: Tarup-Umgehung kommt"; Flensburger Tageblatt, 10.01.2013) die Bewilligung von Geldern für den 3. der insgesamt 4 Bauabschnitte der K 8 bekannt wurde (die Abschnitte 1+2 wurden mit dem Bau des Stadtteils Hochfeld Mitte 2010 realisiert), waren diese Mittel Streitpunkt auf mehreren Ausschusssitzungen. Politiker von CDU, SPD, SSW verteidigten die Ausgabe, wogegen sie die WiF [und Grüne sowie Linke] kritisierten: 
Angesichts dieser Zahlen sei eine Gesamtinvestition von 41 Millionen Euro nicht zu verantworten. Die Stadt spiele maximal 26 Millionen Euro wieder ein - und zwar nur, wenn ausschließlich Neubürger kommen, argumentiert die WiF. Statt 16 Millionen zu Lasten des defizitären Haushalts zu riskieren, wirbt die Wählernitiative für eine systematische Aufwertung der Innenstadt."("WiF will Tarups neues Baugebiet kippen"; Flensburger Tageblatt, 06.10.2009) Problematisch sind auch die Prognosen, mit denen das Wohngebiet bzw. die Straße K8 ihre Weihe erhalten hat: Als im vergangenen Jahr [2008] die Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung Flensburg bis 2025 ein Bevölkerungswachstum um 3500 Neubürger prophezeite, geriet die Stadt aus dem Häuschen. Die Statistiker lieferten den Anlass für die Planung neuer Baugebiete und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Den bezifferten Experten der Wohnungswirtschaft mit rund 6000 Einheiten - Flensburg als Boomtown in Zeiten allgemeinen Bevölkerungsschwunds."(a.a.O.) Die WiF hat diese Prognose früh kritisiert. 


Tarup, Sünderup & Hochfeld mit dem 1.+2. Abschnitt der K 8. Der 3. BA der K8 bis hin zur K22 sollte im Jahr 2013 folgen.                                           (c) Google


Die eigentliche Funktion der K 8: Erschließung von Siedlungsraum in "Groß-Tarup"         (c) sh:

Am 25.09.2013 wurde der 3. Bauabschnitt der K 8 eröffnet, der die Kreisstraße K 8 an die K 22 (Tastruper Weg) heranführte und mit dieser verband. Durch diesen Verbindungsschluss trat eine Umgehung der Ortsdurchfahrt Tarup und ihrer angeblich zwei "Gefahrenstellen"(Eisenbahnunterführung und Reetdachhaus an der Taruper Hauptstraße, laut "interner" Begründung vom 30.01.2007) ein, die Entlastungswirkung zur Folge hat(te). Die tatsächliche Weiterführung im 4. BA war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der ungeklärten Eigentumsverhältnisse zwar ungewiss, aber der Bürgermeister entwickelte bereits weitere Visionen: „Wir alle wollen weniger Belastung für die Anwohner, weniger Lastverkehr in der Stadt und einen besseren Durchfluss nach Kappeln.("Von der Osttangente direkt nach Tarup-Ost"; Flensburger Tageblatt, 26.09.2013) Die Entlastungsfunktion der Straße erschien bereits angesichts der Verkehrsmengenkarte der Stadt fraglich, aber an einen "besseren Durchfluss nach Kappeln" hatte bis dahin kaum jemand gedacht, denn diese neue Vision ist den Unterlagen zum Bebauungsplan Nr. 272 nicht zu entnehmen, welche doch stets die aus 2005 stammende und längst überholte Begründung einer Entlastung von Adelbylund bis hin zum Hafermarkt wiederholten (Richtung Westen!), wogegen der "bessere Durchfluss nach Kappeln"(Bürgermeister) in die entgegengesetzte Richtung blickte, für die mangels Bedarf kein Verkehrskonzept vorlag.  

