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2010: OB-Wahl

Die Wahl zum Amt des Oberbürgermeisters (OB) der Stadt Flensburg sollte am 31.10.2010 stattfinden. Anders als bei der Kommunalwahl 2008 stand nicht eine Gruppe, sondern eine einzelne Person zur Wahl. Die Direktwahl des Verwaltungschefs war 1995 eingeführt worden, und Hermann Stell (CDU) war 1999 Flensburgs erster direkt gewählter Oberbürgermeister geworden.("Wer fordert Tscheuschner heraus?"; Flensburger Tageblatt, 30.10.2009) Der damalige Amtsinhaber Klaus Tscheuschner äußerte sich Silvester 2009: "Ich hätte Lust, mich noch eine Amtszeit für Flensburg einzusetzen - aber als Einzelkämpfer wird es schwierig, Erfolg zu haben."("Tscheuschner: Neue Kandidatur nur bei Unterstützung aus der Politik"; Flensburger Tageblatt, 31.12.2009) Die CDU, die ihn 2004 als parteilosen Kandidaten vorgeschlagen hatte, hatte sich zu dem Zeitpunkt noch nicht eindeutig positioniert. 

Die WiF entschied am 26.05.2010, einen eigenen Kandidaten zu nominieren: Dr. Jörg Klose, der sich der Konkurrenz selbstbewusst stellte ("WiF-Kandidat selbstbewusst"; Flensburger Tageblatt, 05.06.2010). 

Der amtierende OB Klaus Tscheuschner (2005-2010; parteilos) signalisierte schließlich zur Jahresmitte 2010, nicht wieder kandidieren zu wollen, da er nicht genügend politische Unterstützung wahrgenommen hätte.("Tscheuschner tritt nicht an"; "Keine Kandidatur auf Basis bisheriger politischer Unterstützung"; Flensburger Tageblatt, 30.06.2010) Signalisiert hatte er dies bereits deutlich Silvester 2009: "Tscheuschner: Neue Kandidatur nur bei Unterstützung aus der Politik".(Flensburger Tageblatt, 31.12.2009) 

Tscheuschner und die CDU sollten, obgleich das Flensburger Tageblatt die Kooperation bereits angekündigt hatte, schließlich keinen gemeinsamen Nenner finden: 

Tscheuschners Absage wurde vielfach bedauert, wobei oft übersehen wurde, dass die Stadt dem scheidenden Oberbürgermeister bzw. der von ihm gewonnenen 53,5%-Ratsmehrheit auch das Campusbad in ÖPP-Form zu verdanken hat. Auch sollte an seine Tscheuschners Einschätzung zu den Stadtwerken vom 31.12.2009 erinnert werden. 


Die Flensborg Avis interviewte den Kandidaten der WiF am 12.10.2010:  

Flensborg Avis, 12.10.2010 
Goer teater og museum mere effektive og lyt til borgerne
von Dirk Thöming 

Übersetzung von Heinz Kellermann: 
Macht Theater und Museum effektiver und hört auf die Bürger
Oberbürgermeisterwahl. Der Flensburger Rechtsanwalt Dr. Jörg Klose tritt für die Partei WiF an. Der Experte für Steuer- und Finanzfragen will sparen und die Einnahmen erhöhen.

FLENSBURG. "Friede ernähret - Unfrieden verzehret", so steht es am Nordertor. Dr. Jörg Klose will diesem Satz gerne Rechnung tragen, wenn er für die Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg", WiF, zum Oberbürgermeister gewählt werden sollte.
"Es gibt heute viel Wut und Unzufriedenheit unter den Bürgern in Flensburg. Für mich bedeutet der Satz deshalb, dass wir eine höhere Identifikation der Bürger mit den Angelegenheiten Flensburgs erreichen müssen", sagt er.
Eine der Herzenzangelegenheiten der WiF ist: Mehr Kontakt zu den Bürgern. Und Jörg Klose teilt die Ansicht, dass es Bürgerabstimmungen geben muss, und dass die Bürger bei wichtigen Sachen gehört werden sollen. 
Zum Beispiel Fahrensodde - dort kann der Kandidat sich vorstellen, dass die Initiative von Bürgern und Segelclubs das Gebiet übertragen bekommt, so dass sie als Pächter selbst Pläne machen und es weiter entwickeln können.
"Die Stadt wird dann die Einnahmen bekommen und die Kosten loswerden, die das Gebiet heute verursacht", sagt er. Er berichtet, dass der Schlüssel zu allem Handeln in Zukunft darin liegen muss, darauf zu achten, wer welche Interessen hat. "Die Erklärungen darüber, wer was will und warum, müssen offen dargelegt werden.
Dafür will ich mich einsetzen. Zuerst sollen alle Fakten auf den Tisch, und erst wenn im Entscheidungsprozess Durchschaubarkeit besteht, kann man objektiv und sachlich Beschlüsse fassen", sagt er.

