Unsere Themen‎ > ‎Straßen‎ > ‎

Kreisstraße 8

Die Kreisstraße 8 (K 8) ist eine innerstädtische Kreisstraße, die über den Munketoft verläuft und in das neue Wohngebiet Hochfeld mündet. Von dort soll sie - nach den Plänen der Stadtplaner und einiger Fraktionen - an die Taruper Hauptstraße anschließen und dabei neue Wohngebiete in Tarup-Südost "erschließen". Die Straße ist ein wesentlicher Bestandteil der Siedlungsentwicklung von Tarup-Südost, die auf zweifelhaften Prognosen beruht. Als Straße, die der Erschließung von Wohngebieten dient, hat sie nicht die Funktion einer Ortsumgehung. Als in den 1990er Jahren und noch bis 2002 um die geeignetste Trasse für die Flensburger Osttangente gestritten wurde, hatte die Bürgerinitiative Lautrupsbachtal statt der im Herbst 2006 fertiggestellten Osttangente durch das Lautrupsbachtal eine alternative Außen-Umgehung östlich von Tarup vorgeschlagen, die in etwa den Verlauf der heutigen K 8 gehabt hätte. Die Bürgerinitiative hörte aus der Stadtplanung nur, niemand habe die Absicht, eine Umgehung südlich von Tarup zu bauen: Zumindest noch nicht während des Planfeststellungsverfahrens zur Osttangente im Februar 2002, sehr wohl aber seit dem Spätsommer 2005 ("Startschuss für die Ortsumgehung Tarup"; Flensburger Tageblatt, 27.10.2005). 


  FL-Südost laut Planungskarte des Fachbereiches vom April 2002 

Bereits im April 2002 deutet der Fachbereich "Umwelt und Planen" auf seiner Planungskarte an, was er im Planfeststellungsverfahren zur Osttangente im Februar 2002 vornehm verschwieg: In Verlängerung der Straße Munketoft bzw. K 8 ist die Fortsetzung der Straße Munketoft nach Osten bereits im Ansatz an der Kreuzung als ein Brückenkopf erkennbar, einschließlich der Abbiegespuren auf der Osttangente! Die Gegner der Osttangente erfuhren nicht, dass bereits damals die Hochfelder Landstraße (K 8) geplant war. Den versammelten Kritikern der Osttangente entgegnete "der Vorhabenträger" (die Stadt bzw. deren Chefplaner) im Februar auf die Frage, ob eine Fortsetzung der K 8 an die Ringstraße geplant sei, dass ihm dazu kein Ratsbeschluss bekannt sei und zu einer alternativen Umgehung um Tarup herum: Eine Entlastung des Stadtteils Tarup soll durch bauliche Maßnahmen auf der vorhandenen L 21 erreicht werden.(aus der Niederschrift vom Erörterungstermin, 20.02.2002) - Der Chefplaner täuschte die Öffentlichkeit offenkundig darüber hinweg, dass parallel zur Planung und Durchsetzung der Osttangente auch bereits die Umgehung von Tarup mit der Fortsetzung der K 8 bis zur Ringstraße und darüber hinaus vorbereitet wurde. 