Tarup, Sünderup & Hochfeld mit dem 1.+2. Abschnitt der K 8 sowie dem 3. BA der K 8, der mit der K 22 (Tastruper Weg) die Ortsdurchfahrt Tarup entlastet.         (c) Google

Im 4. Bauabschnitt, dessen Fertigstellung nun angeblich "einen besseren Durchfluss nach Kappeln" herstellen sollte, hatte die Stadt drei Eigentümer zu überzeugen, ihr Land an die Stadt abzutreten. Mit zwei der drei Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen schien dies zunächst möglich, aber die fehlende Einigung mit dem dritten Eigentümer ließ den Bau des 4. BA der K 8 fraglich werden.("Tarup-Umgehung in der Sackgasse"; Flensburger Tageblatt, 01.07.2015) Erstmals wurde ein Konflikt ums Eigentum deutlich, der der Stadt vom Eigentümer bereits 2007 und 2008 angezeigt worden war. Mit der Fertigstellung des 3. BA der K 8 hatte die Stadt sich nun jedoch endgültig (und objektiv gesehen unnötig!) auf die nördliche Trassenvariante festgelegt, die sie nun zwangsläufig mitten über das fremdes Eigentum in Gestalt der finanziell noch höher zu bewertenden Hauskoppel eines landwirtschaftlichen Betriebes führen würde. 

2015: Das Dilemma der Bauplanung auf dem fremden Land    (c) sh:z


Der Ausschuss SUPA am 23.02.2016 beriet über die Vorlage RV-9/2016 und damit den Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272), d. h. über den 4. Abschnitt der K 8, der in der gewählten nördlichen Trassenvariante mittel durch die sogenannte Hauskoppel des betroffenen Landwirts verläuft; die Hauskoppel ist für einen landwirtschaftlichen Betrieb die ökonomisch am vorteilhaftesten zu bewirtschaftende Fläche, da diese in unmittelbarer Nähe zum Hof die geringsten Wege und damit Fahrtkosten verursachen (siehe dazu auch Birnbaums Lehrbuch der Landwirtschaft, Frankfurt am Main 1863) .  


Der 4. BA der K 8 in Gestalt von B-Plan Nr. 272 (Planbereichsskizze) 



Die Stadt hat sich und sieht sich unter Zugzwang gesetzt         (c) Avis

Mit der Sprachregelung "Schließung der noch verbliebenen Lücke" wird der Eindruck vermittelt, als müsse etwas geschlossen werden, was eigentlich verbunden gehört, indem man eine "Lücke" schließt, die ausgefüllt gehört. Wäre dem so, dann hätte die K 8 als Ganzes geplant gehört und nicht in vier einzelnen Bauabschnitten, die alle eines jeweils neuen politischen Beschlusses zu einem Bebauungsplan bedürfen, was aber auch negativ ausfallen kann, wenn sich Mehrheiten ändern oder Befunde (z. B. Verkehrsentwicklung) neu zu bewerten sind; dazu wäre es z. B. in der Ratsversammlung am 04.12.2008 fast gekommen, als vier von sieben Ratsfraktionen gegen die Verlängerung der K 8 stimmten.  

Die Debatte der Ratsversammlung ein Jahr zuvor am 17.03.2016 zur Vorlage RV-9/2016, Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272):

Ratsversammlung 17.03.2016, TOP 12: B-Plan Nr. 272 zur K 8

Erste Debatte zur Durchsetzung des 4. BA / K8 mit B-Plan 272 (RV-9/2016)


Schroeders 2002: „Eine Entlastung des Stadtteils Tarup soll durch bauliche Maßnahmen auf der vorhandenen L 21 erreicht werden.(Dr. Schroeders bei der Anhörung zur Osttangente, 20.02.2002)
Schroeders 2016: Das ist ein ungefähr zwanzigjähriger Planungsprozess, der dem zugrunde liegt.(Dr. Schroeders über die K 8, in RV 17.03.2016)
Nachrechnung: ein ungefähr 20-jähriger Planungsprozess = 2016-2012 = 14 Jahre = ungefähr 20-jährig. - q.e.d. 

