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Kita-Platz-Portal


Kita-Platz-Portal

Die WiF-Fraktion setzt sich seit 2008 für den Einsatz eines Kita-Platz-Organisationssystems für Flensburg ein.
Beispielhaft für die Anwendung verbesserter technischer Möglichkeiten ist das "ElternPortal" der Stadt Leipzig.
 
Die Stadtverwaltung untersucht seit der Einbringung unserer ersten Anträge die Möglichkeiten, ein solches System zum Einsatz zu bringen. Bislang fehlen uns die Mehrheiten ein System dieser Art politisch einzufordern. Jedoch gelang es uns im Sommer 2011 endlich, die überwiegende Zahl der Fraktionen im Jugendhilfeausschuss (JHA) davon zu überzeugen, den Einsatz eines solchen Systems durch die Verwaltung prüfen zu lassen. Bis Ende Oktober 2011 - so der gefasste Beschluss - wird uns im JHA nun die Einsatzmöglichkeit eines solchen Systems durch verschiedene Hersteller vorgeführt.
Die Kita-Platz-Situation und die Herausforderungen vor denen Eltern täglich auf´s Neue bei der Suche nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind stehen, lassen ein solches System für Flensburg unverzichtbar erscheinen.
 
Die Stadt Flensburg benötigt ein Eltern- und ein Verwaltungsportal um die Bedürfnisse der Eltern bei der Kita-Platz-Suche mit den Anforderungen von Kommunen, Trägern und Kitas zu verknüpfen. Eine transparente Vergabe von Kita-Plätzen, die übersichtliche Verwaltung der Betreuungsverträge sowie die effektive Auswertung und Planung von Platzkapazitäten erscheint der WiF-Fraktion als unverzichtbar.
 
 
Ein familienfreundliches Angebot an Kinderbetreuungsplätzen ist heute ein wichtiger kommunaler Standortvorteil.
Um so bedeutsamer ist es, das Angebot übersichtlich abzubilden und die Platzvergabe effizient zu organisieren. (Quelle Lecos GmbH)
 
Ratsherr der Stadt Flensburg
2. stellv. Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss 



 

Probleme der Zukunftskita

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren auch mit viel finanziellem Aufwand eine Menge geleistet, um das Angebot an Kita-Plätzen auszubauen. Aber dieser Prozess ist schwierig, denn
  • er kostet sehr viel Geld,
  • er ist schwer zu planen, da die Elternwünsche sehr unterschiedlich sind,
  • er braucht viel Zeit für Bauplanungen etc., Zeit, in der sich bereits vieles schon wieder ändert.
Die Kunst besteht darin, ein vielseitiges Angebot zu schaffen. Einige Eltern brauchen eine Betreuung von 18 bis 24 Uhr, andere aber von 8 bis 12 Uhr. Manche benötigen die Betreuung täglich, andere wieder nicht. Darum muss nicht jede Kita allen gerecht werden, aber alle sollten zumindest eine Kita finden, die zu ihnen passt. Mit der großen Zahl an freien Trägern ist auch bereits ein großes Angebot gelungen, obgleich es noch rein quantitativ nicht ausreichend ist.
 
Die eigentlichen Gefahren aber stecken meines Erachtens woanders. Sehr leicht werden die Kinder und ihre Bedürfnisse aus den Augen verloren. Kinder brauchen zum Beispiel eine konstante Gruppe, um Freundschaften aufbauen und soziale Kompetenzen erwerben zu können. Kinder brauchen einen klaren Rhythmus, um sich orientieren zu können und inneres Gleichgewicht zu erhalten, d.h. sie sollten täglich zu den gleichen Zeiten in die Kita gehen. Kinder brauchen einen überschaubaren Rahmen, um nicht permanent reizüberflutet und gestresst zu werden.
 
Die Anforderungen des Arbeitsmarktes an die Eltern aber stehen oft dem Rhythmus und der Konstanz entgegen. Immer größere Kita-Einrichtungen aufgrund des finanziellen Drucks lösen den überschaubaren Rahmen auf. Mithilfe von Qualitätsstandards soll hier Abhilfe geschaffen werden. Aber diese orientieren sich oft an "Äußerlichkeiten": für U3-Kinder muss mindestens eine Dusche da sein, jedem Kind steht eine bestimmte Quadratmeterfläche zu. Aber welches Kind muss in der Kita duschen? Welches Kind rennt herum und beansprucht seinen Quadratmeter, auf dem andere Kinder nichts zu suchen haben? Wurden all die Kinder vergangener Generationen in 12 qm-Kinderzimmern qualitätslos erzogen? Schauen wir in moderne Neubausiedlungen, so sehen wir riesige Wohnzimmer und zumeist kleine Kinderzimmer... Es macht Sinn, sich mehr mit den Kindern und ihren Bedürfnissen zu befassen, als ihr Betreuungssystem nach Arbeitsmarktforderungen und Wertvorstellungen der Erwachsenen zu gestalten. Aber es ist eben schwieriger, einen Arbeitgeber von Familienfreundlichkeit zu überzeugen, als ein Kind in einer marktkonformen Betreuung abzuliefern.
 
Die Politik und Gesellschaft in unserer Stadt müssen sich überlegen, an welchen "Fronten" sie etwas bewegen wollen.
 




Zum Thema siehe auch: 

    "Software für Kindergärten"; Flensburger Tageblatt, 22.09.2012