Aufschlussreiches ist schließlich dem Arbeitspapier des Fachbereiches Umwelt und Planen Stadtentwicklerische Perspektiven im südöstlichen Planungsraum Flensburgs vom 25.08.2005 zu entnehmen, das die Begründungen für die Ratsvorlage RV-093/2005 (Die ideale[sic!] Erschließung erfolgt von der Kreuzung der Osttangente in Verlängerung der jetzigen Zufahrt der K 8. Wie in der Begründung zum Bebauungsplan ausgeführt, kann diese Erschließung aber nur im Rahmen einer Verbundlösung mit dem perspektivischem Ausbau zu einer Umgehungsstraße Tarup mit einer Anbindung an die L21 östlich von Tarup erfolgen.) und später die Vorlage UPLA-30/2007 einschließlich dem zugehörigen Begründungsentwurf lieferte. Zur K 8 wird dort rückblickend ausgeführt: Die vorgesehene Verkehrsführung beruht auf einer weit zurückliegenden Verkehrskonzeption aus den 70er Jahren. Schon bei der Bearbeitung des Teilbereichs IV des Flächennutzungsplanes 1969 nach der Eingemeindung der Gemeinden Sünderup und Tarup wurde in diesem Bereich eine 'geplante Fläche für den örtlichen und überörtlichen Verkehr' dargestellt. Diese Darstellung war aus dem 'Verkehrsstraßennetzplan der Stadt' entwickelt. Der Trassenverlauf war bei dieser Planung zwar etwas verlagert dargestellt, aber hatte die gleiche Funktion wie die nunmehr vorgesehene. Auch hier war eine Ortsumgehung Tarup mit einer Verbindung zwischen der Osttangente bis zur L 21 vorgesehen. Und zum Campusausbau wird erläutert: Im Rahmen des Osttangentenbaus ist auch der südliche Abschnitt der K8 mit dem Südanschluss zur Hochschule und zur Campushalle hergestellt worden, dieses geschah bereits im Hinblick auf eine östliche Verlängerung dieser Straße. - Wie konnten bei so viel Weitsicht diese Fakten ausgerechnet beim Planfeststellungsverfahren für die Osttangente im Februar 2002 in Vergessenheit geraten sein? Aber in einem ehrlichen Moment kann man vom Planungschef vernehmen: Die Planung dieser Umgehung beschäftigt uns schon seit vielen Jahren.(Flensburger Tageblatt, 27.10.2005) Oder: Dr. Schröders erklärte, dass die Ursprungsidee der L21 [i.e. K 8!] schon über 20 Jahre zurück liegt.“(Flensburger Tageblatt, 13.06.2007) 

Offenbar wird die Wahrheit immer dann abgerufen, wenn es darauf ankommt, etwas Anderes, z. B. den Bau der K 8 zu rechtfertigen. Aus der dazu einberufenen Versammlung trug der Planungschef vor: Eine Umgehungsstraße ist bereits zu einem wesentlichen früheren Datum im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1969 als L 21 bereits geplant gewesen.(Protokoll der Bürgerversammlung, 14.11.2006). Nun kam es, zwecks Durchsetzung der K 8, also gegenteilig darauf an, klarzustellen, dass diese Planung schon sehr lange existiert habe. Dem Protokoll der Sitzung des UPLA am 05.06.2007 ist dazu zu entnehmen: Bereits vor 25 Jahren wurden planerische Zielvorstellungen für eine Taruper Ortsumgehung entwickelt. Ein wichtiger Hintergrund für die Planung sei die Taruper Verkehrssituation. Auch nach Fertigstellung der Osttangente ist die Ortsdurchfahrt Tarup stark verkehrlich belastet.“ - 5 Jahre nachdem der Sachverhalt zum Planfeststellungsverfahren für die Osttangente in Vergessenheit geraten war, erinnert sich der Stadtplaner besser an die "planerischen Zielvorstellungen". Die im Oktober 2006 eröffnete Osttangente, die erst im Laufe des Jahres 2007 von der Bevölkerung angenommen wurde, würde die "Belastung" von Tarup nicht verringern, so dass es einer weiteren Straße, der K 8 bedürfe. Aber dieser Plan war bereits vor Fertigstellung der Osttangente gefasst worden, wie auch die Entlastung Tarups nie der Hauptzweck der Osttangente gewesen war. Als der Weiterbau der K 8 im 4. Bauabschnitt zu scheitern drohte, versicherte der Planungschef nunmehr: Er verweist darauf, dass es sich um eine bereits Anfang der 1990er-Jahre begonnene und im Flächennutzungsplan dargestellte Straße handelt.(SUPA, 23.02.2016) - Wie gut doch das Gedächtnis einer Führungsfigur plötzlich funktionierte, als das angestrebte Ziel bedroht war. 