Absichten auf hochdeutsch: ...den Bebauungsplan hier zur Satzung zu bringen, der es uns auch ermöglicht, in den noch ausstehenden Grunderwerbsverhandlungen - es fehlt noch ein, also es fehlt noch im Grunde genommen noch ein Grunderwerb -, also in diesen Grunderwerbsverhandlungen auch offensiv agieren zu können und äh, dafür ist das erforderlich. (Dr. Schroeders, 17.03.2016) 


Welche Auffassung äußerte das Forum Tarup zur Planung? Der Vorlage RV-9/2016 lag eine Reihe von Stellungnahmen bei, darunter auch eine Ablehnung des Stadtteilforums Tarup

Das Stadtteilforum Tarup votierte gegen den Ausbau der K 8 (Vorlage)         Das Stadtteilforum Tarup votierte gegen den Ausbau der K 8 (Original)

Die Stellungnahme des Forums ("
Die bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe müssten aufgegeben werden. Damit fallen Einkaufsmöglichkeiten für natürliche, im Supermarkt nicht erhältliche Produkte fort." ) wurde von der Stadtverwaltung mit der "Abwägung" beantwortet: "Für die landwirtschaftlichen Betriebe ist eine Lösung gefunden worden, die den Fortbestand ermöglicht." (RV-9/2016, Abwägungsvorschlag
Zum Inhalt der "Lösung" wurde jedoch nichts mitgeteilt. 

Die Frage, ob ein 4. BA der K 8 aufgrund der durch den 3. BA der K 8 veränderten Verkehrsmenge überhaupt noch benötigt würde, stellte sich nicht: Die Stadtplanung hatte keine Verkehrszahlen vorgelegt. 


Es folgte: Das Enteignungsverfahren, Kapitel 1, mit Antrag vom 19.08.2016. - Mit jenem Antrag wurden Vorschläge des Landwirtes "beantwortet", ohne dass die Ratsversammlung von der Maßnahme erfuhr. 
In dem Schreiben an den Landwirt ist in Sachen Verhandlung zu erfahren: "Sofern Sie sich mithin auf allein diese 3 nicht umsetzbaren Vorschläge zurückziehen, müssen wir feststellen, dass aktuell keine Verhandlungslösung von Ihrer Seite mitgetragen wird. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Verhandlungen zunächst als gescheitert und sahen uns gezwungen, einen Enteignungsantrag bei der zuständigen Behörde in Kiel zu stellen. Wir informieren Sie über diesen aus unserer Sicht leider unvermeidbar gewordenen Schritt, unterstreichen jedoch unser fortbestehendes Interesse an einer gütlichen Einigung im Wege des Verkaufs oder des Tausches von Flächen. Bitte sprechen Sie uns an, sofern Ihrerseits Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft besteht."(Stadt, 22.08.2017) 
Fragen zum Zitat: Wer will was von wem? Wer will wessen Eigentum kaufen? Wer muss daher bieten, um sein Interesse zu realisieren?
Die Ratsversammlung erfuhr am 25.02.2017 zeitgleich mit der Öffentlichkeit durch Zeitungsartikel, was in Kiel beantragt worden war.("Für B-Plan 272 fehlt ein Plan B"; Flensburger Tageblatt, 25.02.2017) Nach der Bekanntgabe wurde der Enteignungsantrag sodann von der Stadtverwaltung am 28.02.2017 zurückgezogen, um eine förmliche Ablehnung zu vermeiden. Damit endete Kapitel 1 des Enteignungsverfahrens. 

Zehn Monate waren seit dem Beschluss der RV-9/2016 vergangen und die Stadtverwaltung begab sich nun daran, die Mängel im Bebauungsplan Nr. 272 mit Vorlage RV-18/2017 zu beheben. Kapitel 2 begann.  

Der Ausschuss SUPA am 07.03.2017 beriet über die Vorlage RV-18/2017 und damit den Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272), d. h. über den 4. Abschnitt der K 8.