Das Theater und das Archiv 
Jörg Klose, 50 Jahre alt, ist geborener Flensburger und Jurist mit den Spezialgebieten Steuern und Handelsrecht. Wie viele andere ist er der Auffassung, dass Flensburgs wichtigstes Problem zur Zeit die fast hoffnungslose Finanzsituation ist, mit Schulden bei den laufenden Ausgaben von fast 90 Millionen Euro.
Der Finanzexperte berichtet, dass er für seine Haltung, dass auch die Kultur unter die Lupe genommen werden muss, "buh"-Rufe geerntet hat.
"Aber es zahlt jeder Theaterbesucher im Durchschnitt 11 Euro, während die Kosten pro Besuch 130 Euro betragen. Diese Kluft muss bedeutend ausgeglichen werden, indem die Preise erhöht, und das Angebot dem angepasst werden, was die Flensburger wirklich zu sehen wünschen", sagt er.
Ausserdem soll nach seiner Meinung auf das Stadtarchiv geachtet werden, wo es im Jahre 2010 483.000 Euro Kosten gibt - wogegen die Einnahmen armselige 4.000 Euro betragen.

Stadtwerke verändern
Das Städtische Museum hat ein ähnliches Problem mit fehlenden Einnahmen. Hier könnte die Lösung darin bestehen, das Museum an andere zu vermieten - z.B. Veranstaltungen oder Seminare oder für Filmaufnahmen, selbst wenn dieses einzelne Schliessungstage bedeuten sollte.
Nicht zuletzt will Jörg Klose als möglicher Oberbürgermeister dafür sorgen, dass die Stadtwerke eine bessere Kontrolle erhalten.
"Ich setze mich dafür ein, die Satzungen der Gesellschaft zu ändern Es wäre gut, wenn man einen professionellen Aufsichtsrat mit drei unabhängigen Mitgliedern hätte, die Erfahrung in der Energiebranche haben", sagt er, und ist davon überzeugt, dass eine schnell arbeitende Dienstleistungsverwaltung der Stadtkasse gewaltig nützen würde. 

(übersetzt von Heinz Kellermann)


Das Flensburger Tageblatt interviewte den Kandidaten der WiF am 18.10.2010: 
18.10.2010: "Ich kann Wirtschaft!"(Dr. Jörg Klose) 
"Unternehmen, die expandieren wollen, muss man helfen"; "Ich trete mit der WiF an, aber nicht für sie."(Klose) 





Zur Wahl des Oberbürgermeisters sollten sich schließlich neun Kandidaten melden - so viele wie nie zuvor.("Sie alle wollen den OB ablösen"; Flensburger Tageblatt, 14.10.2010) 


    


Stadt Flensburg: Oberbürgermeister-Wahl 2010 

31.10.2010, 1. Wahlgang: Wahlergebnis bei 27,8% Wahlbeteiligung (20.220 von 73.539 Wahlberechtigten). Der Kandidat der WiF schaffte es leider nicht in die Stichwahl. 

21.11.2010, 2. Wahlgang: Wahlergebnis bei 23,3% Wahlbeteiligung (16.864 von 73.147 Wahlberechtigten). Gewonnen hat die Stichwahl der SSW-Kandidat Simon Faber.


Presseartikel aus dem Flensburger Tageblatt / sh:z
25.11.2010: Simon Faber: "Wir müssen über Bande spielen" ("Meine Einstellung ist: Verwaltung setzt das um, was Politik möchte.")


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FlensburgAktuelles,
27.09.2012, 02:56