Erwähnt, aber nicht visuell dargestellt, wurden in der Vorlage UPLA-30/2007 auch verschiedene Trassenführungen für die geplante K 8Für die Trassenführung in dem Bereich zwischen Ringstraße und Anschluss an die Taruper Hauptstraße wurden außer einer Nullvariante verschiedene Planungsvarianten in einem Korridor südlich der Ortslage Tarups untersucht (Nord-, Mittel- und Südtrasse). Diese Varianten unterscheiden nur geringfügig in ihrer Wirksamkeit und den Baukosten.“ - Obwohl also 2007 drei Varianten zur Verfügung gestanden hatten, entschied die Stadt sich für die nördliche Variante - angeblich aus ökologischen Erwägungen - und programmierte dadurch einen Konflikt im 4. Bauabschnitt der nur mit Bauplänen und ohne Raumordnungsverfahren oder Planfeststellungsverfahren geplanten Trassenführung vor.
In jenem 4. Bauabschnitt waren bzw. sind drei Landwirte ansässig, die eigene Vorstellungen für die Verwendung ihres Eigentums, das sie bewirtschaften, hatten bzw. haben. Die Stadt setzte sich mit der Wahl der nördlichen Trassenführung selbst unter den Zwang, mit den drei Landeigentümern zu Ergebnissen kommen zu müssen, um die Straße im 4. Bauabschnitt realisieren zu können. Diese Verhandlungen würden unter dem zeitlichen Druck der für den Straßenbau vom Land für einen bestimmten Zeitraum bewilligten Fördermittel stattfinden müssen. Die Stadt hatte sich mit der Wahl der nördlichen Trassenführung für den 4. Bauabschnitt der
K 8 in eine Zwangslage manövriert, d. h. vom Willen der Eigentümer selbst abhängig gemacht, wie sich ab 2015 herausstellen sollte, als sich die Stadt mit einem der drei Eigentümer nicht einigen konnte.


  2006: Osttangente und begonnener 1. K 8-Abschnitt       (c) Microsoft


Arbeiten am Bahntunnel bei Sünderup galten als Startschuss für den Bau der "Taruper Tangente". Das Projekt sollte in vier Bauabschnitten vorangetrieben werden, wovon der Stadt verschiedene Flächen in den letzten Bauabschnitten noch nicht gehörten: Im 4. Bauabschnitt würde man noch mit drei Eigentümern verhandeln müssen. Ein Makel stand schon fest: "Für das zehn Millionen Euro teure Straßenbau-Projekt gibt es bislang weder einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan noch einen Bebauungsplan."("Ein Tunnel für die Taruper Tangente"; Flensburger Tageblatt, 09.04.2008) Das Fehlen der Pläne erstaunte, denn die tatsächliche Funktion der "Tangente" lag nicht in der (laut Verkehrsmengenkarte der Stadt Flensburg kaum erforderlichen) Verkehrsumgehung von Tarup, sondern in der Erschließung von Neubaugebieten, weshalb sie eine Erschließungsstraße ist. 

Erschließungsstraße für Wohngebiete                 (c) shz

Zunächst erwog man auch eine Privatisierung: "Den Planungen zufolge könnte die Taruper Tangente indes das nächste öffentlich-private Partnerprojekt (ÖPP) nach dem Campus-Hallenbad werden. Dabei könnte die Stadt dann Pächter der privat gebauten Straße werden."(a.a.O.) Dieses Modell hätte für die Stadt allerdings keinen Vorteil gebracht."("Tarup-Umgehung wird doch nicht privat"; Flensburger Tageblatt, 16.12.2008) 

Im Oktober 2008 veröffentlichte die Stadt als Antwort auf die Anfrage von Bärbel Leuendorf zu ihrer Beschlussvorlage RV-135/2008 einen Abwägungsvorschlag, der die Notwendigkeit der K 8 zusätzlich zur 2006 fertig gestellten Osttangente darstellt.