Die Debatte der Ratsversammlung am 30.03.2017 zur Vorlage RV-18/2017, Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272):

Ratsversammlung 30.03.2017, TOP 19: B-Plan K 8 - ‎[1/2]‎

Ratsversammlung 30.03.2017, TOP 19: B-Plan K 8 - ‎[2/2]‎

Zweite Debatte zur Durchsetzung von B-Plan 272 "geschärft" (RV-18/2017)



 Schmunzeln zur K 8 bzw. zu B-Plan Nr. 272 in der Flensburger Ratsversammlung, 30.03.2017 (in 2. Debatte Teil 2/2 ab Min. 3:10): 
Wir stehen jetzt vor dem Dilemma. Das Ganze kann natürlich trotzdem nur funktionieren, wenn die Betroffenen irgendwo auch mal bereit sind, dann im Interesse der Allgemeinheit und im Interesse der anderen, die nach Flensburg ziehen wollen, ihre Belange zurück zu stellen. (...) Wir haben Ihnen jetzt eine ganze Weile zugehört. Sie [WiF-Fraktion] haben uns eigentlich überhaupt nichts Neues gesagt, außer dass Sie erkannt haben, dass es ein Problem gibt, dass wir in der Tat lösen müssen. Und dazu soll jetzt dieser Beschluss beitragen. Er soll auch verhindern, dass wir diese Straße, die wir für die Siedlung brauchen – und die wir natürlich auch für die Entlastung von Tarup brauchen, das ist ja klar! *schmunzelnd zu FBL Dr. Schroeders umdrehend* –, dass diese Straße jetzt zurückgezahlt werden muss. Das wollen wir nämlich nicht.“ (Dr. Döring, CDU, Ratsversammlung am 30.03.2017) - (Anmerkung: Die Eintracht aus Wahrheitsliebe und Wortwitz wird der Ratsversammlung fehlen.) 


Es folgte: Das Enteignungsverfahren, Kapitel 2, mit Antrag vom 15.06.2017. 


Drei Trassenvarianten und der reale Verlauf des 3. BA / K8      (c) sh:z



Eine Einladung zur mündlichen Verhandlung außerhalb der für Enteignungsverfahren gesetzten Frist, bloß in Anlehnung an Fristen der Rechtsprechung für "Besitzeinweisungsverfahren".(28.07.2017) 
Von Amts wegen das Erringen einer Unterschrift auf einem handschriftlich gefertigten Dokument, zu dem keine Zweitschrift angefertigt wurde.(02.08.2017) 
Mündliche Verhandlung vor der im Kieler Innenministerium angesiedelten Enteignungsbehörde in Gegenwart des Vorsitzenden bzw. Enteignungskommissars am 24.08.2017. 
Es folgte ein Protokoll zur mündlichen Verhandlung aus der Erinnerung des Vorsitzenden der Enteignungsbehörde.(08.09.2017)
Schließlich erging ein sogenannter "Besitzeinweisungsbeschluss", datiert auf den 11.09.2017, der die Stadt Flensburg in das Eigentum des Landwirtes Knop ab 09.10.2017 einwies. 


Planspiele zu Trassenvarianten im Eigentumskonflikt               (c) sh:z



in Be- und Überarbeitung

Die Ratsversammlung debattierte am 09.11.2017 den Sachstand zum 4. BA der K 8

Randbemerkung: Im Folgenden der von RH Paysen zu TOP 9 anfangs erwähnte Beschluss des VG Schleswig (12.10.2017), sodann die Beschwerde der Stadt Flensburg dagegen und deren umgehende Rücknahme (13.10.2017), daraufhin der Beschluss des OVG Schleswig (17.10.2017), sodann der Hinweis auf die fehlende Aktivlegitimation der Stadt Flensburg / Oberbürgermeisterin (19.10.2017), schließlich dann die Korrektur des Beschlusses des OVG Schleswig (23.10.2017) -- insgesamt 11 Seiten in einer Datei. (Mit freundlicher Leseempfehlung des RH Paysen


Hinweis: TOP 9 "K 8" beginnt in Teil 1/4 erst ab Minute 32:00!

Ratsversammlung 09.11.2017, TOP 1-9: Stand K 8 - ‎‎[1/4]‎‎

Ratsversammlung 09.11.2017, TOP 9: Stand K 8 - ‎[2/4]‎

Ratsversammlung 09.11.2017, TOP 9: Stand K 8 - ‎[3/4]‎

Ratsversammlung 09.11.2017, TOP 9: Stand K 8 - ‎[4/4]‎

Debatte zum Sachstand 4. BA / K8   (RV-144/2017 + RV-144/2017, 1. Erg.)