Öffentliche Nutzung für Fahrensodde 20 - keine Wohnbebauung!

Es ist verständlich, dass das Gebiet um Fahrensodde 20, an der Förde gelegen, Begehrlichkeiten weckt. Ist es doch ein Gebiet in hochattraktiver Lage, das jahrzehntelang von seinem Besitzer, der Stadt, vernachlässigt wurde. Mit der Folge, dass die Nutzung nur eingeschränkt möglich ist. Die Gebäude leiden seit vielen Jahren unter einem massiven Sanierungsstau, und das Grundstück wird nur wenig genutzt.

So erfolgte dann im April 2009 der Vorstoß der Verwaltung, dort exklusive Wohnbebauung zu errichten: Wortlaut der Verwaltung: "Das Grundstück mit seiner unmittelbaren Lage an der Innenförde und dem oberhalb gelegenen Landschaftspark Twedter Mark kann als sehr attraktiver Wohnbereich entwickelt werden." Dieser Vorstoß wurde von der Politik damals mit knapper Mehrheit abgelehnt (6 nein / 5 ja / 1 Enthaltung). Zum Glück! - Denn für Gewerbe und Vereine in Fahrensodde wäre eine Wohnbebauung der Todesstoß. Bedürfnisse des Wohnens werden den Bedürfnissen von Gewerben und Vereinen vorangestellt.

Auch eine weitergehende öffentliche Nutzung wäre dann, wenn überhaupt, nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Die WiF regte daraufhin einen Workshop unter der Einbeziehung der Anlieger und Nutzer an, mit dem Ziel, einer nachhaltigen Überplanung des Grundstückes. Der Workshop fand statt, und es kristallisierte sich die von der WiF unterstützte Nutzung des Geländes als maritimes Zentrum mit Gewerbe, Vereinen und öffentlich zugänglicher Freizeitnutzung heraus. Für diese Planung ist es wesentlich, dass die vorhandenen Nutzungen bis zum politischen Beschluss einer Überplanung erhalten bleiben und nicht frühzeitig Fakten geschaffen werden. 

Leider war der seit Jahren vorhandene massive Sanierungsstau nun Anlass für die - unmittelbar vor der Sommerpause - von den Kommunalen Immobilien ausgesprochene  Nutzungsuntersagung des Hauptgebäudes. Das wäre gleichbedeutend mit einer Kündigung der betroffenen Mieter gewesen und einer weitgehenden Räumung des Geländes. Der Hauptausschuss verhinderte das, indem er sich entsprechend dem Votum der WiF-mehrheitlich dafür aussprach, nach einer alternativen Unterbringungsmöglichkeit der Mieter - möglichst auf dem Grundstück - zu suchen.

Bei dieser unglücklichen zeitlichen Verknüpfung ist es verständlich, dass wir gefragt werden: „Warum passiert das zu diesem Zeitpunkt? Wollten die Kommunalen Immobilien etwa das Votum der Politik mit dieser Maßnahme umgehen? Und warum haben die Kommunalen Immobilien erst nach Intervention des Hauptausschusses mit den Vereinen und Firmen über ein alternatives Unterbringungskonzept auf dem Gelände gesprochen?
Wollten sie das Grundstück räumen, um Platz für Wohnbebauung zuhaben?“

Inzwischen hat der Hauptausschuss das Angebot der Firma Dantronik angenommen. Dantronik wird als Generalmieter tätig, bis die Überplanung von Fahrensodde 20 fertiggestellt ist, und sorgt bis dahin für die Sicherung aller Mietverhältnisse. Auch wenn für die Mieter der Druck damit verringert wurde, besteht ein dringender Handlungsbedarf, die Planung zügig abzuschließen. Es darf nicht auf andere politische Mehrheiten gewartet oder
weitere Jahre ein Notstand verwaltet werden. Das Bestreben der WiF ist es, aus Fahrensodde 20 ein maritimes Zentrum mit Naherholungscharakter zu machen, in dem sowohl Gewerbe, Vereine als auch die öffentliche Nutzung der Wiese und des Strands vereinbar sind.

Wir sind überzeugt davon, dass die Überplanung kurzfristig und unter Einbeziehung der Bürger fertiggestellt werden kann.


WiF-Fraktionsvorsitzende