Die K8 in Abschnitt 2, 3 und 4 

Was ist von dieser Straße, die die WiF stets abgelehnt hatte, zu halten? Von den großen Fraktionen stellte einzig die WiF, zusammen mit Grünen, Linken und FDP angesichts von knappen Mitteln bei den Etats für Bildung, Sozialem, Kultur, die Frage: Wer soll dies(e Straße) bezahlen? Die Abstimmung in der Ratsversammlung ging gegen die Stimmen von CDU, SSW, SPD mit 13 zu 22 Stimmen bei 4 Enthaltungen verloren

Eine Übersicht über das Verfahren erschien 2012 im Rahmen einer städtischen Wirtschaftlichkeitsanalyse:

     
  K 8: Geplant noch vor Fertigstellung der Osttangente (10/2006)                  2006: Früher Aushub des 1. Teilstücks der K 8              (c) Microsoft


Die Luftaufnahme des Jahres 2006 zeigt, dass die Vorbereitung des 1. Teilstücks der K 8 noch vor der Eröffnung der vollständigen Osttangente erfolgt war, noch bevor alle politischen Beschlüsse gefällt waren und bevor auch die Ländereien für den 3. und 4. Abschnitt der K 8 erworben worden waren. 

Bis schließlich im Januar 2013 ("1,6 Millionen vom Land: Tarup-Umgehung kommt"; Flensburger Tageblatt, 10.01.2013) die Bewilligung von Geldern für den 3. der insgesamt 4 Bauabschnitte der K 8 bekannt wurde (die Abschnitte 1+2 wurden mit dem Bau des Stadtteils Hochfeld Mitte 2010 realisiert), waren diese Mittel Streitpunkt auf mehreren Ausschusssitzungen. Politiker von CDU, SPD, SSW verteidigten die Ausgabe, die WiF [und Grüne sowie Linke] kritisierten sie: 
"Angesichts dieser Zahlen sei eine Gesamtinvestition von 41 Millionen Euro nicht zu verantworten. Die Stadt spiele maximal 26 Millionen Euro wieder ein - und zwar nur, wenn ausschließlich Neubürger kommen, argumentiert die WiF. Statt 16 Millionen zu Lasten des defizitären Haushalts zu riskieren, wirbt die Wählernitiative für eine systematische Aufwertung der Innenstadt."("WiF will Tarups neues Baugebiet kippen"; Flensburger Tageblatt, 06.10.2009) Problematisch sind auch die Prognosen, mit denen das Wohngebiet bzw. die Straße K8 ihre Weihe erhalten hat: "Als im vergangenen Jahr [2008] die Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung Flensburg bis 2025 ein Bevölkerungswachstum um 3500 Neubürger prophezeite, geriet die Stadt aus dem Häuschen. Die Statistiker lieferten den Anlass für die Planung neuer Baugebiete und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Den bezifferten Experten der Wohnungswirtschaft mit rund 6000 Einheiten - Flensburg als Boomtown in Zeiten allgemeinen Bevölkerungsschwunds."(a.a.O.) Die WiF hat diese Prognose früh kritisiert. 

Auch die im Mai 2012 neu gewählte rot-grün-blaue Landesregierung scheint die Ausgabenpolitik ihrer Vorgänger fortsetzen zu wollen; von kommunalen Bürgerbegehren hält sie ohnehin wenig


Presseartikel aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z zur Kreisstraße 8

27.10.2005: "Startschuss für die Ortsumgehung Tarup"; "Tangenten-Bau"[Kommentar
05.11.2005: "Rat stimmt für Tangente" ("Ortsumgehung Tarup wird gebaut"; SPD-Fraktionsvorsitz: „Mit diesem Beschluss holen wir den ersten Schritt nach, den wir vor dem Bau der Ost-Tangente hätten machen müssen.“
16.03.2006: "Stadtentwicklung contra Naturschutz?" 
23.06.2006: "Neue Tangente: Trassenführung dicht an Tarup bevorzugt" 
21.07.2006: "Tarup-Tangente schafft Baugrund für 300 Familien" 
31.07.2006: "Taruper Landwirt will bleiben" ("Gefördert wird der Straßenbau nur, wenn die neue Tangente zur Verkehrsentlastung beiträgt und gleichzeitig neue Baugebiete erschließt."; Keine Zwangsenteignungen vorgesehen)
16.11.2006: "Viele Fragen zur neuen Tangente" (Die K 8 soll nicht nördlich an die B 199 angeschlossen werden, ergab eine Bürgeranfrage
07.06.2007: "Tastrup für Taruper Umgehung" 
13.06.2007: "Geplante Tarup-Umgehung: Kritik für die Nord-Trasse" (Planungschef sieht Verkehrsaufkommen von 5000 täglichen Autos auf 10.000 bis 2020 steigen
12.09.2007: "Tarup-Umgehung als privates Pilotprojekt?" 
09.11.2007: "Grünes Licht für Umgehung" (SUPA beschließt K 8. Sie soll "Tarup und Adelbylund sowie den Hafermarkt entlasten" und "das Baugebiet Hochfeld sowie weitere künftige Baugebiete im Bereich Tarup erschließen"
15.11.2007: "Flensburg wächst um 45 Fußballfelder" (Gemeinde Tastrup verkauft Landfläche an die Stadt
09.04.2008: "Ein Tunnel für die Taruper Tangente" ("Die Arbeiten für den Bahntunnel bei Sünderup sind zugleich der Startschuss für den Bau der Taruper Tangente"
16.08.2008: "Brückenschlag bei laufendem Bahnbetrieb" ("Kernstück der Taruper Umgehung ist der Durchstich durch den Bahndamm"
03.12.2008: "Grüne, FDP, WiF und Linke fordern Abspeckung für Groß-Tarup-Pläne" 
16.12.2008: "Tarup-Umgehung wird doch nicht privat" ("Der Bau aller vier Bauabschnitte hätte erst 2011/2012 stattfinden können", lobt das TBZ den Zeitgewinn.
06.01.2009: "Baustellen: Flensburg buddelt weiter" ("Nahe der Abfahrt Sünderup wird eine Brücke im Zuge der geplanten Tarup-Umgehung gebaut. Noch vor der Sommerpause soll das 680 000 Euro teure Bauwerk fertig sein")
16.05.2009: "Ringstraße: Anschluss an neue Taruper Umgehung" (Ringstraße wird nicht stillgelegt, und Tastrup bleibt angeschlossen
15.09.2009: "Noch drei Jahre bis zur Tarup-Tangente" (1. Abschnitt der K 8 soll 2012 fertiggestellt sein
06.10.2009: "WiF will Tarups neues Baugebiet kippen" (451 Einfamilienhäuser sollen entlang der K 8 entstehen, die "gleichzeitig den Vorwand für 3,5 Millionen Euro Landeszuschuss liefern"; WiF kritisiert Wachstumsprognose)
07.10.2009: "Tarup: OB bremst WiF aus" (OB verlagert Thema und WiF-Kritik vom Hauptausschuss in den SUPA
10.11.2009: "OB stellt Weichen auf Wachstum" (WiF kritisiert Kosten für Baugebiet und Umgebung und schätzt 41 Mio. Euro.; 415 Wohneinheiten geplant
23.11.2009: "Planungen für Tarup-Südost gehen weiter" (OB "vertraut den Aussagen der Gutachter und Demographen, die Flensburg als einzigem Oberzentrum des Landes ein stetes Bevölkerungswachstum voraussagen...")
09.01.2010: "Millionen für Flensburgs Verkehr" ("Weiterbau der K8 als Tarup-Umgehung werde für 2011 ins Auge gefasst")
23.02.2010: "Ringstraße: Im Süden schließen und im Norden öffnen?" (Diskussion um Nutzung der Ringstraße
22.04.2010: "Der erste Schritt zum neuen Stadtteil" ("Statt 160 jetzt sogar 210 Wohneinheiten"
27.07.2010: "Hochfeld hat jetzt eine Landstraße" ("6,9 Millionen Euro kosteten den Steuerzahler die beiden Bauabschnitte", davon 3 Mio. aus dem Etat der Stadt
27.05.2011: "Frust im Vorzeige-Baugebiet" ("Hausbesitzer auf dem Hochfeld fühlen sich von der Stadt getäuscht: Vierfamilienhäuser, Raser auf der Ringstraße, keine Kreisverkehre"
09.08.2011: "Von Baulücken und Schandflecken" (Wegen Problemen mit der Entwässerung wird nicht vor 2012 gebaut
06.01.2012: "Platz für Läden und neue Häuser" ("Die Stadt hofft, bis zum Sommer das Planverfahren abzuschließen.")
15.06.2012: "Neues Wohngebiet im Südosten" ("rund 240 neue Wohneinheiten"
20.09.2012: "Grünes Licht für 300 Wohnungen" (irreführende Überschrift: gemeint sind "300 Wohneinheiten", d. h. überwiegend Häuser
10.01.2013: "1,6 Millionen vom Land: Tarup-Umgehung kommt" ("1,6 Millionen Euro für den 3. Abschnitt"
08.02.2013: "Vorfahrt für Groß-Tarup?" ("Entscheidung im März"
25.07.2013: "Wie viele Autos verträgt die Ringstraße?" (Verkehr auf früherer Umgehung nimmt langsam wieder zu
24.09.2013: "Tarups neues Nadelöhr im Südosten" (Freigabe 3. Baubschnitt Hochfelder Landstraße, Fortsetzung 4. Abschnitt bleibt unklar
26.09.2013: "Von der Osttangente direkt nach Tarup-Ost" (Bürgermeister phantasiert, die K 8 ermögliche "einen besseren Durchfluss nach Kappeln"
05.05.2015: "Sorgen um die Schulweg-Sicherheit" ("Künftige Bewohner haben mehrere Gefahrenpunkte ausgemacht und fordern eine Nachbesserung"
01.07.2015: "Tarup-Umgehung in der Sackgasse" ("Ein Landwirt stellt sich quer: Stadt muss um den Bau der letzten 500 Meter zittern / Enteignungsverfahren schwierig"
26.02.2016: "Enteignung für die Tarup-Umgehung?" ("Stadt plant den letzten Bauabschnitt, ohne im Besitz des Landes zu sein / Landwirt beklagt, keinen adäquaten Ausgleich zu bekommen"
10.10.2016: "Straßenbau: Stadt erwägt Enteignung" ("Taruper Umgehung kann nicht fertiggestellt werden"
25.02.2017: "Für B-Plan 272 fehlt ein Plan B" ("Innenministerium bremst Stadtverwaltung beim Bau der K 8 aus: Enteignungsantrag ist ungenügend begründet / Zum Bauen verdammt"
14.06.2017: "Nächste Eskalationsstufe in Tarup" ("Verwaltung startet zweiten Anlauf zur Enteignung / OB bestätigt: Schlimmstenfalls drohen Millionen Euro Rückerstattung"); "Eine Frage des Geldes"[Kommentar
15.06.2017: "K8-Enteignung: WiF rügt Stadt und Rat" (WiF-Pressemitteilung
17.06.2017: "Tarup: Stadt fährt schweres Geschütz auf" (§ 116 BauGB Vorzeitige Besitzeinweisung: "Flensburg will Enteignung von Bauer Knop im Eilverfahren"
20.07.2017: "Hochfelder Landstraße: Letzter Abschnitt wird erneut geplant" ("Neuer Trassenverlauf heute Thema in der Ratsversammlung"
22.07.2017: "Beitragserhöhungen sind vom Tisch" (Optionen zum Fortbau der K 8?)



Tarup, Sünderup & Hochfeld mit dem 1.+2. Abschnitt der K 8. Abschnitt 3 zur K22 ist inzwischen gebaut, Nr. 4 ist geplant, die WiF lehnt(e) 3.+4. ab.     (c) Google


Die erste Funktion der K 8: Erschließung von Siedlungsflächen in Tarup                         (c) sh:




Vorzeichen weiterer Veränderungen? 
Vom Verschwinden geplanter Kreisverkehre 

Die Entwicklung der K 8 ist begleitet von Entdeckungen. 

Zum einen erblickte die K 8 als Planungsidee erst das Licht der Öffentlichkeit, nachdem die Osttangente im Planfeststellungsverfahren (Februar 2003) durchgesetzt und im Jahre 2005 bereits ihrer Fertigstellung im Herbst 2006 entgegen sah; alternative Entwürfe einer Planung um Tarup herum, wie sie beinahe der K 8 entsprachen, waren nicht berücksichtigt worden. 
Zum anderen erschien die Straße auf den Stadtplänen des Technischen Betriebszentrums (TBZ) zunächst auch durch zwei Kreisverkehre als eine lokal begrenzte Straße zur Erschließung des Wohngebietes von Hochfeld. Die Kreisverkehre suggerierten, der Verkehr werde mit niedriger Geschwindigkeit fließen und weitgehend auf Hochfeld und seine Bewohner begrenzt sein.  


  Februar 2009: TBZ-Karte mit unvollständiger K 8 mit Kreisverkehren  

Für die Kreisverkehre fehlten dann aber die zu ihrer Einrichtung notwendigen Mittel, war zu erfahren.   

  Januar 2010: TBZ-Karte mit vollständiger K 8 ohne Kreisverkehre 

Schließlich offenbart die TBZ-Karte vom Januar 2010 die vollständige Länge der geplanten K 8, indem sie zusätzlich zum 1. und 2. Bauabschnitt nun auch den 3. Bauabschnitt (bis zum Tastruper Weg) und 4. Bauabschnitt (bis zur Taruper Hauptstraße, der L 21) zeigt. Die Kreisverkehre sind entfallen. Wahrscheinlich hätten sie den Verkehr abgebremst und damit höhere Geschwindigkeiten nicht zugelassen. 



Wird die K 8 stets zweispurig bleiben? - Die Frage, welche Planungsvarianten die Stadtplanung durchgespielt hat, kann nicht sicher beantwortet werden. Folgende Fakten sollte man prüfen: Die Breite des Durchstichs unter dem Bahndamm sowie die Breite der Straße und die Entfernung zu den ausgewiesenen Grundstücken. Kann eine Verbreiterung angesichts der vorgenommenen Maßnahmen ausgeschlossen werden? Die zu beiden Seiten der Straße aufgeschütteten Erdwälle, die die Grundstücke vom Verkehrslärm abschirmen sollen, lassen daran zweifeln. 

Wie lauteten die Einwände gegen eine Privatisierung der Straße? - Es gibt da auch Nachteile, wie das TBZ feststellte. So sei beispielsweise zu befürchten, dass der private Investor der Versuchung erliegen könnte, die Qualität des Baus etwas herunterzuschrauben, um die Gewinnspanne zu erhöhen.[vgl. dazu das Campusbad] Weiterer Nachteil: Sollten während der Pachtzeit Veränderungen notwendig werden, ginge das nur mit Einstimmung des Besitzers, schließlich droht erheblicher Zeitverzug - alles in allem ein Bündel, das die Verwaltung von der ursprünglichen Überlegung abbrachte, die K 8 als ÖPP-Projekt auszubauen.("Tarup-Umgehung wird doch nicht privat"; Flensburger Tageblatt, 16.12.2008


Am 25.09.2013 wurde der 3. der geplanten 4 Bauabschnitte eröffnet, der die Straße an den Tastruper Weg heranführte. Die Weiterführung im 4. Abschnitt war zwar ungewiss, aber der Bürgermeister hatte durchaus einige Perspektiven: „Wir alle wollen weniger Belastung für die Anwohner, weniger Lastverkehr in der Stadt und einen besseren Durchfluss nach Kappeln.“("Von der Osttangente direkt nach Tarup-Ost"; Flensburger Tageblatt, 26.09.2013) Die Entlastungsfunktion der Straße konnte ein Blick auf die Verkehrsmengenkarte der Stadt widerlegen, aber an einen "besseren Durchfluss nach Kappeln" hatte an der Stelle vermutlich noch niemand gedacht. 

Im 4. Bauabschnitt, dessen Fertigstellung für den "besseren Durchfluss nach Kappeln" entscheidend war, hatte die Stadt noch drei Eigentümer zu überzeugen, dass sie ihr Land gefälligst abtreten sollten. Mit zwei der drei Eigentümer schien dies zunächst möglich, aber Widerstand der dritten Person ließ Weiterbau und Fertigstellung des 4. Abschnittes der Straße fraglich werden.("Tarup-Umgehung in der Sackgasse"; Flensburger Tageblatt, 01.07.2015) 

  Das Dilemma der Bauplanung auf dem fremden Land            (c) shz


Am 23.02.2016 beriet der Ausschuss SUPA die Vorlage RV-9/2016 und damit den Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272), d. h. über den 4. Abschnitt der K 8. 


Der 4. Abschnitt der K 8 mit nördlicher Ausrichtung 



Die Stadt hat sich und sieht sich unter Zugzwang gesetzt         (c) Avis



Die Debatte der Ratsversammlung ein Jahr zuvor am 17.03.2016 zur Vorlage RV-9/2016, Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272):

Ratsversammlung 17.03.2016, TOP 12: B-Plan K 8, Nr. 272

Die erste Debatte zum 4. BA der K 8: Hörenswert! 


Welche Auffassung äußerte das Forum Tarup zur Planung. Der Vorlage RV-9/2016 lag eine Reihe von Stellungnahmen bei, darunter auch eine des Forum Tarup:


 Das Stadtteilforum Tarup votierte gegen den Ausbau der K 8


Der betroffene Landwirt hatte allerdings bereits am 20.08.2007 der zuständigen Stelle erkennbar angezeigt, dass seine Existenz durch die Trassenführung des 4. Bauabschnitts der K 8 bedroht würde. 

Widerspruch Landwirt vom 16.08.2007           Widerspruch Landwirt vom 03.08.2008

Beide Widersprüche sind den Ablichtungen von Stellungnahmen zu entnehmen: 2007 zu Vorlage RV-93/2007 und 2008 zu Vorlage RV-135/2008. Die Stadt und ihre Stadtplanung wussten also von der ungelösten Frage, wie eine Straße über Land gebaut werden soll, das sich nicht in ihrem Besitz befindet. Dennoch wurde die Planung vorangetrieben und vom Land Fördergelder für ein Vorhaben mit Fragezeichen bewilligt. 

Ein Jahr später war die Frist für den Bebauungsplan verstrichen, und die Stadt musste Mängel im Bebauungsplan Nr. 272 anerkennen, die die Stadtverwaltung mit Vorlage RV-18/2017 zu lösen vorgab. 

Die Debatte der Ratsversammlung am 30.03.2017 zur Vorlage RV-18/2017, Bebauungsplan "Groß-Tarup - K 8" (Nr. 272):

Ratsversammlung 30.03.2017, TOP 19: B-Plan K 8 ‎‎‎(Teil 1)‎‎‎



Ratsversammlung 30.03.2017, TOP 19: B-Plan K 8 ‎‎(Teil 2)‎‎




- wird fortgesetzt / in Be- und Überarbeitung


Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:16
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:16
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:17
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:17
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:18
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:19
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:20
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:18
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:19
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:19
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:20
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:21
Ċ
FlensburgAktuelles,
28.06.2017, 07:21
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:36
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:36
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:37
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:39
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:39
Ċ
FlensburgAktuelles,
24.09.2013, 03:39
Ċ
FlensburgAktuelles,
16.06.2017, 02:57
Ċ
FlensburgAktuelles,
16.06.2017, 02:58
Ċ
FlensburgAktuelles,
16.06.2017, 03:03
Ċ
FlensburgAktuelles,
16.06.2017, 03:04
Ċ
FlensburgAktuelles,
16.06.2017, 03:04